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Gruselkabinett (9) - Spuk in Hill House (Teil 2 von 2)

von Shirley Jackson - ISBN 9783785732489

Audio CD, 0 Seiten
Veröffentlichung Sep 2006 bei Lübbe / Titania Medien
Amazon-Verkaufsrang #18989
Bewertung 2.0/5.0 bei 1 Meinungen
neu: ab 6.63 Euro
gebraucht: ab 5.99 Euro
Autor: Shirley Jackson
ISBN 9783785732489
ISBN 3785732481 (alt)

Meinung der Redaktion zu Gruselkabinett (9) - Spuk in Hill House (Teil 2 von 2)

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Kritik zu Gruselkabinett (9) - Spuk in Hill House (Teil 2 von 2)

Manchmal kann Werktreue auch schaden vom 09.11.2006
Bewertung: 2 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 11 von 16 Besuchern hilfreich

Der Parapsychologe Dr. Montague mietet sich mit den im Umgang mit übersinnlichen Phänomenen erfahrenen Frauen Eleanor und Theodora auf einem abgelegenen Landsitz ein, der in dem Ruf steht, ein Spukhaus zu sein. Mit von der Partie ist außerdem Luke, der Neffe der Besitzerin. Der hauptsächlich an Geld interessierte Playboy hält Dr. Montagues Theorien für Humbug und mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg. Doch schon bald kommt es tatsächlich zu unerklärlichen Vorkommnissen, die vor allem die scheue Eleanor immer mehr in den Bann des Hauses ziehen. Durch das Erscheinen von Dr. Montagues Gattin gerät das Experiment vollends außer Kontrolle und fordert seinen Tribut...

An sich ist Shirley Jacksons Geschichte um Hill House recht raffiniert ausgedacht: Während des ganzen Handlungslaufes wird nicht wirklich klar, ob die Bedrohung von in dem Haus umgehenden Geistern stammt, ob die Bedrohung in dem Haus selbst liegt oder ob es sich bei allem um ein rein psychologisch erklärbares Phänomen handelt, dem Dr. Montague und seine Mitstreiter in einer außergewöhnlichen Mischung aus Atmosphäre und Gruppendynamik erlegen sind. Doch in dem Moment, in dem Shirley Jackson die grotesk anmutende Figur der Gattin Dr. Montagues auftauchen lässt, die alles mit einer Planchette erklären zu versucht, gleitet die Story in die Groteske ab und die Haupthandlung, die sich um das Haus rankt und um die Opfer, die es seit seiner Erbauung gefordert hat, verkommt zur Nebensache, die obendrein noch sehr unbefriedigend endet.

Insgesamt ist es zu begrüßen, wenn Hörspieladaptionen der Originalvorlage folgen, doch im Falle von "Spuk in Hill House" wäre es wünschenswert gewesen, wenn die Hörspielmacher den Änderungen aus der 1963 entstandenen Verfilmung von Robert Wise gefolgt wären, denn in diesem seltenen Fall ist es tatsächlich gelungen, mit dem Film eine Story der Buchvorlage gegenüber entscheidend zu verbessern. Dort erscheint Gladys Montague nämlich als eine weitere Zweiflerin, die einen wichtigen Ausgleich zu Luke schafft, der im Laufe der Story unter dem Eindruck der Ereignisse begonnen hat, an das Böse in Hill House zu glauben. Doch bei Titania hat man sich für absolute Werktreue entschieden, was dem Stoff in diesem Fall mehr schadet als nützt.

Im Gegensatz zu den bisherigen Titania-Produktionen sind obendrein diesmal die Sprecher recht enttäuschend. Auch hier fällt das Urteil unter dem Eindruck der 1963er Verfilmung, bei der sowohl die Darsteller im Original als auch die deutschen Synchronsprecher (und das ist in Deutschland selten genug) entscheidend zur hervorragenden Atmosphäre des adaptierten Stoffes beigetragen haben. Am schlechtesten ist im Hörspiel die Rolle der eigentlichen Hauptperson, Eleanor, besetzt. So sehr ich Evelyn Maron als Synchronsprecherin schätze - als Hörspielsprecherin scheint sie zumindest bei "Hill House" arg überfordert gewesen zu sein - offenbar fehlte ihr die optische Vorlage, die ihr die Arbeit in einem Synchronstudio bietet. Wo die Schauspielerin Julie Harris bzw. ihre deutsche Synchronsprecherin im 1963er Film Unbehagen, Freude, Wut, Verwirrung, völlige geistige Entrückung oder schieren Horror perfekt dosiert in ihre Stimmen zu legen wussten, ist Evelyn Maron im Hörspiel enttäuschend eintönig. Besonders bei Eleanors letztem Monolog, bevor sie von Dr. Montague fortgeschickt wird, leiert sie den Text dermaßen gleichgültig herunter, dass man fast geneigt ist, den CD-Player auszuschalten und auf den Rest der Story zu verzichten.

Auch Arianne Borbach fehlt das gewisse Etwas, um die charakterlich eher undurchsichtige Theodora überzeugend zu sprechen. Dies fällt bei beiden Damen besonders in den Szenen auf, in denen Hill House "zum Leben erwacht" - der vermeintliche Horror, den Eleanor und Theodora durchmachen, wird von dem Gespann Maron/Borbach zu gekünstelt vorgetragen, um überzeugend zu wirken.

Überhaupt - dort, wo die Darsteller verblassen, sind entweder Geräusche und Musik zu dick aufgetragen oder schlichtweg die Dialoge unmöglich. Vor allem die Texte, die Gladys Montagues Begleiter Arthur Parker in den Mund gelegt werden, sind viel zu up to date, um zu einer Story zu passen, die 1958 spielen soll ("cooler Schuppen").

Insgesamt gehen beide Folgen von "Spuk in Hill House" nicht über den bloßen Ansatz einer guten Gruselstory nicht hinaus, was aber auch daran liegt, dass die Schwächen des Originals unverändert übernommen wurden.

Weitere ISBN:
978-3-785-73248-9, 978-3-7857-3248-9
978-3-78573-248-9, 978-3785732489, 978-3-78-573248-9
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