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Die neuen Kriege

von Herfried Münkler - ISBN 9783499616532

Taschenbuch, 288 Seiten
Veröffentlichung Feb 2004 bei Rowohlt Tb.
Amazon-Verkaufsrang #56550
Bewertung 4.5/5.0 bei 17 Meinungen
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Autor: Herfried Münkler
ISBN 9783499616532
ISBN 349961653X (alt)

Meinung der Redaktion zu Die neuen Kriege

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Kritik zu Die neuen Kriege

Aktuelle Konflikte im historischen Zusammenhang vom 11.07.2008
Bewertung: 5 von 5 Sternen
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Wenn man ein Buch gelesen hat und danach sagen kann, dadurch neue Einsichten und Perspektiven gewonnen zu haben, dann ist das sicher eine großes Lob. Und genau das gilt für "Die neuen Kriege".

Detailliert, analytisch und argumentativ sauber nähert sich Herfried Münkler dem Thema. Zunächst erklärt der Autor, was eigentlich so "neu" ist und wodurch es sich von Bisherigem abgrenzt. Hier stellt er vor allem die Dauer, die Kommerzialisierung und die wachsende Asymmetrie in den Vordergrund. Anschließend zieht Münkler den Vergleich mit dem Dreißigjährigen Krieg - eine durchaus lohnende und erhellende Perspektive. Mit der Geschichte der Kriegsführung in der Neuzeit erklärt der Autor dann die Entstehung des Staates als Monopolisten der Gewalt. Dabei geht er auf taktische und technische Revolutionen, die Entwicklung des Völkerrechts und die Kosten der Kriegsführung ein.

Der Zusammenhang zwischen Ökonomie und Gewalt in den neuen Konflikten beschäftigt Münkler im folgenden Kapitel. Die zentrale Behauptung hier: gerage wirtschaftliche Aspekte dürfen nicht vernachlässigt werden, will man die neuen Kriege verstehen. Interessant ist der Schluss, dass der "alte" Krieg zu teuer wurde und nur noch von Staaten finanziert werden konnte, während die "neuen" Kriege sich wieder finanziell lohnen und dadurch Warlords und Kriegsgesellschaften entstehen können. Kapitel 5 beschäftigt sich mit dem internationalen Terrorismus und dessen Entwicklung vom taktischen Element zur politisch-militärischen Strategie. Der Autor, und das ist ihm hoch anzurechnen, bleibt hier nüchtern und läßt sich nicht anstecken von den Emotionen, die zeitweilig die Diskussion über dieses Thema beherrschen. Weder verfällt er in die militaristische Sprechweise der Neokonservativen noch gleitet er in pazifistische Denkstrukturen ab.

Im letzten Kapitel geht Münkler auf die politischen Strategien ein, die der Westen als Antwort auf die "neuen Kriege" einsetzen kann. Interessant ist, dass sogar ausschließlich aus reinen Kosten-Nutzen-Erwägungen eine militärische Intervention sinnvoll sein kann. Am Ende ist man sogar etwas überrascht, wenn nicht sogar enttäuscht, dass das Buch schon zu Ende ist, hätte man doch noch mehr Extrapolation in die Zukunft erwartet.

Das Buch ist inhaltlich auf hohem Niveau und absolut empfehlenswert. Mit mehr Struktur und klarerer Linie hätte der Autor es dem Leser jedoch einfacher machen können. Nicht immer ist es klar, warum gerade hier auf diesen Punkt eingegangen wird und wozu dies im Folgenden führen wird. Auch liebt Münkler Worte, die sonst noch nie ein Mensch gelesen hat (Asymmetrisierung, Exemplifizieren, ...). Die schwarz-weissen Grafiken sind zudem dilettantisch in das Buch eingebunden und von schlechter Qualität, einige sogar pixelig. In keiner Weise mindert das den Inhalt des Buches. Für mich hat sich die Lektüre auf jeden Fall gelohnt.

Weitere ISBN:
978-3-499-61653-2, 978-3-4996-1653-2
978-3-49961-653-2, 978-3499616532, 978-3-49-961653-2
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