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Eine Frau in Berlin: Tagebuchaufzeichnungen vom 20. April bis 22. Juni 1945

von Anonyma - ISBN 9783442732166

Taschenbuch, 282 Seiten
Veröffentlichung Apr 2005 bei Btb
Amazon-Verkaufsrang #12617
Bewertung 5.0/5.0 bei 31 Meinungen
neu: ab 9.00 Euro
gebraucht: ab 4.95 Euro
Autor: Anonyma
ISBN 9783442732166
ISBN 3442732166 (alt)

Meinung der Redaktion zu Eine Frau in Berlin: Tagebuchaufzeichnungen vom 20. April bis 22. Juni 1945

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Kritik zu Eine Frau in Berlin: Tagebuchaufzeichnungen vom 20. April bis 22. Juni 1945

Kriegsbeute vom 13.08.2008
Bewertung: 5 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 2 von 2 Besuchern hilfreich

Vergewaltigung in Zeiten des Krieges ist weniger eine sexuelle Handlung als eine Geste der Macht, der Unterwerfung. Frauen werden entmenschlicht durch Schändung- teilweise in serienweiser Form ( "... angestanden haben sie")
"Vergewaltigung ist eine sexualisierte Form der Ausübung von Macht und Kontrolle und nicht etwa die Befriedigung eines Sexualtriebes. Sie ist tief in den patriarchalen Kulturen verwurzelt. So findet man die Darstellung von Vergewaltigungen schon in Schöpfungsmythen und Legenden. Vergewaltigung dient dazu, Frauen zu demütigen und einzuschüchtern. Die Täter sind meist nicht abnorm oder psychisch gestört. Ziel ist, dem Opfer die Persönlichkeit zu nehmen, indem es auf sein Geschlecht reduziert wird. Deshalb sind Vergewaltigungen für die Opfer psychisch viel belastender als andere aggressive Handlungen."

So nüchtern über das Thema zu schreiben, fällt mir nicht leicht; es könnte der Vorwurf entstehen, man habe keine Empathie, könne sich nicht in das Leid von Frauen einfühlen- als Mann.
Ich könnte auf eine Stellungnahme verzichten, um diesen Vorwurf zu entgehen. Nehme aber das Risiko auf mich, weil dieser Bericht dieser Frau so bemerkenswert ist. Wie sieht es mit der Moral in solchen Zeiten aus ?

Im Vordergrund steht das Überleben. Wie komme ich heute über die Runden ?
Das gilt für die geschändete Frau ebenso wie für die nicht betroffenen Männer, die der Frau zurufen, nun gehen so schon mit, sie gefährden ja uns alle.
Unter Friedensbedingungen finden wir eine solche Bemerkung abscheulich.
Wenn die Gefährdung des Lebens akut ist, relativiert sich ein solches Urteil. Es ist bemerkenswert, wie analytisch dieser Bericht der Frau ist.
Sie weiss- selbstreflektiert- dass sie Überleben will. Das gesteht sie auch anderen zu. Deswegen beschreibt sie nur, verurteilt nicht.
Gerade dadurch, dass sie beobachtet und aufschreibt ( auf das Papier gespien), ist dieses Dokument so unentbehrlich. Dass sie es so scheinbar distanziert schreiben kann, ist ihre Überlebensgarantie.
Sie will überleben- das trägt sie durch alles Elend. Dadurch verwandeln sich ihre eigenen Wertmaßstäbe auch gänzlich. Dass das Unterzeug bei einer Schändung zerreist, ist jetzt wirklich wichtig. Es waren die letzen heilen Sachen.

Der Mann dazu ? Er liest es, kann die Schilderung nicht wirklich an sich heranlassen. Erst Verurteilung ( ihr seid schamlos wie Hündinnen), dann Verweigerung des Verstehens ( kann mich nicht durchfinden), dann Abhauen.
Ein anderer " musste" anhören, wie seine Frau nebenan geschändet wurde.

Nicht gerade hilfreich, aber wer will Richter sein ?

Dieser Bericht ist durch seine Nüchternheit ein beklemmendes Dokument, wie sehr die Umstände Menschen aller Werte und auch der Würde berauben können.

Anonyma hat den Opfern ein wertvolles Denkmal für die Nachwelt gesetzt.

Weitere ISBN:
978-3-442-73216-6, 978-3-4427-3216-6
978-3-44273-216-6, 978-3442732166, 978-3-44-273216-6
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