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Einführung in die Geologie Deutschlands

von Dierk Henningsen - ISBN 9783827415868

Gebundene Ausgabe, 234 Seiten
Veröffentlichung Jun 2006 bei Spektrum Akademischer Verlag
Amazon-Verkaufsrang #38494
Bewertung 4.0/5.0 bei 3 Meinungen
neu: ab 23.68 Euro
gebraucht: ab 24.50 Euro
Autor: Dierk Henningsen
ISBN 9783827415868
ISBN 3827415861 (alt)

Meinung der Redaktion zu Einführung in die Geologie Deutschlands

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Kritik zu Einführung in die Geologie Deutschlands

nicht nur für Anfänger vom 22.08.2007
Bewertung: 4 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 4 von 12 Besuchern hilfreich

Dierk Henningsen/Gerhard Katzung, Einführung in die Geologie Deutschlands, 6. Auflage, Spektrum Akademischer Verlag1998/Ferdinand Enke Verlag Stuttgart
Das 1976 von D. Henningsen begründete Werk ist in guten Stadtbüchereien verfügbar, wendet sich aber nicht an den völlig Unbewanderten, sondern wohl doch an schon "Eingeklopfte": viele Begriffe wie etwa Pyrrit undsoweiter werden bei Erstvorkommnen nicht erklärt oder erläutert - man muss also anderswo nachschlagen.
Vor allem die Seite 1 hatte es mir angetan: da wird dargelegt, dass deutscher Boden sich von unten nach oben zweiteilt: unten stark Verfaltetes, oben wenig Geschliffenes. Dazu sind die passenden Erzeitalter mitgeteilt. Ich habe diese Seite 1 zunächst nicht verstanden, beim zweiten Anlesen aber stellte ich fest, dass eben gerade die Selbstverständlichkeit, mit der alles dargeboten wird, das Nachdenken anregt: das Grundgebirge total verschroben, das Deckgebirge noch heil ganz oben? Mmh, weiter oben liegt doch alles blank, und weiter unten liegt's geschützt, Gottseidank. Da habe ich aber Wesentliches nicht begriffen: in der Geologie geht es um historische Abläufe. Man darf aber die Zeitlinie eben nicht wie eine Latte anlegen. Es kommt immer darauf an, ob in der jeweiligen Schicht was los war oder - nein, das genügt nicht: es darf auch "danach und dort" nichts passiert sein: nur so bleiben also Sedimente - auch Kohlenflöze - erhalten. Mir ist das Buch also sympathisch, weil ich mir gleich auf der ersten Seite solche Gedanken machen mußte - ob das intendiert war von den Verfassern, lasse ich dahingestellt. Zunächst meinte ich: das Buch sollte ins Englisch übersetzt werden - für Besucher Deutschlands, die über geologisches Vorwissen verfügen. Inzwischen glaube ich, dass es einen gute Einstieg bietet für denjenigen, der sich gezielt über eine besimmte Region Deutschlands informieren will: es werden zum Bespiel zum Schwarzwald eine solche Fülle von Details auf wenigen Seiten geboten, dass man sich z.B. in einer Freihandbibliothek zwei, drei Seiten kopieren kann und damit losrecherchieren, weiter nachschlagen kann. Ansonsten las ich im Buch wie in einer Zeitung: irgendwas bleibt immer hängen und man lernt den Slang und die Denkart kennen. Grund für die Lektüre war bei mir: ich wollte wissen, wie die Gegenden beschaffen sind, in denen Deutsche und Schweizer ihren Atommüll lagern wollen. Dabei förderte ich Überraschendes zu Tage: Salzstöcke - ich denke an Gorleben - sind oft oder sogar meist Auftreibungen, die durch durchlässige Schichten von unten nach oben drangen - was für mich als Laien eher von lokalre Unruhe zeugt, also für eine Geignetheit von Lagerstätte. Die Schweiz will ihren Atommüll bei Benken südlich des Schwarzwalds, in der Nähe des Rheins lagern. Zwar ist der Schwarzwald eines der ältesten Gebirge Deutschlands und Europas überhaupt (Frage warum: schon früh aerausragend, deshalb weder von Gletschern geschliffen noch vom Meer überflutet und zu-sedimentiert?), dafür ist der Oberrheingraben ein noch aktiver und eine der aktivsten Gegenden Europas überhaupt. Zwar liegt Benken am sogenannten Hochrhein, doch nicht weit weg im Westen liegt Basel, in dem 1356 das bislang schwerste aufgezeichnete Erdbeben Europas stattfand, das die Stadt wohl komplett zu Schutt verwandelte. Unfern liegen zudem Kaiserstuhl und die Hegauvulkane, die im Tertiär aktiv waren, vor also mindestens 1,5 Millionen Jahren. Ironischerweise ist laut Buch der Oberrhein auch die für Erdwärme bestgeeignete Zone - während der Hochrhein laut Gutachten dasselbe für das Lagern von Atommüll sei. Im Buch erwähnt wird auch, dass Albstadt auf der schwäbischen Alb zu den erdbebenaktivsten Zonen zählt. Diese Stadt - letztes Beben in den 70ern - liegt ziemlich genau zwischen Benken im Süden und Stuttgart im Norden, wobei in genau dieser Richtung auch eine Bruchspalte verläuft.Wie die beigefügte Deutschlandkarte in der Umschlaginnenseite dem Farbscharfsehenden zeigt, ist das mittlere Deutschland voller "känozoischer Vulkanite" - also Ergussmassen der Neuzeit. Für atomar Interessierte also ganz wichtig: wie sehen denn die Halbwertszeiten von Atommüll aus? Rein klanglich hat ja das gefährliche Plutonium mit einem der längstlebigen Gesteinssorten, den Plutoniten, einige Anschläge gemeinsam.

Weitere ISBN:
978-3-827-41586-8, 978-3-8274-1586-8
978-3-82741-586-8, 978-3827415868, 978-3-82-741586-8
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