Elegie für Iris. Das Buch zum Film.
von John Bayley - ISBN 9783423085601
Taschenbuch, 259 Seiten
Veröffentlichung May 2002 bei Dtv
Amazon-Verkaufsrang #44886
Bewertung 4.0/5.0 bei 3 Meinungen
gebraucht: ab 14.90 Euro
Autor: John Bayley
ISBN 9783423085601
ISBN 3423085606 (alt)
Aus der Amazon.de-Redaktion:
Sie hat keine Erinnerung mehr daran, wer sie ist oder war. Kann keine zusammenhängenden Sätze mehr bilden. Sie weiß nicht mehr, dass sie 26 berühmte Romane verfasst hat. Weder die zahllosen Ehrendoktorwürden, noch der Titel Dame of the British Empire, den sie ihr verliehen haben, bedeuten ihr irgendetwas. In vielerlei Hinsicht aber, spürt John Bayley, ist seine Iris die Alte geblieben. Alzheimerkranke sind oft alles andere als sanftmütig. Wenn Iris jedoch mühevoll und unter seiner Mithilfe eines ihrer Bücher für einen Verehrer signiert, ist hinter dieser sinnlos gewordenen Geste noch immer die liebevolle Gefährtin zu erkennen, die ein Leben lang anderen gefällig war.
Der Film Iris basiert auf den Erinnerungen des Literaturwissenschaftlers John Bayley an seine 43-jährige Ehe mit der Schriftstellerin und Philosophiedozentin Iris Murdoch, die an Alzheimer erkrankte und im Jahr 1999 verstarb. Den bei diesem Thema naheliegenden Schmerzens- und Betroffenheitston umschifft Bayley mit feinsten lakonischen Ruderbewegungen. So entsteht das sensible Porträt einer unorthodoxen Romanze zweier herzensgebildeter Bücherwürmer -- eine schüchtern-störrische Beziehung, in der jeder für sich blieb und den anderen doch stets liebevoll im Auge behielt. Bayleys Erzähltechnik lässt das tragische Finale umso wuchtiger zuschlagen.
Die grausame Reise ins Vergessen beginnt 1994 im Rahmen einer Podiumsdiskussion, in der die stets redegewandte Iris plötzlich unfähig scheint, Worte zu finden. Fünf Jahre sollten ihr da noch bleiben. Bayley beschreibt den Krankheitsverlauf als heimtückischen, zunächst kaum wahrnehmbaren Nebel, der schnell dichter und dichter wird, bis schließlich außerhalb dieses Nebels keine Welt mehr existiert. Das fürchterliche Schlusskapitel macht klar: Es kann nur die Kraft einer langen und innigen Liebe gewesen sein, die ihn befähigte, Iris klaglos und unter Aufbringung unsäglicher Opfer auf ihrem Weg in die Nacht zu begleiten. Ein erschütterndes Dokument! --Ravi Unger
Kritik zu Elegie für Iris. Das Buch zum Film.
Eine ungewöhnliche Ehe vom 24.02.2007
Bewertung: 4 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 2 von 2 Besuchern hilfreich
Titel: Elegie für Iris
Autor: John Baley
Verlag: Beck Verlag
ISBN-13: 340646064X
In einem anrührenden Rückblick über ihr gemeinsames Leben beschreibt der Literaturwissenschaftler und Romanschriftsteller John Baley die Geschichte seines Lebens und seiner Ehe mit der in England zu ihrer Zeit sehr bekannten und angesehenen Philosophiedozentin und Romanschriftstellerin Iris Murdock.
Als sich die beiden kennen lernten , ist er erst 28 , sie dagegen schon 34 Jahre alt. Sie scheint lebenserfahren und reif , mit einiger Menschenkenntnis ausgestattet und nicht ohne die Erfahrungen diverser Liebesbeziehungen.
Er hingegen bezeichnet sich zu jener Zeit als jung und naiv.
Diese gewisse Jugendlichkeit ihr gegenüber und auch, in meinen Augen, naive Bewunderung für sie durchzieht das ganze Buch.
Bemerkenswert ist die innige Lebensgemeinschaft, in die diese beiden Menschen hineinfinden bei offensichtlich gleichzeitig bewahrter Autonomie.
Iris Murdock erkrankt etwa im Alter von 75 Jahren an der Alzheimerschen Krankheit. In einer bewegenden Ehrung für seine Frau berichtet John Baley in diesem Buch über sein Zusammenleben mit ihr, den langsamen Verlust ihres Gedächtnisses, ihrer Handlungsfähigkeit und dem Versinken in das Dunkel der Krankheit.
Sie sind ein humorvolles und liebevolles Paar miteinander, voll spielerischer Vergnügungen, ernsthaft in ihrem Austausch über ihre Arbeit, gesellig, gleichzeitig die Eigenständigkeit des anderen achtend.
Auf der Ebene des Humors, gleicher Lebensgewohnheiten und gewisser häuslicher und intimer Rituale gelingt es John Baley, sich die liebevolle Zuneigung zu seiner Frau trotz ihrer lebenseinschränkenden Erkrankung zu bewahren. Sie bleibt eine fröhliche Frau , auf deren Temperament er sich einlässt, so dass sie weiterhin in einer zärtlichen und bis zu ihrem Tode liebevollen Beziehung zueinander zu verbleiben vermögen.
Zuweilen ist seine fast durchgängige Bewunderung, liebevolle Fürsorge und Rücksichtnahme für sie fast unglaublich. Aber sicher legt das Buch Zeugnis ab von einer ungewöhnlichen Liebe und hingebungsvollen Beziehung zwischen zwei Menschen, wie sie selten zu finden sein wird. John Baley schreibt in einen schönen Stil, lebendig und fesselnd.
Es ist keine Trauerbuch, kein Sterbensbuch, sondern schlicht und einfach eine Liebesgeschichte von ungewöhnlichem Format.
978-3-423-08560-1, 978-3-4230-8560-1
978-3-42308-560-1, 978-3423085601, 978-3-42-308560-1
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