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Die einsamen Schrecken der Liebe

von James Meek - ISBN 9783426197103

Gebundene Ausgabe, 432 Seiten
Veröffentlichung Aug 2005 bei Droemer/Knaur
Amazon-Verkaufsrang #1090
Bewertung 4.0/5.0 bei 9 Meinungen
neu: ab 3.90 Euro
gebraucht: ab 0.74 Euro
Autor: James Meek
ISBN 9783426197103
ISBN 3426197103 (alt)

Meinung der Redaktion zu Die einsamen Schrecken der Liebe

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Kritik zu Die einsamen Schrecken der Liebe

Spannend, irritierend, aber kein zweiter Dostojewskij! vom 18.08.2008
Bewertung: 3 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 1 von 1 Besuchern hilfreich

Die Geschichte entführt in eine exotische Welt: Sibirien zur Zeit des Bürgerkriegs nach dem 1. Weltkrieg und der Ermordung der Zarenfamilie, dem englischsprachigen Autor wohl etwas vertrauter durch seine achtjährige Tätigkeit als Auslandkorrespondent in der ehemaligen Sowjetunion. Der Roman wird von einer Reihe von bunten und seltsamen Figuren bevölkert - einer Gemeinschaft von Kastraten, die sich durch genitale Verstümmelung über ihr Menschsein zu erheben versuchen und auf Sufi-Art durch Drehtänze in mystische Exstase geraten, versprengte tschechische Soldaten, deren Anführer kolonialistische Träume hegt, anarchistische Revolutionäre mit kannibalistischen Neigungen, ein versoffener tungusischer Schamane und natürlich eine schöne, sinnliche Frau.
Der Autor ist Journalist, versteht sein Handwerk und macht aus den erwähnten Zutaten selbstverständlich eine gute und spannende Geschichte. Das Thema Liebe wird aus männlicher Sicht umkreist - die Unergründlichkeit der Frau, der Konflikt zwischen der (schwanzgesteuerten?) Liebe zu einer Frau und der Liebe zu Gott, zu einem Ideal, einer Mission, einer Aufgabe; welche Opfer sind gerechtfertigt? Doch hier beginnen die Vergleiche mit Dostojewskij, die manche Rezensenten anstellen, zu hinken: Was bei dem großen Russen thematisch stringent durchgearbeitet wird, ist bei Meek nur angerissen. Meek erzählt nach Journalistenart spannend Aufsehen erregende Dinge, die er selbst nicht versteht. So bleiben auch - mit Ausnahme des rationalen, analytischen jüdisch-tschechischen Leutnants Mutzs - alle Figuren psycholgisch blass, fremd, unverständlich, uneinfühlbar, ein weiterer gravierender Unterschied zur psychologisch hellsichtigen Erzählkunst Dostojewskijs.
Das Buch ist gut lesbar, spannend, anregend, hinterlässt aber einen irritierten und unbefriedigten Nachgeschmack. Deshalb, und vielleicht auch, weil die Vergleiche mit Dostojewskij zu hohe Erwartungen geweckt haben, nur 3 Sterne.

Weitere ISBN:
978-3-426-19710-3, 978-3-4261-9710-3
978-3-42619-710-3, 978-3426197103, 978-3-42-619710-3
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