Gene, Meme und Gehirne: Geist und Gesellschaft als Natur. Eine Debatte
von Suhrkamp - ISBN 9783518292433
Taschenbuch, 328 Seiten
Veröffentlichung Sep 2003 bei Suhrkamp
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Autor: Suhrkamp
ISBN 9783518292433
ISBN 3518292439 (alt)
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Kritik zu Gene, Meme und Gehirne: Geist und Gesellschaft als Natur. Eine Debatte
Menschwerdung infolge von Nachahmung vom 04.01.2005
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Meisen können exzellente Techniker werden! Wieso? In den 20er Jahren begannen Meisen in Südengland plötzlich damit, Milchflaschendeckel aufzupicken. In kürzester Zeit verbreitete sich dieses Können über die gesamte Insel und erreichte auch Schottland und Wales. Experten glaubten: eine clevere Meise hätte ein Verhalten entwickelt, das sich immer mehr Artgenossen durch Imitation angeeignet hätten. Inzwischen weiß man, dass diese Schlussfolgerung nicht zutrifft. Die Fertigkeit, Flaschendeckel aufzupicken, erwarben die Meisen durch individuelles Lernen nach dem Motto „Versuch und Irrtum". Nachahmen scheint also nicht eine Stärke dieser Tierart gewesen zu sein. Wahrscheinlich fiel es ihnen schwer, sich vorzustellen, was im Inneren eines Artgenossen vor sich geht und welches Bild sie in seinen Augen abgeben. Menschen sind im Gegensatz zu dieser Tierart von frühester Kindheit an Virtuosen in der Kunst des Lernens am Vorbild. Bleibt den Herausgebern und deren Autoren doch die Frage leuchtend vor Augen: „Was imitieren denn Menschen eigentlich beim Lernen am Vorbild?" Meme, nichts als Meme - vermutet Susan Blackmore. Zur Meme zählt sie alles, was sich kopieren lässt: Melodien und Lebensstile. Selbst das Entstehen von Religion oder Kunst führt dieselbe Autorin auf diese ideellen Einheiten zurück, denen sie obendrein noch die Initialzündung für das Denk- und Sprechvermögen zuschreibt. Allerdings ist unter Experten die Mem-Theorie umstritten. Geistes- und Sozialwissenschaftler lehnen sie ab. Letztere freilich werden derzeit von vielen Kollegen aufgeklärt: das Deutungs- und Erklärungsmonopol, das sie lange Zeit beanspruchten, wird ihnen zur Zeit u.a. von Lehrern, Forschern, Soziobiologen und Verhaltensgenetikern streitig gemacht. Leider vermieden es die Experten, sich aufeinander zubewegen und sich aufeinander einzulassen und miteinander zu dialogisieren. Die Autoren und Herausgeber stiften in diesem Buch dazu an, Notwendiges aufzuholen. S. Blackmore wirbt für ihre Mem-Theorie, während R.G. Milligan vieles an dieser Theorie auszusetzen hat. Volker Sommer fragt, ob es tatsächlich fundamentale Intelligenzunterschiede zwischen Menschenaffen und Menschen gäbe. David Buss ringt darum, um die waghalsigen Hypothesen der Evolutionspsychologie genfest machen zu dürfen. Gerhard Strube erläutert die Grundannahmen der Kognitionswissenschaft und rekonstruiert, wie raumbezogene Informationen verarbeitet werden. Dietrich Dörner wiederum prophezeit, dass man in absehbarer Zukunft Roboter bauen würde, die mit Gefühlen, einem autonomen Willen und Fähigkeit zur Selbstreflektion ausgerüstet würden. W. Singer begründet, wieso er nicht an die Freiheit des Willens glaube. Daniel Dennen provoziert mit seiner These: das Bewusstsein ließe sich wie jedes andere Naturphänomen erforschen. Also eine Aufsatzsammlung, die es in sich hat, die Experten zu Wort kommen lässt, die sich im Naturalismus und dem Objektivismus der Naturwissenschaften verschrieben haben.
Auszugs aus dem Inhaltsverzeichnis:
- Einige Spielarten des Naturalismus
- Evolution und Meme: Das menschliche Gehirn als selektiver Imitationsapparat
- Vom angeblichen Siegeszug der Gene und Meme
- Evolutionspsychologie - ein neues Paradigma für die psychologische Wissenschaft
- Kognition als Berechnung: Menschliche und maschinelle Intelligenz im Blick der Kognitionswissenschaft
- Über Bewusstsein und unsere Grenzen
Für die erew BIBLIO-KOM Dr. Karl-J. Kluge
Weitere ISBN:978-3-518-29243-3, 978-3-5182-9243-3
978-3-51829-243-3, 978-3518292433, 978-3-51-829243-3
- Charlotte Roche: Feuchtgebiete
- Eckart von Hirschhausen: Die Leber wächst mit ihren Aufgaben.
- Sven Regener: Der kleine Bruder
- Helmut Schmidt: Außer Dienst: Eine Bilanz
- Sabine Ebert: Die Entscheidung der Hebamme
- Jörg Munzig: Gemeinschaftsordnung im wohnungseigent
- Lothar Pues: Gemeinnützige Stiftungen im Zivil- un
- Verlag Buch + Film: Architekten in Nordrhein-Westfalen. 4

