Die Kultur der Freiheit: Der Westen gerät in Gefahr, weil eine falsche Idee der Freiheit die Alltag
von Udo Di Fabio - ISBN 9783406537455
Gebundene Ausgabe, 295 Seiten
Veröffentlichung Aug 2005 bei Beck
Amazon-Verkaufsrang #129625
Bewertung 4.0/5.0 bei 9 Meinungen
neu: ab 15.00 Euro
gebraucht: ab 7.90 Euro
Autor: Udo Di Fabio
ISBN 9783406537455
ISBN 3406537456 (alt)
Die Redaktion hat noch keinen Eintrag verfasst.
Kritik zu Die Kultur der Freiheit: Der Westen gerät in Gefahr, weil eine falsche Idee der Freiheit die Alltag
Inhaltlich stellenweise überzeugend - Stilistisch fast unlesbar vom 26.04.2008
Bewertung: 2 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 1 von 1 Besuchern hilfreich
Udo die Fabio ist im Hauptberuf Verfassungsrichter am BVerfG und daher gewohnt Urteile zu schreiben. Als Universitätsprofessor in Bonn hat er gelernt komplexe rechtliche aber auch philosophisch- soziologische Probleme abzuhandeln. Das ist beides für sich genommen relativ unproblematisch. Kombiniert man jedoch den knappen und feststellenden Urteilsstil mit dem ausschweifenden Universitätsstil, dann ist das Endprodukt nur schwer verdaulich. Schon der erste Blick in das Inhaltsverzeichnis schockiert: 18 Seiten lang mit je zwei Unterverzeichnissen. Völlig verwirrend. Wer sich davon jedoch nicht abschrecken lässt und mit dem Lesen beginnt, dem wird schon nach den ersten Seiten der durch ständige Zwischenüberschriften zergliederte Text sauer aufstoßen. Hier offenbart sich die Unart vieler Juristen, die in ihren Gutachten für jeden Gedankenschritt einen eigenen Unterabschnitt wählen. Aber auch das kann man noch hinnehmen, wenn wenigstens die Sprache und der Stil verständlich wäre. Di Fabio hat es hier hinbekommen, relativ einfache Gedanken so zu abstrahieren und sprachlich zu verschandeln, dass das Lesen zur Qual wird. Die Sätze sind kurz und abgehackt. Ein gedankliches Element folgt im Stakkato auf das nächste teilweise ohne irgendwelchen sprachlichen Übergänge. Dem Leser wird sozusagen anheim gestellt zu erahnen, was der Autor denkt, ohne dass dies in irgendeiner Weise stilistisch kenntlich gemacht wird. Alles in allem würde ich das Buch als (fast) unlesbar einordnen.
Ich habe mich dennoch durchgequält und mich stellenweise beim heftigen Nicken ertappt. Denn di Fabio trifft durchaus auch mal ins Schwarze. Angelehnt an Werke von Luhmann, aber auch Huntington zeigt di Fabio, dass die kulturellen, soziologischen und wirtschaftlichen Kraftquellen des Westens aufgrund seines wertevernichtenden (allzu) freien Individualismus versiegen. Andere Zivilisiationen und Kulturen, die auf ein festes Wertefundament bauen (Islam, Orthodoxie etc.) sind dabei den Westen als Vormacht abzulösen. Di Fabio setzt diesem kulturellen und zivilisatorischen abstieg eine Kultur der Rückbesinnung auf ehemals fundamentale westliche Werte (Familie, Lesitungswille etc.) entgegen. In diesen Pasagen ist das Buch sehr überzeugend.
Fazit: Inhaltlich überzeugend. Sprachlich ein Flopp. Jedenfalls schwere Kost und nicht massentauglich. Es muss jeder selber wissen, ob er sich hier durchquälen will.
978-3-406-53745-5, 978-3-4065-3745-5
978-3-40653-745-5, 978-3406537455, 978-3-40-653745-5
- Charlotte Roche: Feuchtgebiete
- Eckart von Hirschhausen: Die Leber wächst mit ihren Aufgaben.
- Sven Regener: Der kleine Bruder
- Helmut Schmidt: Außer Dienst: Eine Bilanz
- Sabine Ebert: Die Entscheidung der Hebamme
- Madeleine Weiss: Hamburg. 104 schöne Dinge, die man mi
- Thomas P. Häberle: Helfen und Heilen / Raten und Retten /
- Florian Coulmas: Die Kultur Japans: Tradition und Moder

