Hannibal
von Thomas Harris - ISBN 9783453177741
Taschenbuch, 475 Seiten
Veröffentlichung Jan 1970 bei Heyne
Amazon-Verkaufsrang #331690
Bewertung 3.0/5.0 bei 2574 Meinungen
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Autor: Thomas Harris
ISBN 9783453177741
ISBN 3453177746 (alt)
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Kritik zu Hannibal
Genial geschrieben und tiefgründig vom 22.08.2008
Bewertung: 5 von 5 Sternen
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Der dritte Teil der Bücher um Hannibal Lecter ist genial. Der Schreibstil hat sich im Vergleich zum "Schweigen der Lämmer" sehr viel weiter entwickelt und die stilistischen Mittel, derer sich Harris bediehnt sind treffend und zuweilen mehr als überraschend. Wer auf esthetische Sprache und Interaktion mit dem Leser Wert legt, wird hier seine wahre Freude haben.
Es seien jedoch alle gewarnt, die sich hier das Buch kaufen wollen, da sie den Film ja ach so toll fanden. Vergleichen sie NIEMALS den Hannibal Lecter des Films mit dem des Buches. Zwar ist Anthony Hopkins eine erstklassige Besetzung für die Rolle, verleitet den geneigten Leser jedoch ein wenig die Augen vor der erschütternden und unfassbaren Wahrheit, die hier in diesem Buch über Lecter offenbart wird, zu verschließen. Ich selbst schreibe das aus eigener Erfahrung, da ich ebenfalls zuerst den Film gesehen und dann das Buch gelesen habe. Es hat sehr viele Seiten gedauert, bis ich offen für die Unterschiede zwischen Film und Buch war. Die wirkliche Erkenntnis wie falsch Lecter in den Filmen dargestellt wird und in welch falsche Bahnen die Gefühle der Zuschaeuer Lecter betreffend geleitet werden, kam bei mir erst zum Schluss. Die Unterschiede zwischen Buch und Film sind so gravierend, dass man, finde ich, gesondert darauf hinweisen muss. Film und Buch stimmen maximal zu 40% überein. Vergessen sie also am besten alles, was sie in dem Film "Hannibal" gesehen haben und lassen sie sich vollkommen unbeeinflusst auf das Buch "Hannibal" ein.
Wer bereits die beiden Vorgänger kennt und das ist vor dem Lesen dieses Buches anzuraten, wird hier mit einer noch detaillierteren und ungeschminkten Betrachtung der Psyche von Dr. Lecter überrascht und versteht am Ende, warum er in einem Hochsicherheitstrakt gesessen hat und für psychisch krank erachtet wurde. Man muss während des Lesens erkennen, dass Lecter keinen Deut normaler ist als "Buffalo Bill" oder die "Zahnfee". Er mag genial sein und ein brillianter Kopf, aber zu keiner Zeit darf man aus den Augen verlieren, und wird im Buch auch immer wieder daran erinnert, dass Lecter geisteskrank ist.
Dieser Zwispalt zwischen Genialität und Abgrund, zwischen Sympathie und Abscheu, zwischen Verstehen und Fassungslosigkeit, machen es ungemein reivoll und emotional "Hannibal" zu lesen. Ich konnte das Buch erst aus den Händen legen, als ich die letzte Seite verschlungen hatte und das war nach zwei Tagen.
Der Leser wird von Harris auf eine gefühlsmäßige Achterbahnfahrt geschickt, die mehr als einmal am Abgrund endet. Man wird gezwungen seinen Blickwinkel zu ändern und man wird so ungefilter, aber dabei niemals obzön mit der allgegenwärtigen Wahrheit über alle Charaktere konfrontiert, dass man nicht anders kann, als sich darauf einzulassen.
Dies ist kein Buch, mit dem man durch ist, wenn man es zuklappt. Es beschäftigt einen und regt zum Nachdenken an - kurz wirklich schwerer Stoff, der sich nicht so leicht verdauen lässt.
Ganz am Rande möchte ich aber dennoch ein wenig Kritik loswerden. Mir ist aufgefallen, dass Harris selbst anscheinend ein paar Fehler eingebaut hat. Das finde ich bei der sonstigen Genialität der gesamten Buchreihe sehr bedauerlich. Man sollte doch annehmen, dass man die Vorgänger noch einmal liest, bevor man eine Fortsetzung schreibt und damit jedes Detail übereinstimmt. Leider scheint das hier nicht der Fall zu sein.
978-3-453-17774-1, 978-3-4531-7774-1
978-3-45317-774-1, 978-3453177741, 978-3-45-317774-1
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