Das Albtraumreich des Edward Moon
von Jonathan Barnes - ISBN 9783492701570
Gebundene Ausgabe, 399 Seiten
Veröffentlichung Mar 2008 bei Piper
Amazon-Verkaufsrang #8644
Bewertung 4.0/5.0 bei 8 Meinungen
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Autor: Jonathan Barnes
ISBN 9783492701570
ISBN 3492701574 (alt)
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Kritik zu Das Albtraumreich des Edward Moon
Eher enttäuschend vom 17.08.2008
Bewertung: 3 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 4 von 4 Besuchern hilfreich
Vielleicht ging ich mit der falschen Erwartungshaltung an dieses Buch heran? Immerhin versprachen Aufmachung und Werbung einen neuen Stern am Himmel internationaler grotesker Phantastik.
Um es vorwegzunehmen: Letzteres ist das Debut von Jonathan Barnes mit Sicherheit nicht.
Der Autor liefert mit Das Albtraumreich des Edward Moon eine handwerklich soliden, mit einigen durchaus memorablen Figuren gespickte Geschichte ab, die sich in vielen Belangen allerdings viel zu sehr darauf verlässt, dass das Setting (das viktorianische London) und der Rezeptionshorizont des phantastikgeneigten Lesers (der schon den einen oder anderen Roman von Neil Gaiman kennt) dafür sorgen werden, dass die diversen Unausgegorenheiten in der Handlung keine Beachtung mehr finden.
Man merkt dem Buch leider an, dass es von einem jungen Autor stammt, der sich seiner Mittel noch nicht bewusst genug ist, um sie gewinnbringend einzusetzen: Wenn beispielsweise nahezu jede(!) in der ersten Hälfte des Buches eingeführte Figur fett, hässlich und/oder mit irgednwelchen schwerwiegenden Makeln oder Deformationen behaftet ist, wirkt das weder amüsant noch charmant; hier soll auf Nummer ein Grinsen beimLeser erzeugt werden.
Auch die literarischen Anlehnungen - wenn man es mal höflich ausdrücken möchte (z.B. eben an das Werk Gaimans - vgl. die Figuren der Präfekten Hawker & Boon) - wirken unverschämt; von einem versierten, selbstbewussten Autor erwarte ich anderes.
Das Buch krankt weiterhin an einem eklatanten, fast schon auf Akte X-Art unverschämten Mangel an ausgearbeiteten Hintergründen, vor allem, was die z.T. gar nicht schlecht geschilderten Charaktere angeht. Ständig werden der Romanhandlung vorangegangene Ereignisse angedeutet (Clapham, Barabbas), ohne dass diese später aufgeklärt oder auch nur noch mal erwähnt werden. Das nervt!
Generell weist die Figurenfürhung Mängel auf, u.a. wenn nach ca. 150 Seiten (in denen es bereits eklatant an einer Identfikationsfigur für den Leser hapert) plötzlich eine explizit negativ eingeführt Nebenfigur zum Dreh- und Angelpunkt der Handlung wird.
Richtig schwach fällt letztlich die Schilderung der die Ereignisse vorantreibenden großen Bedrohung aus, die angeblich für London besteht und die keinerlei nachvollziehbaren Druck auf die beteiligten Figuren ausübt. Das Fehlen eines konkreten Schreckensszenarios lässt das Agieren vieler Charaktere unmotiviert und hölzern erscheinen.
So bleiben alles in allem eigentlich nur zwei Sterne für ein zwar motiviertes und stellenweise recht pfiffig daherkmmendes, aber durchwachsenes Debut. Ich vergebe dennoch drei, eben weil ich London- und Gaiman-Fan bin und die Atmosphäre, die teilweise geweckt werden soll, erahnen und genießen konnte.
Die kommenden Bücher dieses Autors werde ich mir trotzdem anschauen; Potenzial ist sicher vorhanden, in ein paar Jahren könnte mal was richtig Gutes dabei sein ...
978-3-492-70157-0, 978-3-4927-0157-0
978-3-49270-157-0, 978-3492701570, 978-3-49-270157-0
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