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Auf der Suche nach den verlorenen Legionen

von Tony Clunn - ISBN 9783932147456

Broschiert, 360 Seiten
Veröffentlichung May 1998 bei Rasch und Roehring Verlag
Amazon-Verkaufsrang #356257
Bewertung 4.5/5.0 bei 13 Meinungen
neu: ab 20.50 Euro
Autor: Tony Clunn
ISBN 9783932147456
ISBN 3932147456 (alt)

Meinung der Redaktion zu Auf der Suche nach den verlorenen Legionen

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Kritik zu Auf der Suche nach den verlorenen Legionen

Halb gut, halb grottenschlecht vom 21.05.2005
Bewertung: 1 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 16 von 19 Besuchern hilfreich

Tony Clunn gebührt große Anerkennung dafür, daß er fast im Alleingang das Schlachtfeld bei Kalkriese der Vergessenheit entrissen hat. Außerdem hat er zwei große Stärken: Er ist ein hervorragender Hobbyarchäologe, und er kann Sachbücher schreiben.

Leider ist er zugleich ein miserabler Romanautor und als Hobby-Historiker sogar ein Totalausfall, eine Niete. Weil sein Buch aus zwei Teilen besteht - einem interessanten und spannenden Bericht seiner Suche und einer lächerlichen und absurden Erzählung der damaligen Ereignisse, wie sie ganz sicher NICHT stattgefunden haben, heben sich leider das Gute und das Schlechte auf. Übrig bleibt Enttäuschung und Desinformation.

Das beginnt schon mit Personenverwechslungen: Segimundus mit Sesithacus gleich am Anfang. Der zweite säbelte dem Leichnam des Varus den Kopf ab (und wurde später von den Römern trotzdem begnadigt), der erste, Segimund, war Sohn des Segestes, Bruder der Thumella (Thusnelda), Schwager des Arminius - und bis zur Varusschlacht Priester des Augustus in Köln, dann verließ er die Römer und kehrte später wieder zu ihnen zurück. Den Bruder des Arminius, Flavus, nennt Clunn irrtümlich Flavius - und läßt ihn in seiner Erzählung einfach unter den Tisch fallen.

Seine Spekulationen über die damaligen Abläufe stimmen hinten und vorne nicht mit den Kenntnissen überein, die wir aus den Quellen gewinnen. Lächerlich und banal, verquer und absurd, kenntnislos und trivial. Meine Güte, so eine gute Möglichkeit so entsetzlich verschenkt ... Lest die Annalen des Tacitus (reclam).

Noch ein Beispiel? Tony Clunn läßt die Germanen alle Gefangenen ohne Ausnahme grausam zu Tode metzeln. In Wahrheit wurden viele Römer von ihren Familien freigekauft - während Caesar Augustus sich weigerte, Staatsgeld dafür auszugeben. Er haßte die Überlebenden, weil sie durch ihre Niederlage sein Selbstbild als Gott und Weltherrscher ramponiert hatten. Jahre später verspricht Arminius jedem Römer, der zu ihm übertritt, ein Stück Land und das Recht auf Heirat. Das war keine Lüge, sie wurden allerdings Unfreie und mußten eine Abgabe an ihren Herrn zahlen. Freie zahlten keine Steuern - darum waren die Germanen ja so wütend auf Varus! Tony Clunn läßt zwei Römer über Frau und Schwiegermutter in Rom sprechen - aber Legionäre unterlagen einem strengen Heiratsverbot für ihre 20jährige Dienstzeit. Arminius bot ihnen mehr, selbst wenn sie seine Gefangenen waren ...
Auf der Stammesversammlung kann Arminius nicht einfach den (erfundenen) Verlobten Thumellas erstechen - es herrscht von den Priestern streng überwachte Friedenspflicht für die Dauer der Versammlung, übrigens schon auf dem Weg dorthin ...
Niemals kann Arminius dem Segestes damit gedroht haben, Thumella umzubringen.
Und so weiter und so fort, nichts, nichts, nichts stimmt ... Auf Seite 243 unten wird ein Absatz als Zitat von Cassius Dio gekennzeichnet, das gar nicht bei ihm steht, es ist eine Vermutung Clunns über einen Schatz des Varus. Meine Güte!

Tony Clunn hat so viele Münzen ausgegraben, aber noch immer nicht weiß er, daß Caesar stets vor Augustus steht? Penetrant nennt er ihn immer verkehrt herum Augustus Caesar. Nicht einmal die Namen kennt er richtig! Auweia ... Das dürfen wir doch von jemandem verlangen, der ein Buch zum Thema schreiben will. Oder?

Weitere ISBN:
978-3-932-14745-6, 978-3-9321-4745-6
978-3-93214-745-6, 978-3932147456, 978-3-93-214745-6
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