Handbuch Religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen
von Gütersloher Verlagshaus - ISBN 9783579035857
Gebundene Ausgabe, 795 Seiten
Veröffentlichung Dec 2006 bei Gütersloher Verlagshaus
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Bewertung 3.0/5.0 bei 2 Meinungen
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Autor: Gütersloher Verlagshaus
ISBN 9783579035857
ISBN 3579035851 (alt)
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Kritik zu Handbuch Religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen
Umfassend - aber falsch vom 16.07.2007
Bewertung: 1 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 2 von 7 Besuchern hilfreich
Als Mormone muß ich sagen, daß ich aus diesem Buch meinen Glauben nicht wiedererkannt hätte.
Der Text beruht in erster Linie auf den Arbeiten Rüdiger Hauths, der sich sehr auf die amerikanische Counter-Cult-Szene und auf Johannes Aargaard beruft, aber nur sehr wenig eigene Recherche betrieben hat. Prinzipielle Absicht ist hier nicht, den Mormonismus RICHTIG darzustellen, sondern ihn als fremd und abartig zu schildern. Dazu kommt Hauths trauriger Mangel an Wissen über das frühe Christentum und andere christliche Kirchen, wie zum Beispiel die Orthodoxie und Katholizismus, besonders in Bezug auf Theosis und Ehe nach der Auferstehung.
Daher verteufelt er die Mormonen aufgrund von Lehren, die auch andere christliche Kirchen haben.
Der Ton ist generell herablassend, es wird sogar die Verfolgung und Ermordung von Mormonen damit gerechtfertigt, daß religiöse Sonderlehren in einem religiös einheitlichen Umfeld nicht geduldet werden können:
"Aufgrund der vielen 'neuen Offenbarungen' bildeten sich [..] immer fremdartigere Lehren und Praktiken heraus, so dass diese Gemeinschaft von der kirchlich geprägten Umwelt bald nicht mehr akzeptiert werden konnte. Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass die Geschichte [..] von ständigen Unruhen und feindlichen Begegnungen mit Nicht-Mormonen und staatlichen Behörden gekennzeichnet war."
Besonders wird auch die Lehre der Polygamie verteufelt, ohne darauf hinzuweisen, daß diese auch in der Geschichte des Protestantismus eine Rolle gespielt hat (Luther, Bucer und Melanchton haben Philipp von Hessen geraten, eine Vielehe einzugehen, anstatt sich scheiden zu lassen. Weiters rieten sie ihm, darüber zu schweigen und im Bedarfsfall zu lügen. Daß Philipp das nicht getan hat, führte zu einem Krieg mit den katholischen Fürsten).
Dieser bedauerliche Mangel an Geschichts- und Faktenwissen zieht sich durch den gesamten Artikel. Über die Artikel über andere Gemeinschaften kann ich nichts sagen, doch sollten sie von ähnlicher Qualität sein, dann wäre dieses Buch als Informationsquelle völlig ungeeignet.
978-3-579-03585-7, 978-3-5790-3585-7
978-3-57903-585-7, 978-3579035857, 978-3-57-903585-7
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