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Globus Dei. 3 CDs: Vom Nordpol bis Patagonien. Ein Expeditionsroman

von Roof Music - ISBN 9783936186949

Audio CD, 0 Seiten
Veröffentlichung Aug 2005 bei Roof Music
Amazon-Verkaufsrang #55000
Bewertung 4.0/5.0 bei 28 Meinungen
neu: ab 15.94 Euro
gebraucht: ab 12.99 Euro
Autor: Roof Music
ISBN 9783936186949
ISBN 3936186944 (alt)

Meinung der Redaktion zu Globus Dei. 3 CDs: Vom Nordpol bis Patagonien. Ein Expeditionsroman

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Kritik zu Globus Dei. 3 CDs: Vom Nordpol bis Patagonien. Ein Expeditionsroman

Grandios! vom 17.06.2008
Bewertung: 5 von 5 Sternen
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Ich bin der festen Überzeugung, dass man Helge Schneider nicht objektiv beurteilen kann. Er spaltet die Nation in zwei Lager, diejenigen die ihn Mögen, und die die es eben nicht tun. Dazwischen kommt nichts. Und um das gleich vorweg zu nehmen: Ich gehöre in das erste Lager.
Doch ob man ihn mag oder nicht: Seine Ideen sind fantastisch. Und dies beweist er uns in seinem Werk Globus Dei - Vom Nordpol bis Patagonien. Frei nach dem Motto: Auch eine ausgedachte Reise kann spannend sein, begibt sich Schneider mit diesem Buch auf Neuland, sprangen dem an hochwertigem Nonsens interessierten Leser doch bisher hauptsächlich seine Kommissar Schneider Romane ins Auge. Und durch eben diese Romane ist man Helge Schneiders Neigung zu extremen Gewaltdarstellungen und Obszönitäten gewohnt. Doch mit Globus Dei beweist er uns, dass er diesbezüglich auch mit weniger auskommt!
Die Vorstellung eines um die Welt reisenden Helge Schneiders scheint zunächst beunruhigend. Was sollen denn die Menschen anderer Nationen von uns Deutschen für einen Eindruck bekommen, wenn ihnen ein Helge Schneider als Repräsentant über den Weg läuft? Da ist es vielleicht gut, dass in diesem Buch kaum ein wahres Wort steht. Und es ist denkbar einfach: Man mache sich selbst zum Roman-Ich und lasse sich dann überall dahin gehen wo man immer schon mal hin wollte.
Seine Reise beginnt am Nordpol, mit dabei hat er einen schier unendlich großen Rucksack. Für eine Weltreise muss ja so einiges bereitstehen, wie z.B. eine Schreibmaschine, ein eleganter Anzug, ein Hinterherziehschlitten oder ein Paar italienische Slipper. Auch für Verpflegung ist gesorgt: In all den Monaten die Helge auf Reisen ist, sieht man ihn nie in ein Restaurant gehen, nein, denn sein Rucksack beinhaltet alles das, was er braucht. Sein Weg ist auf eine seltsame Art und Weise von Beginn an fesselnd. Dies ist nicht zuletzt wegen Helge Schneiders unnachahmlicher Art zu schreiben der Fall. Er bedient sich auch in diesem Roman wie gewohnt dem Ruhrpott - Deutsch. Die absichtliche Verwechslung von als und wie ist hierbei nur ein Aspekt. Auch die Prise Sinnlosigkeit auf jeder einzelnen Seite macht den Roman erst richtig lesenswert. So sind Robben für Helge Schneider eben auch Seelöwen und die russische Taiga, seine zweite Station, ist ein einziges Meer von giftigen Abfällen und Müll. Hier erkennt man allerdings auch einen von vielen Seitenhieben auf die Politik einzelner Länder: Angefangen bei den Russen, wird sich unter anderem. auch über die Beziehung zwischen Tibet und China mokiert.
Einen Dämpfer bekommt meine Euphorie dieses Werk betreffend allerdings doch: Einen Kommissar Schneider - Roman habe ich wegen der Gewaltdarstellungen bereits aus der Hand gelegt und wie anfangs angedeutet kommt Helge Schneider auch in diesem Buch nicht ganz ohne selbige aus. Als Beispiel sei hier das töten seines Lieblingsschlittenhundes genannt. Doch im Vergleich ist die dargestellte Gewalt in Globus Dei meiner Ansicht nach akzeptabel und nicht zu häufig auftretend. Neben Russland, bereist Helge auch noch den Kaukasus, den Himalaja (wo er kurzerhand den Mount Everest besteigt um ein Landschaftsbild zu malen, was sich jedoch mit Sauerstoffmaske und Ohnmachtsanfällen sehr schwierig gestaltet), Afghanistan, Spanien (wo ihm die Mentalität der Spanier unangenehm durch den Diebstahl seiner Kamera auffällt), Afrika (wo er in der Wüste eine unerwartete Begegnung mit Günter Netzer hat), den Amazonas, Vietnam, das zum Glück nur ein paar Tausend Kilometer vom Amazonas entfernt liegt, New York und schließlich Patagonien. Wieder daheim rekapituliert er seine Erlebnisse und wird plötzlich ganz ernst: Warum richten die Menschen die Welt so zugrunde und verderben sich ihr Leben mit Missgunst? Doch diese Phase wird jäh vom wütenden Nachbarn, der über die Geräusche der Schreibmaschine erzürnt ist, wieder unterbrochen. Trotzdem gelingt es Schneider, dass diese kurzen Phasen des Sinnierens nicht ins Lächerliche abgleiten, denn gerade durch den Witz des Romans stechen diese wenigen Passagen heraus und regen den Leser zum Denken an.
Noch unerwähnt gelassen habe ich bisher die unterhaltsamen Reisefotos. Ja, auch von einer imaginären Reise kann man Fotos machen, allerdings auch nur imaginäre Fotos. Helge Schneiders Bettdecke wird zur sibirischen Eiswüste, und der zierende, mit Schottersteinen ausgelegte Streifen neben einem Bürgersteig wird zur Wüste Gobi.
Es ist wirklich selten der Fall, dass ich beim Lesen eines Buches laut loslachen muss, aber Helge Schneider schafft es diesen Effekt bei mir hervorzurufen. Der teilweise sinnlose Satzbau, die Wortverdreher, die Idee einen Expeditionsroman zu schreiben, ohne jemals auf einer Expedition gewesen zu sein, all dies rundet das Buch zu einer geballten Ladung Humor mit einer Prise Zeitkritik und Tiefsinn ab. Doch hier sei gewarnt: Nicht jeder versteht diesen Humor.
Für mich bleibt Helge Schneider der einzige Autor der es schafft soviel Triviales und sinnloses mit einer anständigen Portion Tiefsinn abzurunden, und den Leser damit sogar zum Nachdenken anzuregen. Und wenn sie Helge Schneider noch nicht kennen: Lesen sie dieses Buch und sehen sie die Welt aus seinen Augen. Erforschen sie was die Welt Gottes, was der Globus Dei für Überraschungen für sie bereithält.
Für Fans ist das Buch natürlich ohnehin ein absolutes Muss!

Weitere ISBN:
978-3-936-18694-9, 978-3-9361-8694-9
978-3-93618-694-9, 978-3936186949, 978-3-93-618694-9
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