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1968: Bildspur eines Jahres

von Gerd Koenen - ISBN 9783771643591

Gebundene Ausgabe, 192 Seiten
Veröffentlichung Feb 2008 bei Fackelträger-Verlag
Amazon-Verkaufsrang #27987
Bewertung 5.0/5.0 bei 1 Meinungen
neu: ab 29.95 Euro
gebraucht: ab 14.00 Euro
Autor: Gerd Koenen
ISBN 9783771643591
ISBN 3771643597 (alt)

Meinung der Redaktion zu 1968: Bildspur eines Jahres

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Kritik zu 1968: Bildspur eines Jahres

Eine die vielen anderen Bücher über 1968 gut begleitende "Bildlektüre" mit einer diskussionswürd vom 21.03.2008
Bewertung: 5 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 8 von 11 Besuchern hilfreich

Die Menge der zum Teil sehr persönlich gefärbten Veröffentlichungen über das Jahr 1968 beginnt in diesem Frühjahr, 40 Jahre nach den Ereignissen "die die Welt verändert" haben sollen, langsam unübersichtlich zu werden. Götz Alys provokatives Buch, das 1968 in einen historischen Zusammenhang mit 1933 rückt, ist dabei bisher am meisten, sehr kontrovers, diskutiert worden. Auch andere Ikonen der Bewegung wie zum Beispiel Peter Schneider, haben sich mit beeindruckenden Büchern zu Wort gemeldet.

Im vorliegenden, mit einer längeren historischen Einordnung eingeleiteten Bildband des preisgekrönten Dokumentarfilmers Andres Veiel und des bekannten und durch viele Monographien ausgewiesenen Historikers Gerd Koenen, bietet der Fackelträger-Verlag nun eine die anderen Bücher über 1968 begleitende und ergänzende "Bildlektüre" an, die wichtig ist, denn damals begannen die Bilder zu sprechen und auch eine politische Wirkung zu entfalten, auf die etwa Susan Sontag in ihren Essays zu Fotografie immer wieder hingewiesen hat.

Waren die Rückblicke vor 30 oder etwa vor 20 Jahren, an die ich mich noch sehr gut erinnere, noch geprägt von der Nabelschau der an der Bewegung beteiligten "Köpfe", hat sich die Sicht auf das, was "1968" gewesen ist, mittlerweile verändert.
Das sehr lesenswerte Vorwort von Gerd Koenen zu diesem Bildband dokumentiert diese Veränderungen, indem er die Wurzeln der Bewegung verortet und nüchtern beschreibt, was aus vielen Hoffnungen geworden ist. Bewegungen, die "Vorbilder" waren, sind in den Terrorismus abgeglitten und auch "die politischen, technischen und ökonomischen Entwicklungen überholten uns ein ums andere Mal, während wir uns doch per Definition an der Spitze des Fortschritts sahen."

Es ist unbestreitbar, dass die Ereignisse von 1967/68, und wie sie eine ganze Generation geprägt haben, auf eine historisch beispiellose und schnelle Weise in den folgenden Jahrzehnten in die Gesellschaft eingesickert sind und ihre ganze Kultur verändert haben. Erst in letzter Zeit allerdings wird auch deutlich, wo eindeutige Fehlentwicklungen lagen, etwa im Menschenbild, und in welche zum Teil verhängnisvollen Abwege eine ganz bestimmte Philosophie geführt hat.

"Nichts an diese Geschichte lässt sich auf einen Nenner bringen", schreibt Gerd Koenen am Schluss seines Vorwortes. "Insofern ist es auch sinnlos und verfehlt, von heute aus 'für' oder 'gegen' 1968 zu optieren. Alles war, wie es war - so vieldeutig nämlich, wie es solche historischen Kulminationspunkte nun einmal sind."

Dennoch ist es wichtig, genau zu analysieren und zu beschreiben, welche Geisteshaltungen damals sich in weiten Kreisen der "Bewegung" breitgemacht haben, die alles andere als demokratisch waren. Götz Alys Thesen sind noch lange nicht erledigt.

Der empfehlenswerte neue Roman Bernhard Schlinks "Das Wochenende" macht einen wichtigen und diskussionswürdigen Versuch hierzu und sei in diesem Zusammenhang ausdrücklich erwähnt.


Weitere ISBN:
978-3-771-64359-1, 978-3-7716-4359-1
978-3-77164-359-1, 978-3771643591, 978-3-77-164359-1
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