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Abwesen: Zur Kultur und Philosophie des Fernen Osten

von Byung-Chul Han - ISBN 9783883962351

Broschiert, 157 Seiten
Veröffentlichung Oct 2007 bei Merve
Amazon-Verkaufsrang #79869
Bewertung 5.0/5.0 bei 1 Meinungen
neu: ab 13.00 Euro
gebraucht: ab 10.92 Euro
Autor: Byung-Chul Han
ISBN 9783883962351
ISBN 388396235X (alt)

Meinung der Redaktion zu Abwesen: Zur Kultur und Philosophie des Fernen Osten

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Kritik zu Abwesen: Zur Kultur und Philosophie des Fernen Osten

Ein Eindruck vom 02.02.2008
Bewertung: 5 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 3 von 4 Besuchern hilfreich

In seinem neuen Büchlein "Abwesen" begibt sich der koreanische, in der Schweiz lehrende Philosoph Byung-Chul Han auf einen unangestrengten Weg des Kulturvergleichs zwischen Ost und West. Unangestrengt auch deshalb, weil Han sich nicht nur zwischen Kant, Nietzsche, Heidegger, Laotse und Konfuzius bewegt, nicht nur Grammatik, Kunst, Städtebau, Architektur und Kochen betrachtet, sondern auch scheinbar banale Tätigkeiten wie das Grüßen. Er scheut auch keinesfalls Wiederholungen. Sein Buch folgt auch in der (fehlenden) Struktur dem besprochenen Nicht- Linearen, Nicht- Teleologischen des Ostens. Denn der gute Wanderer verfolgt keine Richtung und Absicht, er "geht nirgends hin". Er "verschmilzt ganz mit dem Weg, der seinerseits nirgends hin-führt".
Es ist das "Begehren, die Appetition, die einen zu Jemand macht. Wer Jemand im emphatischen Sinne ist, hat keinen Zugang zum Wandern". Die Abwesenheit der Zielgerichtetheit, der unbedingten Personalisierung und des Sinns "führt nicht zu einem Nihilismus, sondern zu einer himmlischen Freude am Sein, das ohne Richtung, ohne Spur ist." So unterscheidet sich der östliche und westliche Daseinsentwurf ganz erheblich. Das ateleologische Wandern des Ostens zeigt sich in vielen Alltagsphänomenen. Das ständige Abgrenzenmüssen im Westen "erzeugt ein Gefühl der Enge. Trotz des Gedränges von Menschen und Häusern erscheint die fernöstliche Großstadt dagegen als eine Stadt der Leere und der Abwesenheit". Nicht nur in der Architektur der Tempel und Kirchen, sondern selbst in ihrer Lage zeigen sich diese Unterschiede: "Außerdem stehen die buddhistischen Tempel des Fernen Ostens oft in einer Waldlichtung, umgeben und geschützt von den Berghängen. Und sie liegen abseits, während die Münster oder auch die griechischen Tempel die Mitte bilden und besetzen. Der buddhistische Tempel ist auch in diesem Sinne abwesend."
Selbst die Metaphorik von Erleuchtung unterscheidet sich erheblich: "Satori (Erleuchtung) hat eigentlich nichts mit dem Leuchten oder mit dem Licht zu tun. (...) Das Licht potenziert die Anwesenheit. Der Buddhismus ist dagegen eine Religion der Abwesenheit. So bedeutet auch das Nirvana, der sanskritische Ausdruck für die Erleuchtung, ursprünglich "Verlöschen"".
So werden Licht und Schatten als gleichwertig gesehen, Wandlungen und Veränderungen gelten im Osten nicht als Bedrohung: "Sie stellen nur den natürlichen Lauf der Dinge dar, dem es sich anzupassen gilt". Es gilt, "das Denken so geschmeidig wie möglich zu halten, dass es sich der Vielfalt von Möglichkeiten öffnet. Das fernöstliche Denken ist freundlich in dem Sinne, dass es sich nicht auf Grundsätze und Prinzipien versteift". Daher hinterlässt der Wanderer keine Spur.

Weitere ISBN:
978-3-883-96235-1, 978-3-8839-6235-1
978-3-88396-235-1, 978-3883962351, 978-3-88-396235-1
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