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Das Spiel des Alchimisten

von Richard Dübell - ISBN 9783404153541

Taschenbuch, 576 Seiten
Veröffentlichung Aug 2005 bei Lübbe
Amazon-Verkaufsrang #17845
Bewertung 4.5/5.0 bei 10 Meinungen
neu: ab 8.95 Euro
gebraucht: ab 1.25 Euro
Autor: Richard Dübell
ISBN 9783404153541
ISBN 3404153545 (alt)

Meinung der Redaktion zu Das Spiel des Alchimisten

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Kritik zu Das Spiel des Alchimisten

Brillanter Roman um die Macht der Manipulation vom 27.12.2007
Bewertung: 5 von 5 Sternen
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Obwohl der anhängliche Fan Peter Bernward und alle Facetten seines Charakters mittlerweile hinreichend zu kennen glaubt, kommt auch im vierten Roman der Reihe um diesen sympathischen Spürhund im späten 15. Jahrhundert keine Langeweile auf.
Dies ist schon durch die Wahl des Handlungsortes Augsburg garantiert. Denn mit seiner ehemaligen Heimatstadt verbinden Peter Bernward nicht nur viele belastende Erinnerungen (an seine Zeit als Ermittlungsbeamter des inzwischen verstorbenen Bischofs Peter von Schaumberg, die mit einem Zerwürfnis endete, an einen ungelösten Fall, der ihm nach wie vor keine Ruhe läßt sowie an den schmerzhaften Verlust seiner geliebten Frau); hier in Augsburg wohnt auch seine ihm ohnehin entfremdete Tochter Maria, der er einen problematischen Umstand beichten muß: an der in Florenz erfolgten Hinrichtung ihres Ehemanns war er nicht ganz unbeteiligt. Doch noch bevor es zu einer Aussprache zwischen Vater und Tochter kommen kann, steckt Peter schon wieder mitten in einem brisanten Mordfall. Unter mysteriösen Umständen kommt ein Angestellter des Handelshauses Hoechstetter ums Leben. Die Auffindung der Leiche in einem von innen verschlossenen Raum scheint für die Einwirkung eines "Todesengels" zu sprechen, vor dem die ganze Stadt seit der Hinrichtung des Bürgermeisters Ulrich Schwarz zittert. Auch Gerüchte über das Wiederauftauchen der ketzerischen "Grubenleute" halten Augsburg in Atem und vergiften die Atmosphäre. Durch die Begegnung mit seinem alten Freund Gregor von Welden, der inzwischen bischöflicher Burggraf ist und als solcher die Ermittlungen an sich reißt, wird Bernward in die Mordgeschichte hineingezogen. Als Gregors Gehilfe nimmt er im von Aberglaube und Dämonenangst beherrschten Klima die Spur des Mörders auf, wobei er immer wieder von den Geistern seiner Vergangenheit kräftig heimgesucht wird.
Wie immer beschreibt der Autor das historische Umfeld akkurat und versiert und offenbart wieder einmal seine Stärke bei der Charakterzeichnung der handelnden Personen. Dies gilt besonders bei Gregor von Welden, der als geltungssüchtiger, aber inkompetenter Opportunist beschrieben wird. Nach Höherem strebend will er das mit äußerst geringen Kompetenzen ausgestattete Burggrafenamt hinter sich lassen und Stadtvogt werden, wird aber aufgrund seiner aufgeblasenen Arroganz und offenbaren Unfähigkeit von niemandem ernst genommen und führt darum einen Kampf auf verlorenem Posten. Schnell teilt man als Leser die zunehmende Antipathie, die Peter Bernward, dem es trotz guten Willens nicht gelingt, an die frühere Freundschaft anzuknüpfen, ihm gegenüber empfindet. Man kann aber nicht umhin, diesen beschränkten Zeitgenossen, der mit einem dicken Brett vor dem Kopf umherzuwandeln scheint, gelegentlich ein wenig zu bemitleiden.
Am Ende des Buches gelingt es Dübell wieder einmal, den Leser zu überraschen und der Geschichte eine unerwartete Wendung zu geben, die auch vergangene Ereignisse aus Peters früherer Zeit in Augsburg in einem neuen Licht erscheinen läßt. Das Thema des Romans ist nach Dübells eigener Aussage (im Nachwort) die Macht der Manipulation. Tatsächlich entwarf er für die Handlung großangelegte Manipulationsstrategien, die sich in einem spannenden Prozeß erst Schritt für Schritt offenbaren: Nachdem eine Manipulation aufgedeckt wurde und die "Wahrheit" ans Licht kam, stellt sich diese scheinbare Wahrheit wenig später als Teil einer noch breiter gefächerten Manipulation heraus.
Wer die drei (allesamt großartigen) Vorgängerromane mochte, sollte sich auch diesen nicht entgehen lassen.

Weitere ISBN:
978-3-404-15354-1, 978-3-4041-5354-1
978-3-40415-354-1, 978-3404153541, 978-3-40-415354-1
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