Demokratie - Zumutungen und Versprechen
von Christoph Möllers - ISBN 9783803125804
Broschiert, 125 Seiten
Veröffentlichung Feb 2008 bei Wagenbach
Amazon-Verkaufsrang #4636
Bewertung 5.0/5.0 bei 2 Meinungen
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Autor: Christoph Möllers
ISBN 9783803125804
ISBN 3803125804 (alt)
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Kritik zu Demokratie - Zumutungen und Versprechen
Äußerst empfehlenswert!!! vom 20.08.2008
Bewertung: 5 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 2 von 2 Besuchern hilfreich
Wenn ich nur ein einziges Buch zum Thema Demokratie zu empfehlen hätte, dann dieses. Ich habe einige Bücher zum Thema gelesen, aber kein anderes bringt das Thema so auf den Punkt. Dieses Buch führt gleichzeitig ein und über viele Denkschranken hinaus. Es bestätigt und provoziert, ist gleichzeitig ernüchternd und inspirierend.
Im Ergebnis habe ich das Gefühl, Demokratie nicht nur besser zu verstehen, sondern auch mehr zu schätzen. Und letztendlich ist das Buch auch die Aufforderung, seine Mitmenschen mehr zu schätzen, mit denen man das "demokratische Versprechen" eingegangen ist.
Ein Aspekt, der mir besonders gefällt, ist, dass Möllers dem Elitendenken eine klare Absage erteilt und es als undemokratisch bewertet (obwohl er sich selbst zu einer akademischen Elite zählen könnte). Möllers beschreibt nicht nur, wie Demokratie ist oder sein sollte, sondern auch warum sie uns teilweise enttäuschen MUSS. Er tut dies aber nicht im resignativen Ton, den ich von vielen anderen Politikwissenschaftlern kenne, sondern eher wie jemand, der sich der Fehler einer geliebten Person voll gewahr ist - und sie dennoch weiterhin liebt. Seine Botschaft ist also klar: dabei bleiben!
Die Wirkung des Buchs wird verstärkt durch seine Kompaktheit und die simple Struktur, die ihm Übersichtlichkeit verleiht: Die nummerierten "Kapitel" (173 auf 117 Seiten) beginnen jeweils mit einem einleitenden Statement (z.B.: "Je weniger änderungsoffen demokratische Verfahren sind, desto wichtiger werden Volksabstimmungen"), das dann auf durchschnittlich 1,5 Seiten erläutert wird. Hier ein Beispiel:
"173 Viel vom Ressentiment gegen die Demokratie entstammt der Kränkung darüber, dass wir weder allein auf der Welt noch wichtiger als die anderen sind. - Wir wollen unseren Willen bekommen, doch in der Demokratie bekommen wir ihn eher selten als öfter. Wir sind uns selbst näher als den anderen, aber die Demokratie reduziert uns - nicht überall, aber doch für den wichtigen Bereich der Politik - zu Gleichen, gleich mit Dummen und gleich mit Armen. Es ist leicht zu sehen, warum Demokratie gerade bei Gruppen, die sich selbst für Eliten halten, nicht immer beliebt ist. Aber die demokratische Zumutung der Demut mag ihnen nicht nur im politischen Leben weiterhelfen."
Ich nehme mir das Buch imme wieder vor, lese nach, nehme es als Denkanregung. Und ich habe es bereits mehrfach verschenkt, denn bei einem so kurzen und inhaltsschwerem Buch ist die Hemmschwelle gering: dieses Buch ist eben KEINE Zumutung.
978-3-803-12580-4, 978-3-8031-2580-4
978-3-80312-580-4, 978-3803125804, 978-3-80-312580-4
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