Das dritte Buch des Horrors
von Heyne Verlag - ISBN 9783453055544
Broschiert, 348 Seiten
Veröffentlichung Feb 1992 bei Heyne Verlag
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Autor: Heyne Verlag
ISBN 9783453055544
ISBN 3453055543 (alt)
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Kritik zu Das dritte Buch des Horrors
Die Vorherrschaft der deutschen Horror-Autoren - 1900 bis 1920 vom 20.02.2007
Bewertung: 5 von 5 Sternen
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Der dritte Band der vierteiligen Anthologiereihe von Joachim Körber trug den Untertitel:
Die Geschichte der unheimlichen Literatur in meisterhaften Erzählungen - 1900 bis 1920.
Die zehn Erzählungen:
W. W. Jacobs: Die Affenpfote (1902)
Hanns Heinz Ewers: Die Topharbraut (1903)
William Hope Hodgson: Tropischer Schrecken (1905)
Algernon Blackwood: Die Weiden (1907)
Georg von der Gabelentz: Der gelbe Schädel (1909)
M. R. James: Das Chorgestühl zu Barchester (1911)
E. F. Benson: Wie die Angst aus der langen Galerie verschwand (1912)
Karl Heinz Strobl: Das Grabmal auf dem Père Lachaise (1914)
Gustav Meyrink: Meister Leonhard (1916)
Im frühen 20. Jahrhundert beherrschten tatsächlich lange Jahre lang deutschsprachige Autoren den Horror-Bereich in der Literatur - auf internationalem Niveau. Das mag angesichts der heutigen Zweit- und Drittklassigkeit deutscher Autoren, die auf dem internationalen Markt derzeit allein schon mangels Tempo und Originalität keinerlei Chancen haben, beinahe unvorstellbar erscheinen, war seinerzeit jedoch eine unumstößliche Tatsache.
Namen wie Strobl und Ewers, Gabelentz und Meyrink, Frey und Schmitz waren im ersten Drittel des Jahrhunderts Ton angebend. Bis der rasche Aufstieg des deutschen Nationalsozialismus und die Verdrängung und Vernichtung allen von der Linie abweichenden Gedankenguts dem ein unrühmliches Ende bereitete - ein Teil der Autoren (Ewers, Strobl) ließ sich vor den Propaganda-Karren der Machthaber spannen und wurde nach Kriegsende in die Vergessenheit verbannt. Ein anderer Teil, wie etwa Meyrink, war während der Nazi-Herrschaft unerwünscht, sein Werk verboten.
Daneben stellt der Band auch Vertreter klassischer englischer Gespenstergeschichten vor, etwa Benson und James, die sich zu jener Zeit auf der Insel großer Beliebtheit erfreuten.
Mit W. W. Jacobs' Affenpfote schließlich ist Körber ein besonderer Coup gelungen: Als Eröffnungsgeschichte die wohl weltweit berühmteste Gruselgeschichte des 20. Jahrhunderts über den verhängnisvollen Fluch unüberlegter Wünsche - ein schönes Beispiel übrigens dafür, was für beeindruckende Effekte sich erzielen lassen, wenn der Leser im Unklaren gelassen und der Horror nur angedeutet wird.
Meine persönliche Empfehlung jedoch ist Algernon Blackwoods meisterhafte Geschichte "Die Weiden", eigentlich eine stille, völlig unspektakuläre, dafür jedoch umso stimmungsvollere und nachhaltig beeindruckende Erzählung langsam zunehmenden Horrors, der sich nur schwer oder biszuweilen gar nicht erfassen lässt. Ein Stück Horror-Literatur-Geschichte, das seinesgleichen sucht!
978-3-453-05554-4, 978-3-4530-5554-4
978-3-45305-554-4, 978-3453055544, 978-3-45-305554-4
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