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Die Gärten des Mondes. Das Spiel der Götter 01

von Steven Erikson - ISBN 9783442249329

Taschenbuch, 798 Seiten
Veröffentlichung Jul 2000 bei Blanvalet
Amazon-Verkaufsrang #10046
Bewertung 4.5/5.0 bei 46 Meinungen
neu: ab 13.00 Euro
gebraucht: ab 8.00 Euro
Autor: Steven Erikson
ISBN 9783442249329
ISBN 3442249325 (alt)

Meinung der Redaktion zu Die Gärten des Mondes. Das Spiel der Götter 01

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Kritik zu Die Gärten des Mondes. Das Spiel der Götter 01

Grandios, aber die deutsche Übersetzung... vom 26.08.2008
Bewertung: 5 von 5 Sternen
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Vieles wurde schon gesagt, manches nachvollziehbar, anderes überhaupt nicht.

"The Malazan Book of the Fallen" ist großartig, daran gibt es meiner Meinung nach keinen Zweifel. Ich besitze seit Jahren den 1. deutschen Band, bin aber nie recht zum Lesen gekommen. Habe einmal angefangen, nicht recht durchgeblickt, das wars. Vor anderthalb Wochen sah ich die englische Ausgabe im Buchladen und griff kurzentschlossen zu, in der Gewissheit, kein Wort zu verstehen.

Und was passierte, überraschte mich und kann vielleicht auch anderen Lesern helfen: Egal, was alle sagen, die deutsche Übersetzung ist nicht gut, sie ist nur fast wortwörtlich. Und das ERSCHWERT das Verständnis. Ich jedenfalls habe (mit recht gutem Schulenglisch, nicht herausragend) das Original in einer Woche verschlungen (hundert Seiten am Tag sind keinerlei Problem, ohne Job wär sicher mehr drin ^^), etwas langsamer zwar, als ich die deutsche Übersetzung gelesen hätte, aber ich konnte die Fakten, die Namen etc. deutlich intuitiver erfassen und mir merken. Anfangs legte ich mir noch ein englisch- englisches Wörterbuch daneben, das war aber quasi unnötig.

Warum ist das so? Meiner Wahrnehmung nach sind die englischen Namen deutlich griffiger. Beispiel gefällig: Die coolen Bridgeburner um Whiskeyjack werden zu uncoolen sperrigen Brückenverbrennern, geführt von Elster. Elster mag die korrekte Übersetzung sein, schön ist es aber mitnichten. Aus Caladan Brood wird in der Übersetzung allen Ernstes Caladan Bruth. Wozu? oO Hairlock, wie passend und wohlklingend, wird zu Locke. Richtig übersetzt, leider fehlt jede sprachliche Schönheit. Interessant und geradezu witzig in seiner Unsinnigkeit finde ich, dass man aus Surly Hadra gemacht hat. DAS versteh ich nun wirklich nicht.

Andere fiese deutsche Übersetzungen, in steigender Schwere:

Trotts- Trotter, Fiddler- Fiedler, Hedge- Igel, Mallet- Fäustel, Quick Ben- Schneller Ben.

Elster, Igel, Fäustel, Fiedler, Trotter und der schnelle Ben. Klingt das nicht nach einem kampferprobten, müden, abgewrackten Haufen von Elitesoldaten? Nein? Hm...

Und meine einsamen Spitzenreiter des Übersetzungswahns sind Sorry, der man im deutschen den wundervollen Namen Leida (!) verpasste, Giar (Original: Gear) und Crone, ein majestätischer Riesenrabe trägt im deutschen den grandiosen Namen Scharteke.

Aus Tattersail wird Flickenseel. Das ist zwar "falsch" übersetzt, aber mit Sprachgefühl und daher auch der wahrscheinlich einzige gut übersetzte Name. Aus Crimson Guard wird Karmesin- Garde; ebenfalls ein Positivbeispiel.

Mir ist unklar, wieso man wirklich jeden Namen übersetzen musste. Hätte irgendein Leser Probleme mit Crone oder Hedge oder Whiskeyjack gehabt? Für das Verständnis ist es jedenfalls ziemlich egal, das Hedge laut Übersetzer Igel heißt. (übrigens ein Fehler, Hedge ist kein Hedgehog, sondern eine Hecke, aber Hecke ist uns dadurch immerhin erspart geblieben.) Andererseits bleiben andere Begriffe konsequent unübersetzt. Bin ich der einzige, der mit sappeurs genausoviel, nämlich gar nix, anfangen kann wie mit Sappeure?

Die deutsche Übersetzung hat mir durch ihre Wortwörtlichkeit allerdings mehr als einmal den Griff zum Wörterbuch erspart. Und nur dafür taugt sie meines Erachtens. Beim Nachschlagen ist meine auch gleich auseinander gebrochen, nun ja...Dafür dass sie auch noch deutlich teurer ist als das Original (meine Taschenbuchausgabe von Bantam, mit Vorwort des Autors, kostete 3.99 Pfund, im Buchladen musste ich knapp 5 Euro bezahlen, demgegenüber 13 Euro für die Blanvalet- Version) nicht empfehlenswert.

Also Leute, traut euch: Erikson schreibt nicht schwer. Die vielen Dialoge machen The Malazan Book of the Fallen ziemlich leicht zu lesen und das Verstehen ist fast leichter als im Deutschen. Außerdem werden ab Band 2 ja wieder alle englischen Teile zerrissen.

Und wer Erikson einen miesen Schreibstil vorwirft, hat wahrscheinlich die hölzerne deutsche Übersetzung gelesen. Eigentlich hat Eriksons Sprache nämlich durchaus Stil.

Nun kurz zum Roman an sich: Erster Teil einer Serie, ich kenn bisher nur ihn. Glaubwürdige Charaktere, viele Intrigen, kein Gut oder Böse, innovatives, durchaus stimmiges Magiesystem, es existieren Götter, die auch mal in die Handlung eingreifen. Allerdings nicht als Deus Ex Machina, wie ich hier las, sondern von langer Hand vorbereitet und angedeutet. Jeder hat seine eigenen Ziele, man lügt sich auch unter den "Guten" mal an.

Für mich ist das Spiel der Götter nur Fantasy, weil Magie, Götter, andere Völker etc. vorkommen. Eigentlich ist es aber viel mehr ein historischer Thriller in einer Parallelwelt. Man versetze Menschen in eine andere Zeit, in eine andere Welt, eben eine mit Magie und Göttern, und lasse sie agieren. Das, was sich dann entwickelt beschreibt Erikson plastisch und realistisch, als Chronist und doch spannend. Mit Leerstellen, die man auch mal akzeptieren muss. Hier ist das Vorwort der englischen Ausgabe aufschlussreich.

Weitere ISBN:
978-3-442-24932-9, 978-3-4422-4932-9
978-3-44224-932-9, 978-3442249329, 978-3-44-224932-9
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