Das Christentum: Wesen und Geschichte
von Hans Küng - ISBN 9783492050623
Gebundene Ausgabe, 1056 Seiten
Veröffentlichung Feb 2007 bei Piper
Amazon-Verkaufsrang #6922
Bewertung 4.5/5.0 bei 9 Meinungen
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Autor: Hans Küng
ISBN 9783492050623
ISBN 349205062X (alt)
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Kritik zu Das Christentum: Wesen und Geschichte
Ein lesenswertes Buch vom 03.01.2008
Bewertung: 4 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 5 von 5 Besuchern hilfreich
Ich beziehe mich auf die Taschenbuchausgabe "Das Christentum", 2. Auflage Februar 2003.
Ich habe das Buch mit Gewinn gelesen. Dieses Buch zu lesen bedeutet aber Arbeit. Es ist keine einfache Kost.
Die verschiedenen Paradigmen des Christentums in einem Band zu beschreiben ist ein ehrgeiziges Unterfangen, das wegen des Umfangs zur Konzentration auf das Wesentliche zwingt (trotz eines Umfangs von über 1000 Seiten). Historische Bezüge werden in dem Buch nur soweit aufgegriffen, wie es zur Darstellung der Entwicklung der Paradigmen notwendig ist. Es ist sicher nicht unbedingt vorausgesetzt, aber doch sehr hilfreich, wenn man beim Lesen über ein (religions-)geschichtliches Basiswissen verfügt.
Hans Küng formuliert präzise, hat aber nicht gerade eine 'leichte Feder'. Mitunter nehmen einzelne Sätze knapp ein Viertel einer Seite ein. Man muss dann sehr genau lesen, um alle Bezüge richtig zu verstehen. Nicht immer werden lateinische Ausdrücke übersetzt. Auch sonst wird auch vorausgesetzt, dass dem/der LeserIn Fachbegriffe wie z.B. 'Ontologie' geläufig sind.
Bei der Beschreibung der Entwicklung der verschiedenen Paradigmen hätte ich mir gerne noch einige geographische Karten über die hinaus gewünscht, die sich auf die Einflussgebiete des römisch-katholischen und des byzantinischen Paradigmas zwischen 565 und dem 14./15. Jahrhundert beziehen (Seiten 250/251) und das Ausbreitungsgebiet des Islams (Seite 401) beziehen. Der sparsamme Umgang mit Karten erklärt sich wohl daraus, dass dieses Buch nicht eigentlich ein Geschichtsbuch sein will.
Sehr hilfreich beim Textverständnis sind verschiedene Diagramme, die bestimmte Strukturen verdeutlichen (zB. verschiedene Gemeindeordnungen, oder verschiedene Sichtweisen der Trinität etc.). Allerdings erschließen sich die Diagramme gelegentlich erst durch den Text und sind nicht aus sich heraus verständlich. Es gibt keine erklärenden Bildunterschriften.
Die 'Fragen für die Zukunft' gegen Ende verschiedener Abschnitte (oft für die drei abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam differenziert) laden den Leser quasi zu einem 'Dialog' ein, indem aus dem Geschilderten ein kritisches Resümee gezogen und nach der Bedeutung für heute gefragt wird.
Im Text gibt es immer wieder kurze Rückbezüge auf Inhalte früherer Kapitel, was bei der Fülle des Stoffen beim Lesen angenehm (und keinesfalls langweilig) ist. Diese Rückbezüge macht den Text insgesamt auch dann nachvollziehbar, wenn man nur einige Abschnitte liest.
Eine umfangreiche Quellenangabe ermuntert zum Weiterlesen. Zusätzlich findet sich am Ende ein umfassendes Personenregister. Mir fehlt gemessen an diesem beachtlichen Aufwand noch ein Sachregister. Z.B. läßt sich die 'Gnosis' über ein Register nur dann im Text finden, wenn man sie mit Namen in Verbindung bringen kann.
Bei dem Umfang und der Komplexität des Projekts kann man das Buch als gelungen ansehen trotz einiger kleiner Abstriche und trotz der Anforderungen, die an den Leser gestellt werden.
Ein interessantes und lesenswertes Buch, aber keine Gutenacht-Lektüre.
978-3-492-05062-3, 978-3-4920-5062-3
978-3-49205-062-3, 978-3492050623, 978-3-49-205062-3
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