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"Es ist ein Wunder, dass es funktioniert hat". 16 jahre Regierungsrat: Gespräche mit Hanspeter Uste

von Barbara Lukesch - ISBN 9783952286883

Broschiert, 242 Seiten
Veröffentlichung Feb 2007 bei Xanthippe
Amazon-Verkaufsrang #226190
Bewertung 4.0/5.0 bei 1 Meinungen
neu: ab 19.00 Euro
gebraucht: ab 15.89 Euro
Autor: Barbara Lukesch
ISBN 9783952286883
ISBN 3952286885 (alt)

Meinung der Redaktion zu "Es ist ein Wunder, dass es funktioniert hat". 16 jahre Regierungsrat: Gespräche mit Hanspeter Uste

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Kritik zu "Es ist ein Wunder, dass es funktioniert hat". 16 jahre Regierungsrat: Gespräche mit Hanspeter Uste

Weniger verirrt als Joschka Fischer vom 11.10.2006
Bewertung: 4 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 5 von 5 Besuchern hilfreich

Den Schweizer Regierungsrat Hanspeter Uster mit Joschka Fischer zu vergleichen, hat was von der Gegenüberstellung einer Ameise mit einem Elefanten. Denn ein deutscher Aussenminister hat ungleich mehr Macht als ein Zuger Regierungsrat. Und doch mussten letztlich beide mit dem Problem zurechtkommen, wie sie als überzeugte Linke mit dem Phänomen Macht zurechtkommen. Und so weit ich das beurteilen kann, ist dieses Kunststück Hanspeter Uster besser geglückt. Allerdings, und das ist eine der Schwächen dieses Buches, geben die Interviews zuwenig Aufschluss darüber, wie Uster es schaffte, seinen innersten Überzeugungen treu zu bleiben und die Anpassungsleistungen auf ein Minimum zu beschränken. Die andere Schwäche ist die Monotonie der Gespräche. Roger Willemsen meinte auf die Frage, was ein gutes Interview ausmache: Ich glaube, dass ein gelungenes Interview viele Richtungs- und Temperaturwechsel hat mit einer Mischung aus Brüskierung, Flirt und Albernheit. Aber dazu muss man sich in der Biografie des Gegenübers gut auskennen, und vor allem sollte man über Empathie verfügen.

Weiter links als in der Revolutionären Marxistischen Liga konnte man in der Schweiz nicht sein, als Hanspeter Uster vor 16 Jahren Regierungsrat des Kantons Zug wurde. Seine Persönlichkeit und glückliche Umstände führten damals zu diesem Überraschungscoup, der die bürgerliche Rechte so auf dem falschen Bein erwischte, dass sie danach das Wahlgesetz ändern wollte, was jedoch von den Stimmbürgern nicht gutgeheissen wurde. In diesem Buch finden die Leser viel Persönliches und Lokalpolitisches. Sie erfahren, weshalb Hanspeter Uster so sesshaft und schon fast langweilig beharrend ist, was ihm glückte und missriet, wie Medien die Politik beeinflussen, welche Vorbilder prägend wirken und wann ein Regierungsmitglied seine politische Basis vor den Kopf stossen muss. Zur Sprache kommt selbstverständlich auch das schreckliche Attentat, bei dem am 27. September 2001 elf Kantonsräte und drei Regierungsräte einem Amokläufer zum Opfer fielen. Und ganz zum Schluss kommt auch der Redner Uster noch zu Wort, indem drei seiner Manuskripte seiner zahlreichen öffentlichen Auftritte abgedruckt sind.

Mein Fazit: Das Buch lebt vor allem von der schillernden Persönlichkeit eines Politikers, der sicher zu den Ausnahmeerscheinungen gehört. Die in Dresden geborene Journalistin Barbara Lukesch führte einfühlende Gespräche, hat jedoch nicht die ganz grosse Interview-Symphonie verfasst. Dennoch ist das Buch ein Stück lokaler Zeitgeschichte und ein überaus interessanter Einblick in das Leben eines aussergewöhnlichen Politikers.

Weitere ISBN:
978-3-952-28688-3, 978-3-9522-8688-3
978-3-95228-688-3, 978-3952286883, 978-3-95-228688-3
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