Der Reiz des Verbrechens und der Halbwelt
von Valentin N. J. Landmann - ISBN 9783280052266
Broschiert, 192 Seiten
Veröffentlichung Nov 2007 bei Orell Füssli
Amazon-Verkaufsrang #273002
Bewertung 4.0/5.0 bei 1 Meinungen
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Autor: Valentin N. J. Landmann
ISBN 9783280052266
ISBN 3280052262 (alt)
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Kritik zu Der Reiz des Verbrechens und der Halbwelt
Auch andere hätten noch etwas zu sagen vom 06.12.2007
Bewertung: 4 von 5 Sternen
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"Was treibt Menschen dazu, Delikte zu begehen, ein Leben in der Halb- oder in der Unterwelt zu suchen?" Diese Frage des Klappentexters stellt sich nicht nur der passionierte Krimifreund. Valentin N. J. Landmann, Strafverteidiger in der Schweiz und Anwalt von Randgruppen verspricht Antworten. Und er gibt sie auch. Allerdings überraschen sie weniger, als ich aufgrund der Inhaltsbeschreibung und der Einleitung erwartete. Aber das liegt vielleicht auch daran, dass ich mich besonders stark für das Zustandekommen menschlicher Verhaltensmuster interessiere. Und mögliche Antworten fand ich vor allem bei Schriftstellern wie Dostojewski, Döblin, Fallada und wie sie alle heißen. Aber auch die Neurowissenschaften warten inzwischen mit interessanten Berichterstattungen auf. Ich erinnere nur an den kürzlich erschienenen Titel "Tatort Gehirn".
Nehmen mir an, das Buch von Landmann falle einem Leser mit weniger Vorwissen in die Hand. Was weiss er nach 190 Seiten mehr? Mit großer Wahrscheinlichkeit wird er die Grenzen zwischen Legalität und Illegalität nicht mehr so eng ziehen wie vor der Lektüre. Sein Verständnis für psychologische Zusammenhänge wird wachsen, wobei er sich mit den Begriffsdefinitionen des Autors nicht unbedingt bei einer Diplomprüfung an der Uni präsentieren sollte. Denn Valentin Landmann geht mit dem gängigen Fachvokabular ziemlich salopp um. Das beginnt ja schon beim Titel, der das Wort "Reiz" ins Zentrum rückt, das im Buch jedoch zum "Anreiz" wird. Der Leser ohne große Vorkenntnisse wird sicher skeptischer, ob Gesetze immer das richtige Mittel sind, um gesellschaftliches Zusammenleben zu steuern. Eine Skepsis, die ich schon lange habe und von der ich mir wünschte, sie würde von mehr Bürgerinnen und Bürgern geteilt. Der schreibende Strafverteidiger aus der Schweiz wird es auch schaffen, dass der Leser sich Gedanken zu seinen eigenen dunklen Seiten und Trieben machen wird. Auch das gehört zu den Pluspunkten dieses Buches.
Valentin N. J. Landmann gelingt es auf unterhaltsame, beinahe spielerische Weise, das Interesse für ein Zwischenreich zu wecken, das niemandem völlig fremd ist. Umso bedauerlich ist es, dass der Autor nur ein einziges Buch in seiner Bibliografie erwähnt, das nicht von ihm selber geschrieben wurde. Und selbst dieser Titel enthält nur einige Aufsätze zum eigentlichen Thema. Dieses Ärgernis wäre ja noch verkraftbar, wenn wir wenigstens im Text Hinweise finden würden, wo wir unsere Neugier befriedigen könnten, wenn uns die Ausführungen von Landmann nicht genügen oder verwirren.
Mein Fazit: Das Buch ist spannend, weil der Autor seine eigenen Erfahrungen einbringt. Es ist leicht verständlich, weil Landmann eine einfache Verhaltens- und Motivationstheorie zurechtschneidert. Und es ist gesellschaftlich relevant, weil das Bild zerstört wird, mehr Gesetze und Verbote würden das Leben schöner, sicherer und harmonischer machen. Störend finde ich, dass sich der Autor aufführt, als sei er der Einzige im Saal, der Fragen beantworten könne.
978-3-280-05226-6, 978-3-2800-5226-6
978-3-28005-226-6, 978-3280052266, 978-3-28-005226-6
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