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Finde deine Lebensspur: Die Wunden der Kindheit heilen - Spirituelle Impulse

von Anselm Grün - ISBN 9783451054068

Taschenbuch, 188 Seiten
Veröffentlichung Jan 2004 bei Herder, Freiburg
Amazon-Verkaufsrang #2689
Bewertung 4.5/5.0 bei 7 Meinungen
Autor: Anselm Grün
ISBN 9783451054068
ISBN 345105406X (alt)

Meinung der Redaktion zu Finde deine Lebensspur: Die Wunden der Kindheit heilen - Spirituelle Impulse

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Kritik zu Finde deine Lebensspur: Die Wunden der Kindheit heilen - Spirituelle Impulse

An diesem Buch sollte man besser vorbeigehen... vom 21.03.2005
Bewertung: 1 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 120 von 154 Besuchern hilfreich

An diesem Buch sollte besser vorbeigehen, wer Interesse an der eigenen Gesundung hat.

Zwar soll den Autoren nicht die liebevolle Absicht abgesprochen werden, die Auswirkungen von Kindheitstraumen im Erwachsenenalter zu erkennen und ernst zu nehmen. Mit dem Verweis auf den „eigenen Willen" lassen sich diese jedoch nicht einfach weg wischen.

Die Erlebnisweise des Kindes ist geprägt durch die Erwartung liebevoller Zuwendung seitens seiner Eltern. Wird ihm diese verweigert, wird es den Grund für die Versagung immer bei sich, nicht jedoch bei den Eltern suchen. Es ist ihm schlicht un-denk-bar, dass die Versagung der liebevoller Zuwendung der von ihm geliebten Eltern „grundlos" sein könne. Diesen „Grund" wird es daher stets bei sich selbst suchen. Um die Liebe der Eltern dennoch zu erlangen, wird es versuchen, sich zu „bessern", zu „funktionieren", sich um jeden Preis anzupassen. Dieser Preis besteht in der Verleugnung der eigenen Gefühle, in Scham und „Schuld", die es fortan bei sich sucht, und in der Verdrängung der realen Begebenheiten. Gerne wird es später als erwachsener, „rationaler" Mensch nach einem Rezept wie dem hier vorgestellten greifen, welches sein Leiden zu lindert verspricht.

Für eine echte Verarbeitung der „Vater-" bzw. „Mutterwunde" reicht es hingegen nicht aus, ihm eine rein rationale Erklärung zu liefern und ihm mit den Worten zu begegnen: „Heilung heisst, dass ich die Eltern in ihrer Eigenart würdige, dass ich die Verletzungen, die sie mir angetan haben, bei ihnen lasse und für das danke, was sie mir gegeben haben" (S.48/49).

Diese Aussage ist dem Grunde nach nicht falsch, doch wird das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Hier fehlt der „wissende Zeuge" wie ihn Alice Miller in ihren Werken beschreibt, der unumwunden zugunsten des traumatisierten Kindes Partei ergreift, indem er Schmerz, Wut, Verzweiflung und Ohnmacht des Kindes ernst nimmt, diese bezeugt. Wie sonst soll es lernen, diese selbst ernst zu nehmen.

Auch die Aussage der Autoren, es gäbe keine Eltern, die ihrem Kind überhaupt nichts gegeben hätten, befremdet. Hier wird verdeckt an das tief verwurzelte Bestreben des traumatisierten Kindes appelliert, nach Gründen zu suchen, die Ursachen der erlittenen Verletzung sich selbst zuzuschreiben, nicht jedoch den Verursachern.

Der Versuch, auf die hier beschriebene Weise seine Lebensspur finden zu wollen, wird - aufgrund des tief verwurzelten aber verdrängten kindlichen, alles verzeihenden Wunsches nach Liebe - in den Teufelskreis des Rationalisierens und „Funktionierens" zurück führen. Der traumatisierte Erwachsene wird die Schuld wie gewohnt bei sich selbst suchen, weil er nicht wie erwartet „funktioniert". Sollte der Trost und der Beistand auf der geistigen und nicht auf der realen Ebene verbleiben, dann wird die Lebensspur wieder und wieder in die Leere laufen.

„Wenn ich die Erlebbarkeit und Artikulierbarkeit der frühen Traumen als therapeutisches Ziel ansehe, muss ich dem Patienten helfen, [...] seine verlorene Fähigkeit zu fühlen wiederzugewinnen, denn nur auf dem Wege der Gefühle kann er seine Wahrheit finden." - Alice Miller in „Du sollst nicht merken"

Weitere ISBN:
978-3-451-05406-8, 978-3-4510-5406-8
978-3-45105-406-8, 978-3451054068, 978-3-45-105406-8
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