Der Kult der Grossen Göttin. Mit einem Vorwort von Kurt Derungs
von Edwin Oliver James - ISBN 9783905581188
Taschenbuch, 348 Seiten
Veröffentlichung Apr 2003 bei Edition Amalia
Amazon-Verkaufsrang #426577
Bewertung 5.0/5.0 bei 1 Meinungen
gebraucht: ab 60.00 Euro
Autor: Edwin Oliver James
ISBN 9783905581188
ISBN 3905581183 (alt)
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Kritik zu Der Kult der Grossen Göttin. Mit einem Vorwort von Kurt Derungs
Kulturgeschichte für Eingeweihte vom 23.08.2003
Bewertung: 5 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 81 von 85 Besuchern hilfreich
Die Forschungen im Bereich des Matriarchats (Der Kult der Großen Göttin) sind in Deutschland nie besonders publik gemacht worden, man könnte auch sagen: es wurde verdeckt, vergraben und vertuscht. Sicherlich aus gutem Grunde, dennoch taucht hin und wieder Literatur auf, die Sprengstoff in sich birgt, auch wenn sie bereits vor langer Zeit geschrieben wurde, so ist es auch bei diesem vorliegende Werk.
Kurt Derungs als Herausgeber des Werkes „Der Kult der Großen Göttin" von E.O. James hat es mit seiner Frau Isabelle und dem Verlag „edition amalia" wieder einmal geschafft, Licht ins Dunkel zu bringen. Die Forschungen zum Gegenstand des Themas „Der Kult der Großen Göttin" in deutscher Sprache sind spärlich und an einer Hand abzuzählen, daß beispielsweise die Bücher von Frau Heide Göttner - Abendroth überhaupt bekannt sind, grenzt an ein Wunder, doch das vorliegende Werk von E.O. James ist ein absoluter Klassiker aus dem englischsprachigen Raum und wurde bereits 1959 aufgelegt. Frau Irene Dalichow und Herrn Kurt Derungs ist es zu verdanken, daß dieses Meisterwerk nun auch in deutscher Sprache erhältlich ist. Ebenfalls möchte ich die hervorragenden Illustrationen und Photos hervorheben, die dieses Buch erst so richtig erlebbar gemacht haben, sie stammen alle ausnahmslos aus dem Archiv des Herausgebers.
E. O. James hat sich in sehr genauer und detailverliebter Arbeit einem Thema hingegeben, welches innerhalb des nun schon sehr lange andauernden weltweiten Patriarchats nicht gerade eine Ruhmesfahne war und ist. Dennoch scheint sich etwas zu ändern im Bewußtsein vieler Menschen und dies ist auch den Büchern der „edition amalia" zu verdanken. Der Autor geht mit sehr viel Sachkenntnis und wissenschaftlichem „Know How" daran, die Ursprünge des Göttinenkults belegbar zu machen. Gerade hier helfen ihm diverse archäologischen Ausgrabungen, die gerade im deutschsprachigen Raum nicht immer bekannt geworden sind. Statuetten, Amulette und Muscheln geben immer wieder ein Bild, daß bereits in der Alt- und Jungsteinzeit ein Göttinnenkult bestanden hat. Sicherlich darf man nicht den Fehler begehen, eine Göttin mit dem Gott der Christen gleich zusetzten, die Auffassung war hier doch eine andere. Hier wurden die Kräfte der Schöpfung von Leben verehrt, die auch in der Natur erlebte Replikation, die Möglichkeit der Lebensspende. Die zur Zeit verfügbaren Nachweise solch` eines Kultes reichen vom Nahen bis zum Mittleren Osten, während der Bronzezeit bis in das Industal und auch Ägypten und Griechenland steuern das Ihre dazu bei. Selbst in Westeuropa sind die Spuren des Kultes deutlich sichtbar und auf Malte ebenso zu finden, wie auf der iberischen Halbinsel.
Besonders deutlich wurde der Kult im Zweistromland und selbst Israel und Palästina können sich nicht ihren Ursprüngen entziehen. Insbesondere die geschickte Aufpropfung typischer Göttinnenattribute wie deren Namen oder deren Insignien auf männliche Götter (oder einen Gott) können dies nicht verschleiern. Deutlich zu erkennen bleibt das Gesicht der Großen Göttin.
Zum Schluß wird auf ein besonders Phänomen eingegangen: „die Mater Ecclesia und die Madonna", auch hier ist es sehr erfrischend die Schlußfolgerungen von E.O. James zu lesen und zu erkennen, wie sich die Große Göttin ihr Antlitz bewahrt hat und transformiert wurde zur Madonna bzw. Mutter Gottes, wobei sie hier arg Federn lassen mußte und sich dem Patriarchat unterzuordnen hatte. In Darstellungen und Beschreibungen scheint immer wieder die Große Göttin durch, Ihre Herrschaft war und ist nicht zu leugnen, man kann sie nur verschweigen.
Eine sehr gute Bibliographie und ein Glossar/Register schließen dieses außergewöhnlich gute Werk ab. Ich kann dieses Buch jedem nur empfehlen, welcher unsere kulturellen Wurzeln erforschen möchte, welcher wirkliches Interesse an ernstgemeinter und wissenschaftlich belegbarer Matriarchatsforschung hat und wer geistig wie auch seelisch so weit offen ist, um dieses Thema kompetent und ohne Hintergedanken zu erfahren.
978-3-905-58118-8, 978-3-9055-8118-8
978-3-90558-118-8, 978-3905581188, 978-3-90-558118-8
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