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Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk. Bd. 2

von Jaroslav Hasek - ISBN 9783499104114

Sondereinband, 321 Seiten
Veröffentlichung Dec 1960 bei Rowohlt Tb.
Amazon-Verkaufsrang #97530
Bewertung 4.5/5.0 bei 3 Meinungen
neu: ab 8.00 Euro
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Autor: Jaroslav Hasek
ISBN 9783499104114
ISBN 3499104113 (alt)

Meinung der Redaktion zu Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk. Bd. 2

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Kritik zu Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk. Bd. 2

"Also sie ham uns den Ferdinand erschlagen" vom 05.01.2008
Bewertung: 5 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 20 von 23 Besuchern hilfreich

Jaja, der Schwejk... So oft passiert das ja nicht, dass eine literarische Figur zum Inbegriff eines bestimmten Menschentyps wird, zu Typen wie z.B. Don Quichotte, Odysseus, Faust, Hamlet, die auch außerhalb der Literatur zum Begriff wurden. Und an den Beispielen sieht man's schon, in welch illustre Gesellschaft der brave Josef Schwejk mit vollem Recht eindringt. Dabei ist er eine alles andere als vorbildliche Gestalt, ein Schlemil reinsten Wassers: Gelegenheits-Zuhälter und hauptberuflicher Hundefänger, versiert in der Kunst, Straßenkötern einträgliche, verkaufstaugliche Stammbäume hinzufrisieren.
Schwejk ist aber noch mehr als das, und das erst macht ihn einzigartig: Seine nicht gerade altruistische Klugheit verbirgt sich hinter der Maske des amtlich beglaubigten Trottels, der sich gleich im ersten Kapitel in all seiner nur scheinbar dummen Beredsamkeit präsentiert und der den k.u.k.-Spitzel Bretschneider schwindlig redet, der sich anlässlich der Ermordung des Thronfolgers in den Prager Kaschemmen der Kleinbürger umschaut: Was Schwejk denn vom Franz Ferdinand halte? -- Nun, dessen Tod in Sarajewo erinnere ihn an mehrere Ereignisse um Viehhändler und Waldhüter, nicht schad sei's um die gewesen... und freilich lasse der Ferdinand sich nicht "durch jeden beliebigen Trottel ersetzen"...
Und jetzt schwadroniert Schwejk dem regierungsamtlichen Spitzel beide Ohren ab und andersrum wieder dran. Zwar hilft ihm diese rhetorische Meisterleistung zunächst nichts; er wird des Hochverrats angeklagt und landet nach einigen satirischen Breitseiten auf jedwede Staatsgewalt schließlich im Irrenhaus, das sich wegen Schwejks allzu großer Dummheit für unzuständig erklärt. Aber jetzt geht's erst richtig los: Der "amtlich für einen notorischen Idioten" erklärte lässt sich, "Hurra!" rufend, im Rollstuhl zur Musterung fahren -- ein amtlicher Idiot kann sich das schließlich erlauben...
Und so geht's weiter; Schwejk führt die Dummdreistigkeit nicht nur des k.u.k.-Militärapparats vor, zunächst als Messdiener des selten nüchternen Feldkuraten Katz, dann unter der Kuratel des Oberleutnanten Lukasch, der ihn bezeichnenderweise beim Karteln gewonnen hat... Keiner scheint autoritätsgläubiger als der brave Soldat Schwejk, und eben diese scheinbare Autoritätsgläubigkeit offenbart die Beschränktheit, Dummheit und Menschenverachtung des Militärs und des Kriegs überhaupt vor aller Augen, denn Schwejk verbietet sich als braver Soldat jedes Denken und befolgt jeden Befehl wörtlich, unter unermüdlicher lautstarker Proklamierung patriotischen Unfugs.
Meisterhaft illustriert hat all das der große Josef Lada, dessen Umschlag-Gestaltung bis heute die Vorstellung vom Schwejk prägt.

Antikriegs-Literatur zum Scheckiglachen... Erst Jahrzehnte später schafften Chaplin und Lubitsch im Film vergleichbares, und schon wieder findet man also den Autor Jaroslav Haaek in allerbester Gesellschaft.

Dass "der Schwejk" auch hierzulande (und auch andernorts) ein Begriff ist, liegt an Grete Reiners kongenialer deutscher Übersetzung aus den 1920er Jahren -- möglicherweise ermöglichte sogar erst die Übersetzung in eine weiter verbreitete Sprache den weltweiten Ruhm von Haaeks Meisterwerk. Aber egal -- Übersetzungen bzw. Übersetzer dieses Kalibers fände man gern öfter...

Übrigens: Hierzulande kennt und lobt man ja fast ausschließlich die Verfilmung mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle, auch wenn m.E. Heinz Rühmann den Schwejk allzu liebenswürdig und ein wenig zu harmlos, nicht gemein genug darstellt... Wer eine so richtig gemeine, werktreue (und natürlich auch saukomische) Literaturverfilmung kennenlernen will, dem empfehle ich die ungleich gelungeneren tschechischen Verfilmungen "Der brave Soldat Schwejk in Prag" und "Melde gehorsamst - Der brave Soldat Schwejk" mit Rudolf Hrusínský sen. in der Titelrolle. Und wie man an den deutschen Verleih- bzw. DVD-Titeln erkennt, wurden die Originale synchronisiert. Tschechisch-Kenntnisse sind also nicht vonnöten, sondern nur eine ordentliche Portion Humor.

Weitere ISBN:
978-3-499-10411-4, 978-3-4991-0411-4
978-3-49910-411-4, 978-3499104114, 978-3-49-910411-4
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