Habsburgs vergessene Kinder
von Thea Leitner - ISBN 9783492218658
Taschenbuch, 287 Seiten
Veröffentlichung May 2007 bei Piper
Amazon-Verkaufsrang #11326
Bewertung 4.0/5.0 bei 6 Meinungen
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Autor: Thea Leitner
ISBN 9783492218658
ISBN 3492218652 (alt)
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Kritik zu Habsburgs vergessene Kinder
Empfehlenswert, aber mit leichter Einschränkung vom 22.07.2008
Bewertung: 4 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 2 von 2 Besuchern hilfreich
Thea Leiter schreibt wie üblich gut recherchierte und ansprechend geschriebene Biografien, die für die beschriebenen historischen Personen Interesse erwecken und oft auch mitreißen. Ich muss mich aber leider den anderen Rezensenten anschließen: diese gute Dame hat mitunter Anwandlungen von Gutmenschentum, die manchmal schwer zu ertragen sind. Ich zitiere hierzu aus dem ersten Kapitel, "Sohn einer Komödiantin":
"Es waren offenbar weder die Jugend noch die hervorstechenden äußerlichen Reize der Maria Calderón, die den damals vierundzwanzigjährigen König fesselten, als vielmehr eine kleine, interessante anatomische Anomalie der Künstlerin, auf die man den schon fast liebesüberdrüssigen Lebemann aufmerksam machte." Taktvoll schreibt Thea Leiter nicht weiter dazu, um welche "Anomalie" es sich eigentlich gehandelt haben soll.
"Maria Annas Kritiker behaupteten und behaupten noch immer, die Königin habe ihren Sohn aus blanker Herrschsucht auf der Stufe eines Kleinkindes gehalten. Mit unserem heutigen psychologisch geschulten Denken erkennen wir jedoch, dass diese ständige Gängelung und Bevormundung aus übergroßer Fürsorge, aus quälender Angst um dieses armselige Bündel Leben, aus schmerzvoller Mutterliebe entsprang." Großer Gott. Man fragt sich, wie es Frau Leitner wohl gefallen hätte, vierzehn Jahre ihres Lebens als Entmündigte zuzubringen! Interessanterweise erfährt man zum Schluss des Kapitels auch nichts weiter über das Schicksal des besagten Prinzen (der spätere König Karl II. von Spanien). Sicher ist sein Halbbruder, Don Juan José da Austria, die Hauptperson dieser Episode, aber normalerweise verfolgt man das Schicksal einer wichtigen Nebenfigur doch bis zum Ende und erwähnt es wenigstens kurz, damit der Leser nicht quasi in der Luft hängen bleibt, nachdem die Hauptperson verstorben ist.
Abgesehen hiervon hat Thea Leitner interessante Persönlichkeiten für ihre Biografien ausgesucht (z.B. Marie Therèse, die einzige Tochter der Marie Antoinette, die die Revolution überlebte) und ihre Schicksale eingehend und mitfühlend beschrieben. Also ein durchaus empfehlenswertes Buch, wenn man nicht zu den Lesern gehört, die sich bei zuviel Gutmenschentum am liebsten vor Verzweiflung den Kopf irgendwo einschlagen möchten...
978-3-492-21865-8, 978-3-4922-1865-8
978-3-49221-865-8, 978-3492218658, 978-3-49-221865-8
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