Die Torheit der Regierenden: Von Troja bis Vietnam
von Barbara Tuchman - ISBN 9783596153947
Sondereinband, 550 Seiten
Veröffentlichung Nov 2001 bei Fischer (Tb.), Frankfurt
Amazon-Verkaufsrang #71339
Bewertung 3.5/5.0 bei 5 Meinungen
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Autor: Barbara Tuchman
ISBN 9783596153947
ISBN 3596153948 (alt)
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Kritik zu Die Torheit der Regierenden: Von Troja bis Vietnam
Nicht gut und erst recht nicht lehrreich. vom 04.09.2006
Bewertung: 2 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 7 von 8 Besuchern hilfreich
Ich muss gestehen, dass ich das Buch von Tuchmann noch nicht vollständig gelesen habe, das gesamte letzte Kapitel fehlt mir noch.
Aber von allen anderen Kapiteln war ich ziemlich enttäuscht.
Tuchmann versucht, eine Geschichte der "Torheit" der politischen Klasse in der Geschichte des Menschen anhand von (nur) vier Schlaglichtern zu erzählen, von Troja über die Renessaince-Päpste und dem England des späten 18. Jh bis hin zum Vietnam-Krieg; allein schon diese Anlage erscheint enttäuschend, denn man kann kein Universalkonzept aus so einem kleinen Zeitraum glaubhaft ableiten.
B. Tuchmann scheint sich auf eine Idee fixiert zu haben, sie entwickelt eine Art "abstraktes Konzept der Torheit" und versucht in der Einleitung dieser Formulierung etwas Leben einzuhauchen - mit eher mäßigem Erfolg. Es ziehen sich Sätze wie "An dieser Stelle wird wieder die Torheit deutlich...." wie ein roter Faden durch das Buch; solange, bis man das Gefühl hat, eine vorgefertigte Schablone wird den historischen Tatsachen aufgestülpt und dann - "Was nicht passt, wird passend gemacht....."
Jedem halbwegs interessierten Laien fallen die augenscheinliche Banalisierung und Ungenauigkeit, mit der Tuchmann schreibt, sofort negativ auf; man muss kein Historiker sein, um an irgendeinem Punkt einerseits von der Einseitigkeit der Schilderung (die immer wieder von verlegeneitsmäßigen, mehr der Pflicht letzter, verbliebener akademischer Ehre entspringenden "Aber"-Sätzen durchbrochen werden) und andererseits vom unübersichtlichen Schreibstil irritiert zu sein.
Bei allen Formulierungen scheint jedoch stets die gebildete Professorin durch die Worte; jedenfalls in dem Punkt, dass man stets das Gefühl hat, Tuchmann stehe längst über allen Verschwörungstheorien - oder betrachte sich zumindest als entrückte "Weltversteherin".
Zwei Sterne erhält das Buch aber trotz all dieser Mängel aus folgenden Gründen:
Erstens kann man dem Gedanken, dass politisch Mächtige aus unerfindlichen Gründen eine Tendenz zur Handlung wider eigenes besseres Wissen und wider eigene Interessen zu haben scheinen, eine gewisse Berechtigung nicht absprechen; er ist zwar weder sonderlich neu oder originell, noch gilt die Banalisierung, die in diesem Buch tatsächlich vorgenommen wird, in diesem großen Ausmaß, aber das ist nicht die Schuld des Gedanken.
Zweitens wusste das zweite Kapitel, das die Renessaince-Päpste behandelt, in einigen Passagen durchaus zu gefallen (auf eine unterhaltsame, weniger auf eine informative Art); der Schwall an Anekdoten und "Histörchen" ist amüsant, wenn auch wenig geeignet, tatsächlich etwas über die Historie der betreffenden Zeit zu erfahren.
Insgesamt ist dieses Buch aus den genannten Gründen nicht empfehlenswert; eventuelle Erwartungen (die durch Titel und Klappentext geweckt werden) dürften sich in den meisten Fällen schnell zerschlagen.
978-3-596-15394-7, 978-3-5961-5394-7
978-3-59615-394-7, 978-3596153947, 978-3-59-615394-7
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