Gruselkabinett: Gruselkabinett (14) - Die Blutbaronin: Tl 14
von E. B. S. Raupach - ISBN 9783785732533
Audio CD, 0 Seiten
Veröffentlichung Nov 2006 bei Lübbe
Amazon-Verkaufsrang #14132
Bewertung 4.0/5.0 bei 5 Meinungen
neu: ab 4.80 Euro
gebraucht: ab 4.90 Euro
Autor: E. B. S. Raupach
ISBN 9783785732533
ISBN 3785732538 (alt)
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Kritik zu Gruselkabinett: Gruselkabinett (14) - Die Blutbaronin: Tl 14
Lasst die Toten ruhen! vom 30.09.2007
Bewertung: 5 von 5 Sternen
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Das Hörspiel, als eine eigenständige Kunstform, hat eine über 80jährige Tradition.
Spätestens seit den 1960ern erfreuen sich so genannte Hörspielreihen großer Beliebtheit; dieser Trend hält bis heute an bzw. befindet sich in einer deutlich expansiven Phase...
Ein wenig Marter also für den beflissenen Liebhaber und Konsumenten, hier die Spreu vom Weizen zu trennen, schließlich sind die Hörspielreihen lang, die Konkurrenz groß und die Geldbörse ist kein Füllhorn.
Titania Medien, im Vertrieb der Verlagsgruppe Lübbe, veröffentlicht mit der Hörspielreihe "Gruselkabinett" seit einigen Jahren fast ausschließlich Klassiker der Gothic-Novel bzw. des Schauerromans. Unweigerlich fühlt man sich an Zeiten erinnert, in denen der nachmittägliche Kuchen mit Absinth und Opiumtinktur runtergespült wurde, die Tapete in den Salons mit nekrophilen Motiven geschmückt war und die Schwiegermutter heimlich Geschichten über untote Hysteriepatienten verfasste. Den Regisseuren des Gruselkabinetts gelingt es auf schwelgerische Art und Weise, den Charme dieser Zeit aufleben zu lassen; Werktreue und dementsprechend eine dem damaligen Zeitgeist nachempfundene Atmosphäre machen den Reiz dieser Hörspielreihe aus. Obwohl Cover und Titel einen durchaus realen Schrecken verursachen, verbirgt sich hinter der Fassade ein wahres Kleinod der Hörspielkunst; besonders jenen zu empfehlen, denen die moderne Bearbeitung der Edgar Allan Poe Erzählungen (Lübbe Audio) zu brachial ist.
Raupach (1784-1854) verarbeitet in seiner Erzählung (das Original erschien 1823 unter dem Titel "Lasst die Todten ruhen") die Lebensgeschichte der Serienmörderin Elisabeth Báthory (1560-1614), die zwischen 1585 bis 1610 ihre sadistischen sexuellen Phantasien auf Schloss achtice (in den kleinen Karpaten) exzessiv ausgelebt haben soll. Die Legendenbildung um Elisabeth Báthory trug maßgeblich zur Entstehung eines seinerzeit sehr beliebten Vampirglaubens bei. Leopold von Sacher-Masoch (1836-1895) ließ sich zum Beispiel durch sie zu seiner Novelle "Ewige Jugend" inspirieren.
Geboten wird das volle Programm viktorianischer Schwarzromantik (auch wenn Raupach Deutscher war): Lust auf Unterwerfung, Nekrophilie, lesbische Erotik, Lust & Schmerz, Hysterie und sehnsuchtsvolle Liebe - vereint im obligatorischen Vampirmotiv. Grusel- und Schockelemente halten sich natürlich in Grenzen, wobei die Doppelgängerfunktion des Vampirs, als Spaltungsphantasie par exellence (der Vampir ist ein Schatten ohne Schattenwerfer), für genügend unterbewusste Resonanz sorgt. Die schaurigschöne Musik- und Geräuschkulisse tun ein Übriges, um den von Obsessionen geplagten Hörer tiefer in Freudsche Lustprinzipien eintauchen zu lassen.
Alle Rollen wurden überdurchschnittlich gut besetzt, einzig der Sprecher des Erzählers wirkt im Vergleich deplaziert, da er nicht an das Niveau der übrigen Sprecher heranreicht.
Der sonst übliche Kaufanreiz aller Arten von Serien (es muss immer mindestens ein Handlungsstrang oder Geheimnis unaufgelöst bleiben) ist nicht vorhanden; Gruselkabinett betört ausschließlich durch qualitative Merkmale, da beinahe jeder Teil eine abgeschlossene und unabhängige Erzählung behandelt.
978-3-785-73253-3, 978-3-7857-3253-3
978-3-78573-253-3, 978-3785732533, 978-3-78-573253-3
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