Gebrauchsanweisung für Leipzig
von Bernd-Lutz Lange - ISBN 9783492275606
Gebundene Ausgabe, 185 Seiten
Veröffentlichung Apr 2008 bei Piper
Amazon-Verkaufsrang #83068
Bewertung 3.5/5.0 bei 4 Meinungen
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Autor: Bernd-Lutz Lange
ISBN 9783492275606
ISBN 3492275605 (alt)
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Kritik zu Gebrauchsanweisung für Leipzig
Lesenswert für Neu-Leipziger vom 12.07.2008
Bewertung: 3 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 1 von 1 Besuchern hilfreich
Ich habe die Gebrauchsanweisung über weite Strecken mit großem Interesse und Genuß gelesen. Das Buch ist allerdings weniger ein Reiseführer - es fehlen Bebilderung und ein Index -, als ein Buch für Leute, die Leipzig bereits ein wenig kennen, noch besser, gleich hier wohnen und sich für die Geschichte und Entwicklung der Stadt interessieren. Bei der Lektüre ist mir einmal mehr deutlich geworden, dass Leipzigs Vergangenheit größer ist als seine Gegenwart - nicht dass diese zu verachten wäre !- und die Stadt sehr unter zweitem Weltkrieg und jahrzehntelanger sozialistischer Diktatur und Mißwirtschaft gelitten hat. So kann z. B. Leipzig leider an den Ruhm, die bedeutendste Buchstadt Deutschlands gewesen zu sein, heute nur teilweise wieder anknüpfen. Der Autor begleitet die sozialistische Phase der Stadt sehr kritisch, was ihn allerdings nicht daran hindert, auch die Nachwende- und "kapitalistische" Zeit mit harten Worten zu bedenken. Während ich ersterem uneingeschränkt zustimmen möchte, kann ich ihm in letzterem in der Regel nicht folgen. Um nochmals die Buchstadt als Beispiel zu nennen: man kann es kaum einem Verlag verdenken, dass er nach Jahrzehnten der DDR-Misere inzwischen etablierte neue Standorte nicht zugunsten Leipzigs (teilweise)aufgeben möchte. Die Kritik "Rendite statt Traditionen" ist da ganz fehl am Platz. Eine "Kehrseite" der überaus segensreichen Demokratisierung, Liberalisierung und Öffnung zum Westen gibt es, anders als der Autor behauptet, nicht; vielmehr ist das, was es jetzt an Negativem zu vermelden gibt, nicht wegen, sondern trotz der Wende zu beklagen. Beispiel Arbeitslosigkeit: im Sozialismus gab es zwar unproduktive Schein-Vollbeschäftigung. Diese ließ sich aber nur mangels Konkurrenz halten. Hätte man damals eine mit dem Westen konkurrenzfähige Wirtschaft aufgebaut, wären nach der Wende nicht so viele Betriebe zugrunde gegangen. Aber man hat eben in der DDR fast nur Mist produziert, den nach der Wende verständlicherweise niemand mehr haben wollte. Oder hätten die Leipziger etwa weiter Trabi fahren sollen, nur um keine Arbeitslosen zu produzieren? Größere Ehrlichkeit und Dankbarkeit wären da eher angebracht gewesen als Langes kritische "Ausgewogenheit", mit der er zwar dem Gefühl manchen Leipzigers entgegenkommen mag, aber nicht objektiv urteilt. Dennoch ist Langes Führer lesenwert, besonders für Neu-Leipziger.
Weitere ISBN:978-3-492-27560-6, 978-3-4922-7560-6
978-3-49227-560-6, 978-3492275606, 978-3-49-227560-6
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