Der Mensch, die Wissenschaft und die Sehnsucht. Naturwissenschaftliches Denken und spirituelles Erle
von Herbert Pietschmann - ISBN 9783451055560
Taschenbuch, 159 Seiten
Veröffentlichung Jan 2005 bei Herder, Freiburg
Amazon-Verkaufsrang #201859
Bewertung 1.0/5.0 bei 1 Meinungen
gebraucht: ab 1.98 Euro
Autor: Herbert Pietschmann
ISBN 9783451055560
ISBN 3451055562 (alt)
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Kritik zu Der Mensch, die Wissenschaft und die Sehnsucht. Naturwissenschaftliches Denken und spirituelles Erle
Ein Physiktheoretiker auf christlicher Mission. vom 08.12.2005
Bewertung: 1 von 5 Sternen
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Pietschmann missbraucht seinen guten Namen als Physiker um seine kruden Vorstellungen von Welt in einer Vermischung religiöser, esoterischer, quasiphilosophischer Formulierungen, gestützt auf seinem Renommee, darzustellen. Das Einzige, was mich veranlasste das Buch zu Ende zu lesen (mit stetig zunehmendem Widerwillen), war eine gewisse Faszination des abgehoben Blödsinns. Ich schraubte mich mit zunehmender Verwunderung von einer peinigenden Formulierung zur anderen.
Das erste Kapitel beginnt mit einem Evangeliumszitat "Gott ist Geist", und man kann so sinnige Sätze lesen wie "der Ozean ist mehr als die Summe aller Wellen" oder "Denn das Wissen um Ich und Nicht-Ich war das Wort.“ Natürlich sind diese Zitate aus dem Zusammenhang gerissen, sie werden aber in diesem nicht bedeutungsvoller.
Pietschmann missachtet auch eins der wichtigsten Gebote aus dem Dekalog: " du sollst keine fremden Götter neben mir haben ". Der Widerspruch, den er in allen möglichen und unmöglichen Zusammenhängen sieht, erlebt eine unvergleichliche Apotheose. Jedes Sein erhält bei ihm Bedeutung nur in seiner Widersprüchlichkeit, welche fast lächerlich willkürlich konstruiert erscheint. Man darf aber nicht erwarten, dass es eine Differenzierung von Widerspruch gibt, etwa in logischen oder pragmatischen oder dialektischen Widerspruch. Seine Ansichten über Natur und Schöpfung legen den Verdacht nahe, er sympathisiere mit den Vorstellungen der Kreationisten oder wenigstens mit einem „intelligent Design“. In einem Absatz auf S. 91 berichtet Pietschmann von einem älteren Kollegen, der, seiner Ansicht nach, "gerne gläubig gewesen wäre", aber angesichts der Größe des Universums die Bedeutung unserer kleinen Welt in Zweifel gezogen hatte. Pietschmann tröstet den "Armen" mit dem Hinweis auf den "…ungeheuren Wert, den unser Leben haben muss, wenn ganz für uns ein so riesiges Weltall mit so vielfältigen Formen und Gestalten geschaffen worden ist! ???
Jesus ist für ihn weder als historische Person noch als Religionsstifter oder als Glaubensinhalt einer Trinität problematisch.
Im letzten Kapitel, das sinnigerweise mit "Mein Gott! " betitelt ist, weigert er sich allerdings auf Drängen seiner Studenten Auskunft über das Leben nach dem Tode gemäß seiner favorisierten christlichen Lehre zu geben. Es wäre doch nur konsequent zu sagen, dass er ein Leben im Paradies (das sicherlich voller Widersprüche wäre) erwartet. Nein - sein Bogen der Möglichkeiten spannt sich von einem „dem Schöpfer in strahlendem Licht entgegentreten“, ´auf dass er gerichtet werde´ bis zur Möglichkeit einer Reinkarnation. Nur das Nichts schließt er dezidiert aus. Diesen Trost hatte ich am Ende dieses Buches auch bitter nötig.
978-3-451-05556-0, 978-3-4510-5556-0
978-3-45105-556-0, 978-3451055560, 978-3-45-105556-0
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