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Grün wie die Hoffnung

von Nora Roberts - ISBN 9783442365326

Broschiert, 400 Seiten
Veröffentlichung Jul 2007 bei Blanvalet
Amazon-Verkaufsrang #2347
Bewertung 3.5/5.0 bei 38 Meinungen
neu: ab 4.99 Euro
gebraucht: ab 3.49 Euro
Autor: Nora Roberts
ISBN 9783442365326
ISBN 3442365325 (alt)

Meinung der Redaktion zu Grün wie die Hoffnung

Die Redaktion hat noch keinen Eintrag verfasst.

Kritik zu Grün wie die Hoffnung

Warum so ein Hype ??? vom 07.08.2008
Bewertung: 2 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 2 von 2 Besuchern hilfreich

um die Ring-Triologie???

Entgegen einiger anderer, die meine Meinung grundsätzlich teilen, finde ich jedoch, dass der dritte Teil mit Abstand der beste war und die ersten beiden grundsätzlich nur davon getragen werden, nur darauf hin arbeiten. Durch Band 1 und 2 habe ich mich ehrlich gesagt nur durchgequält, weil ich neugierig auf den Schluss war, irgendwie auch neugierig auf die Protagonisten des dritten Teils. Dem ganzen Werk hätte eine Kürzung um etwa 500 Seiten gut getan. Ein Buch, mit einem Paar Protagonisten und zwei Paaren Nebencharakteren hätten es auch getan, denn im Endeffekt ist dies hier nichts anderes, besonders in Anbetracht der Lieblosigkeit und Oberflächlichkeit, mit der die ersten beiden Teile von Frau Roberts produziert wurden.
Von einer Produktion spreche ich hierbei ganz bewusst, denn was die Frau seit Jahren macht ist nichts weiter als der Betrieb einer Massenproduktion. Nicht allein unter ihrem Namen haut sie reihenweise Bücher auf den Markt, sondern noch unter J.D. Robb und was weiß ich wer. Was dabei herauskommt ist eigentlich von vorn herein klar, und ich habe mir schon oft geschworen, nix mehr von dieser Autorin anzufassen. Leider haben mich die positiven Rezensionen umgestimmt.

Jeder Band beginnt und endet mit der Einleitung eines Erzählers; ein alter Mann, der seinen Urenkeln eine Geschichte erzählt. Sie sitzen bei Tee und mit großen Kulleraugen um ihn herum und lauschen dem, was er da von sich zu geben hat: Sex, Mord, Zerstückelung, Monster, Blutrausch ...
Ein tolles Märchen! Die lieben kleinen Urenkel werden süß geträumt haben.
Dies erst einmal grundsätzlich. Natürlich sind die Leser Erwachsene, aber ich glaube Frau Roberts hat schon bei den Prologen nicht sonderlich weit gedacht.

Was ich auch sehr haarsträubend fand, war das Image der Vampire ... ein einziges fortgeführtes Klischee, frei von Phantasie: Sie fürchten Weihwasser und Silberkreuze, sterben durch pflocken oder köpfen. Lediglich der Knoblauch wird als Lächerlichkeit negiert.
Ihr Wiederauferstehen erfolgt nach ihrer Beisetzung, indem sie sich ausbuddeln.
Außerdem verstrickte sich die Autorin ein bisschen, z.B. stand einerseits geschrieben, dass diese dunklen Gestalten nur nachts aktiv sind, aber im Verlauf des Romans treten sie immer wieder tagsüber bei starker Bewölkung oder Regen auf. Ich weiß nicht, wie dunkel es bei Frau Roberts bei derartigem Wetter wird. Bei mir gibt's da immer noch Tageslicht.

Als weitere Nerv-Faktoren empfand ich:
- die tausendfache Wiederholung von "Ich liebe dich", die ständigen Gefühlsduseleien, das ständige Darlegen der Gefühlswelt
- die Reimereien bei den Zaubersprüchen. Ich kenne das englische Original nicht, werde auch darauf verzichten, vielleicht liegt es nur an der Übersetzung, aber besser wären etwas sinnigere und wohl allem überlegte Sätze gewesen, statt dieser teils schrecklichen Reime, a la: Auf dem Berg das steht ein Mäh, und das macht Bäh!
- Gespräche über Sex, Ankündigungen mit jemanden Sex zu haben oder viel zu praktische Feststellungen, dass man jemanden liebt

Was die Übersetzung generell betrifft, hier hat es auch an einigen Stellen gehakt, von vielen Satzkonstruktions- und Orthografiefehlern abgesehen, sind einige Dinge einfach zu wörtlich genommen worden. Besonders übel waren Formulierungen wie: die Dame Blair und die Dame Glenna. Bitte wie??? Ach so!! Wie die Dame Macbeth und die Dame Marian!!

Auch fand ich, dass die aus der Vergangenheit bzw. Zwischenwelt angereisten Charaktere sich erstaunlich schnell der modernen Sprache anpassten. Hin und wieder wunderten sie sich über ein paar Maschinen und technische Neuerungen, aber die paar Äußerungen oder Fehlbezeichnungen von z.B. dem Auto oder der Garage wirkten einfach nur plump und nicht so lustig, wie es beabsichtigt war. Vielleicht ist mir nach all dem Schwachsinn auch bloß das Lachen vergangen ...

Die Charaktere im Einzelnen:

Hoyt: Der mächtige Zauberer, der über die ganzen drei Bücher hin auf negative Weise unnahbar, verschlossen und zu sachlich wirkt. Dass er für Glenna empfindet, steht da in Worten ... weil das halt so sein muss. Vollkommen erzwungen.

Glenna: Die sexy Hexi mit den roten Haaren (klar!), die zur Glucke der Gruppe mutiert und selbst in Jeans und T-Shirt noch glamourös ausschaut (Da seh ich wieder die amerikanische Hausfrau).

Larkin: Der lustige Gestaltenwandler, der einfach eine Spur zu kindisch, machohaft und unseriös beschrieben wird, als das er sich Hals über Kopf in seine sarkastische Gefährtin verlieben und beschließen könnte, seinen Lebensabend mit ihr zu verbringen.

Blair: Die knallharte Kriegerin, die auf liebsten auf dem in einen grinsenden Drachen verwandelten Larkin mit einer Horde bunter Drachen dem Regenbogen entgegenfliegt. (Danke Nora, dass nicht auch der zweite Teil mit einer Hochzeit geendet hat!)

Cian: Der abstinente Vampir, der konserviertes Schweineblut in der Microwelle erwärmt und aus Gläsern trinkt (Die Vorstellung finde ich hundertmal ekliger als die gewöhnliche Ernährungsweise der Vampire). Davon ab fand ich Cian aber ganz okay, wenigstens glaubwürdig und halbwegs authentisch.

Moira: Die kindliche Königin, die wie Artus das Schwert aus dem Stein zieht, alsbald heldenhafte Reden hält und Cian mal kurz zu Sir Cian, Lord der Nacht (autsch!) macht. Von den Frauengestalten trotzdem auch die sympathischste.

Das Happy End: War natürlich vorhersehbar, wenngleich alles dann doch sehr zügig passierte ... angesichts der 1000 Seiten Vorbereitung. Es war klar, wer wen tötet und dass die Vampire durch die herbeigezauberte Sonne zu vernichten waren. (der Gedanke kam mir bereits als der feindliche Zauberer es tagsüber dunkel werden ließ ... warum dann nicht auch umgekehrt?) Cian wird ein Mensch und regiert mit Moira in der Zwischenwelt.
Und so lebten sie alle sechs glücklich bis sie mindestens Neunzig waren, unternahmen regelmäßig Zeitreisen zwecks Besuchen in der Zwischenwelt, wo sie vielleicht noch heute als Greise herumklappern und kleinen Kindern unzumutbare Märchen erzählen.

Summa Summarum: Nora Roberts wollte einfach zu viele Genres in dieser Trilogie vereinen und hat dabei zu sehr auf Erfolgsautoren bzw. zurzeit aktuelle Themen geschielt (z.B. Diana Gabaldon oder die aktuell verkaufsstarken Dark-Romance Serien).
Ich frage mich, wieso sie nicht einfach ihrem alten Stil treu geblieben ist, schließlich hat sie ein paar richtig gute Bücher geschrieben, wieso sie nicht grundsätzlich weniger schreibt und ihren Werken stattdessen mehr Gedanken schenkt.

Leider kann ich dieser Trilogie nur zwei Sterne geben. Müsste ich nur den letzten Teil bewerten, wären es mehr, aber ich kann es nicht als Einzelwerk sehen und habe ich mich auf den ersten fünfhundert Seiten des Gesamtwerkes hauptsächlich gelangweilt oder geärgert.

Weitere ISBN:
978-3-442-36532-6, 978-3-4423-6532-6
978-3-44236-532-6, 978-3442365326, 978-3-44-236532-6
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