Die neuen Herrscher der Welt: Und ihre globalen Widersacher
von Jean Ziegler - ISBN 9783442153091
Taschenbuch, 317 Seiten
Veröffentlichung Feb 2005 bei Goldmann
Amazon-Verkaufsrang #4949
Bewertung 4.0/5.0 bei 4 Meinungen
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Autor: Jean Ziegler
ISBN 9783442153091
ISBN 3442153093 (alt)
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Kritik zu Die neuen Herrscher der Welt: Und ihre globalen Widersacher
Kapitalismuskritik à la Ziegler vom 14.12.2005
Bewertung: 3 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 34 von 53 Besuchern hilfreich
Jean Ziegler, geb. 1934, gelernter Jurist, später Soziologieprofessor, sozialistischer Parlamentarier, heute UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, ist ein umtriebiger Typ, der von einer Vision von einer gerechteren Welt getrieben ist. Dabei darf nicht ausser Acht gelassen werden, dass er auch ein grosser Egomane ist, der gerne im Zentrum steht und sich gerne reden hört. Dazu gehört auch der Zwang, die Sprache mittels kreativer Wortschöpfungen ("Dschungelkapitalismus" etc.) ständig neu zu erfinden. Die persönliche Seite ist wichtig, um Ziegler als Publizisten zu verstehen.
Seit seinem berühmten Buch "Eine Schweiz – über jeden Zweifel erhaben" (1976) schreibt Ziegler eigentlich immer über das gleiche Thema, die Ausbeutung der Dritten durch die Erste Welt und die Rolle von multinationalen Konzernen und Banken. Sein neues Buch "Die neuen Herrscher der Welt und ihre globalen Herrscher" erweckt den Anschein, dass Ziegler eine scharfe Analyse des Phänomens der Globalisierung abliefert. Dies ist leider nicht der Fall. Sein neues Buch gehört nicht zu seinen besten Pamphleten.
Der Ansatz von Zieglers Analyse ist originell. Er analysiert das globale Marktgeschehen mit den Begriffen der marxistischen Dogmatik. Dies ergibt eine dialektische Spannung, welche einiges zum Verständnis der globalisierten Wirtschaft hergibt. Leider ist Zieglers Analyse ziemlich oberflächlich, es fehlt die Tiefe. Ich hatte den Eindruck, dass Ziegler nicht wirklich viel zu sagen hat. Er beschränkt sich auf die Aneinanderreihung von kleineren Anekdoten und Beispielen, listet massenhaft Zahlen auf und zitiert ausgiebig fremde Autoren. Somit fehlt dem Buch etwas der rote Faden. Auch dialektisch ist Ziegler nicht so stark wie früher. Seine Wortschöpfungen ("Beutejäger", "Söldlinge") erscheinen so als reine Kraftausdrücke mit wenig Inhalt. Zudem kommt er auch sprachlich selten über einen mühsamen Dozenten-Stil hinaus.
Schliesslich fehlt dem neuen Buch die Brisanz, da er - offensichtlich durch frühere Prozesse eingeschüchtert - nicht mehr mit dem Zeigefinger auf die konkreten Bösen der Welt zeigt, wie etwa in "Die Schweiz wäscht weisser". Das Feindbild ist somit etwas diffus, so dass nicht wirklich klar ist, wer die Herrscher dieser Welt und deren Widersacher sind. Die Zusammenhänge werden nur wenig erhellt. Am Spannendsten fand ich die Kapitel, in denen Ziegler die Innenwelt von WTO, IWF und Weltbank skizziert.
Zieglers Buch liest sich relativ leicht, ist teilweise süffig geschrieben und gibt ein paar Hinweise, wie man die Globalisierung hinterfragen kann. Letztlich ist die Analyse doch zu oberflächlich, um wirklich Antworten auf die Globalisierung geben zu können.
978-3-442-15309-1, 978-3-4421-5309-1
978-3-44215-309-1, 978-3442153091, 978-3-44-215309-1
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