Der flexible Mensch. Die Kultur des neuen Kapitalismus
von Richard Sennett - ISBN 9783827000316
Gebundene Ausgabe, 223 Seiten
Veröffentlichung Oct 2002 bei Berlin Verlag
Amazon-Verkaufsrang #34030
Bewertung 4.5/5.0 bei 13 Meinungen
gebraucht: ab 3.88 Euro
Autor: Richard Sennett
ISBN 9783827000316
ISBN 3827000319 (alt)
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Kritik zu Der flexible Mensch. Die Kultur des neuen Kapitalismus
Wertvolle Einsichten.. vom 04.06.2008
Bewertung: 4 von 5 Sternen
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Richard Sennet untersucht in diesem Buch den historischen Wandel von Beschäftigungsstrukturen mit besonderem Fokus auf die derzeitigen Tendenzen. Durch seine intensive Auseinandersetzung mit menschlichen Schicksalen der modernen Zeit, sowie der Analyse von Werken der letzten Jahrhunderte, eröffnet er interessante Sichtweisen auf das heutige Arbeits- und Wirtschaftsleben. Er interviewt Manager, Programmierer und Hilfsarbeiter in welchen er überzeugende Beispiele für seine Thesen gefunden hat. Gleichzeitig spannt er den Bogen von den Anfängen der Industrialisierung (Diderot, Smith) über Marx und Ford bis hin zu religiösen Strömungen (Luter), die unsere jetzige Arbeitsethik vorbereitet hätten. Immerzu gleicht er die vorherrschenden Überzeugungen von Befürwortern sowie Gegnern unterschiedlicher Systeme mit den Befindlichkeiten der Menschen ab, welche diese zu (er-)tragen hatten und haben. Unter diesem menschlichen Gesichtspunkt lässt er kein gutes Haar an jeglichem System, hinterlässt allerdings das Gefühl, dass sich nicht alles zum Negativen gewandt habe.
Wären früher starke Abhängigkeit vom Dienstgeber, geringe Aufstiegschancen, widrige Arbeitsverhältnisse und soziale sowie religiöse oder gar selbstauferlegte Legitimationszwänge die Geisel der arbeitenden Menschen gewesen, so fielen die Gemüter heute den ebenso unbefriedigenden Aspekten der modernen Arbeitswelt zum Opfer. Diese seien Unsicherheit durch ständigen Wandel und fehlender Resonanz, Oberflächlichkeit in jeglicher Ausprägung, fehlendes Vertrauen zu anderen Individuen und nicht zuletzt resultierend daraus der Selbstwertverlust des Einzelnen. Unter dem Deckmantel steigender Flexibilität verwandelten sich Unternehmensstrukturen von hierarchischen Systemen zu Netzwerken, Arbeitszeiten zu "Flex"-Zeiten und Stellungen in Betrieben zu temporären Etappen wackeliger Karrieren ohne nennenswerten Bezug zum Konzern. Alter stehe nunmehr für Risikoscheue und Erfahrung bremse Innovationen oder gefährde gar die Autorität Vorgesetzter. Machtpositionen würden von Verantwortung befreit und Verantwortliche seien überhaupt schwer auszumachen. Streben nach Oben sei die Devise ohne festzulegen, wann man angekommen wäre, auf wahrscheinliche Rückschläge würden wir nicht trainiert.
Dieses Werk ist eine sehr ernstzunehmende Analyse der heutigen ökonomisch - sozialen Beziehungen und zeigt, dass die Menschheit auf ihrer Odyssee nach einem System umfassend vertretbarer Arbeitsverhältnisse nur wieder auf einer unfruchtbaren Insel gestrandet ist.
978-3-827-00031-6, 978-3-8270-0031-6
978-3-82700-031-6, 978-3827000316, 978-3-82-700031-6
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