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Exzentriker auf Reise um die Welt: Sieben Porträts

von John Keay - ISBN 9783893201099

Broschiert, 222 Seiten
Veröffentlichung Mar 2007 bei Bittermann
Amazon-Verkaufsrang #25720
Bewertung 3.0/5.0 bei 1 Meinungen
neu: ab 14.00 Euro
gebraucht: ab 2.50 Euro
Autor: John Keay
ISBN 9783893201099
ISBN 3893201092 (alt)

Meinung der Redaktion zu Exzentriker auf Reise um die Welt: Sieben Porträts

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Kritik zu Exzentriker auf Reise um die Welt: Sieben Porträts

Eine gute Idee in mangelhafter Umsetzung vom 13.10.2007
Bewertung: 3 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 2 von 3 Besuchern hilfreich

Im Kapitel über den Reisenden Joseph Wolff heisst es in diesem Buch:

"Während der 1820er kam er bis nach Bagdad und Teheran und zog dann in den Norden Richtung Kaukasus und Krim bis nach Konstantinopel. Das war noch nichts verglichen mit dem was folgte. 1830 war er wieder am Mittelmeer und erwog einen Abstecher in die Sahara nach Timbuktu. Dann besann er sich plötzlich anders und brach gen Osten auf. Er durchquerte Persien und erreichte die verbotene Stadt Buchara in Zentralasien, wanderte durch Afghanistan, zog über den Himalaja, reiste nach Indien bis nach Conchinchina und von dort zurück nach Bombay. Anschliessend ging es nach Amerika und auf kurze Reisen nach Irland, Abessinien und den Jemen."

Dieser Abschnitt ist repräsentativ für das grundlegende Problem dieses Buches - es liefert zu viele Informationen auf einmal, und vernachlässigt sein eigentliches Verkaufsargument (die exzentrischen Reisenden) zugunsten uninteressanter Erörterungen von Politik und Kultur der von ihnen bereisten Länder. Während das Buch hastig eine Station nach der anderen abspult, muss sich der Leser stark konzentrieren, um nicht auf der Strecke zu bleiben; zumal die Routen der Weltenbummler nicht selten zu Ländern und Städten führten, die es heute nicht mehr gibt. Eine Karte mit der Reiseroute am Anfang des Kapitels währe sehr hilfreich gewesen. Unerklärlicherweise hat sich der Autor für seine Portraits auch nur Fälle aus England ausgesucht, deren Reisen im 17., 18. und 19. Jahrhundert stattfanden; aus einer Zeit also, da Quellen nicht sehr zahlreich oder verlässlich sind.
Im Laufe des Buches verstärkt sich auch der Eindruck, der Autor habe es sich in den Kopf gesetzt, ein Buch über exzentrische Weltreisende zu schreiben, und dann das Leben reiselustiger Menschen nach Eigenheiten oder sozialen Regelverstößen abgesucht, denn jedes kleine Anecken, jede harmlose Auseinandersetzung zieht der Autor als Beleg für die Verschrobenheit seiner Lieblinge heran. "Exzentriker" ist eben ein sehr dehnbarer Begriff, aber ich hatte mir ein wenig mehr erhofft, als einen giftigen Kollumnenschreiber, der sich mit der akademischen Elite Englands verkrachte, einen christlichen Fanatiker, oder einen Hobby-Tierpräpator. Einzig das Kapitel über James Holman, ein Blinder, der es sich in den Kopf gesetzt hatte, einmal quer durch Russland zu reisen, und der in seinem Reisetagebuch wortreich über Gerüche und Geräusche seines Reiseziels Aufschluss gibt, wird dem Anspruch des Buches gerecht. Das Buch erschlägt den Leser mit Zahlen, Daten, Routen oder Namen; schafft es aber niemals, die vielseitigen Persönlichkeiten der exzentrischen Reisenden zum Leben zu erwecken.
Zusätzlich trübt die holprige Übersetzung das Lesevergnügen; viele Fremdwörter aus dem Englischen wurden einfach eingedeutscht, ("Egotismus" oder "Taxidermie"); Rechtschreibfehler sind keine Seltenheit.
Ich hatte hohe Erwartungen an das Buch, aber nachdem ich es zugeklappt hatte, musste ich feststellen, dass kaum etwas hängengeblieben war. Aber die Idee ist gut, und man darf hoffen, dass ein talentierterer Schreiber mit passendem historischem Material sie noch einmal aufgreifen wird.

Weitere ISBN:
978-3-893-20109-9, 978-3-8932-0109-9
978-3-89320-109-9, 978-3893201099, 978-3-89-320109-9
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