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Die Ganzjahrestomate und anderes Plastikdeutsch: Ein Lexikon der Sprachverirrungen

von Walter Krämer - ISBN 9783492049726

Gebundene Ausgabe, 254 Seiten
Veröffentlichung Feb 2007 bei Piper
Amazon-Verkaufsrang #212325
Bewertung 2.0/5.0 bei 2 Meinungen
Autor: Walter Krämer
ISBN 9783492049726
ISBN 3492049729 (alt)

Meinung der Redaktion zu Die Ganzjahrestomate und anderes Plastikdeutsch: Ein Lexikon der Sprachverirrungen

Aus der Amazon.de-Redaktion:
Walter Krämer ist eigentlich Professor für Statistik und zudem Autor von Bestsellern wie So lügt man mit Statistik oder dem Lexikon der populären Irrtümer. Darüber hinaus hegt er aber eine besondere Liebe für unsere Sprache und hat den Verein Deutsche Sprache e.V. gegründet, der sich hauptsächlich dem Kampf gegen das Denglische und seine Perversionen verschrieben hat -- nachzulesen beispielsweise in Krämers Modern Talking auf deutsch.

Auch in seinem neuesten Buch geht Krämer zusammen mit Roland Kaehlbrandt auf die Jagd nach Sprachverwirrungen und Sprachverhunzungen. Die Ganzjahrestomate und anderes Plastikdeutsch präsentiert von A wie Aktivpause bis Z wie Zeitfenster fragwürdige Begriffe, die unsere Sprache nicht gerade schöner oder verständlicher machen. Manches aber ist immerhin unfreiwillig komisch, wenn etwa ein Journalist von "Wohlfühl-Feeling", ein Wohnungsmakler von "fußläufigem Nahbereich" oder ein Politiker von einem "zentralen Eckpfeiler" schwafelt. Die gesammelten Sprachverirrungen stammen überwiegend aus der öffentlichen Sphäre, wo Bürokraten, Medienmenschen, Politiker, Werbetexter oder Firmenberater sich beim Hervorbringen neuer Plastikwörter zu überbieten scheinen: Auflaufkinder, Bescheidrückübermittlung, customizen, ergebnisoffen, Ethikmanagement, fengshuisieren, Gefühlskapital, Gemengelange, Gender-Mainstreaming, issues und items, Migrationshintergrund, Paketlösung! , proaktiv, qualitatives Wachstum, Relaunch, Rückbaupolitik, Schocksanierung, seniorenleicht, soziale Entmischung, Standortfaktoren, Umdenkungsprozess, Userschaft.

Geht es also unaufhaltsam bergab mit dem Deutschen? Etwas Kulturpessimismus wabert da schon zwischen den Seiten. Aber an den eingestreuten Zitaten großer Dichter und Denker sieht man dann, dass früher der Untergang auch schon immer kurz bevor stand: "Das Schlimmste an der Sache ist, dass eine junge Generation heranwächst, welche, da sie stets nur das neueste liest, schon kein anderes Deutsch mehr kennt als diesen verrenkten Jargon des impotenten Zeitalters, welches sich ein Gewerbe daraus macht, die deutsche Sprache zu demolieren." (Arthur Schopenhauer) --Christian Stahl

Kritik zu Die Ganzjahrestomate und anderes Plastikdeutsch: Ein Lexikon der Sprachverirrungen

Armes Deutsch? Nein, armer Leser! vom 04.01.2008
Bewertung: 1 von 5 Sternen
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Wenn auf dem Umschlag eines Buches schon das Wort "Bestseller" gestampft ist, ist Misstrauen angesagt. Oder haben die Damen und Herren beim Verlag den Stein der Weisen in der Schublade, so dass Sie bei Drucklegung schon wussten, wie die Verkaufszahlen aussehen?

Und der Inhalt? Mir scheint, als ging es den Autoren nur darum, ein paar Quellen zu durchkämmen und alles, was ihnen nicht in den Kram passte, zwischen zwei Buchdeckel zu pferchen, aufgeplustert durch die üblichen Kommentare, damit es sich überhaupt als Buch verkaufen lässt.

Was, bitte schön, haben Begriffe wie "umsetzen", "Zielgruppe" und "irgendwie" in einem Buch zu suchen, wo es um Missgriffe in der deutschen Sprache gehen soll? Oder was haben Wörter wie "engagiert", "Neuanfang" und "spannend" verbrochen, dass sie hier gebrandmarkt werden?

Vielleicht haben sich die beiden Herren aber auch die Zitate zu sehr zu Herzen genommen, die sie zwischen die Abschnitte, sprich Buchstaben, geklemmt haben. Darin geht es auch oft um Gejammer über den Zustand der Sprache. Offenbar muss es in jeder Epoche jemanden geben, der ein Problem mit sprachlicher Veränderung und Neuschöpfung hat.

Vielleicht hätte jemand die Autoren darauf aufmerksam machen sollen, dass eine Sprache nur dann lebendig bleibt, wenn sie sich an Entwicklungen anpasst und immer offen für Neues ist. Vor allem das Deutsche, das z. B. im Vergleich zum Englischen einen garedezu mickrigen Wortschatz aufweist, braucht diese Flexibilität und Wandlungsfähigkeit. Dass dabei manches danebengeht oder schlecht ankommt, gehört zum Programm, aber dafür kann ja die Sprache nichts.

Ein Tipp noch für die Autoren, falls sie die Finger vom Griffel nicht lassen können: Die deutsche Rechtschreibung ist reformiert worden, und die neue Schreibung ist bereits seit geraumer Zeit verbindlich! Wo antiquiert geschrieben wird, ist antiqierte Denke nicht weit.

Weitere ISBN:
978-3-492-04972-6, 978-3-4920-4972-6
978-3-49204-972-6, 978-3492049726, 978-3-49-204972-6
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