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Herzzeit: Ingeborg Bachmann - Paul Celan. Der Briefwechsel

von Ingeborg Bachmann - ISBN 9783518420331

Gebundene Ausgabe, 399 Seiten
Veröffentlichung Aug 2008 bei Suhrkamp
Amazon-Verkaufsrang #198
Bewertung 5.0/5.0 bei 1 Meinungen
Autor: Ingeborg Bachmann
ISBN 9783518420331
ISBN 351842033X (alt)

Meinung der Redaktion zu Herzzeit: Ingeborg Bachmann - Paul Celan. Der Briefwechsel

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Kritik zu Herzzeit: Ingeborg Bachmann - Paul Celan. Der Briefwechsel

Die Liebe war zu tief vom 22.08.2008
Bewertung: 5 von 5 Sternen
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Briefe zwischen 1948 und 1967.
Ingeborg Bachmann schwärmte, der surrealistische Lyriker Paul Celan habe sich herrlicherweise in sie verliebt.

"Kurz währte das eigentliche Liebesglück; es fällt ins Jahr 1948; nach dem Ende blieb zunächst Freundschaft, es gab ein Wiederaufflammen im Jahr 1957 und dann ein bitteres Ende, als Bachmann Celan nicht in der gewünschten Form gegen eine vom Dichter als antisemitisch empfundene Kritik Günter Blöckers in Schutz nahm."

"Ich liebe dich-ich will dich nicht lieben" Im DSM IV wird die borderline-Störung u.a. so charakterisiert:"Ein Muster instabiler, aber intensiver zwischenmenschlicher Beziehungen, das durch einen Wechsel zwischen den Extremen der Idealisierung und Entwertung gekennzeichnet ist." Vieles , von dem , was man hier lesen kann, scheint diesem Muster zu entsprechen.
Cioran schreibt über diese Beziehung: " Celan war kein Mensch, sondern eine blutende Wunde".

Zwei Menschen, die sehr tief fühlen, diese Tiefe in dunkle Worte fassen können, treffen aufeinander, begegnen sich in dieser Tiefe, ohne sie wirklich leben zu können. Das , was sie als Dichter erfassen, können sie als Menschen nicht leben.

Davon zeugen viele Briefstellen. Es ist klar, dass dieses Gefühl nicht durch Freundschaft ersetzt werden kann, es ist klar, dass " belanglose,oberflächliche Begegnungen" sie noch unglücklicher machen. Diese sind nicht die angemessene Form für die Verbindung dieser beiden Seelen.
Nach Aufenthalten in der Psychatrie bringt Celan sich 1970 um, drei Jahre später verbrennt Ingeborg Bachmann in Rom "Unter Einfluss von Schlaftabletten entgeht ihr, dass eine Zigarette Feuer gefangen hat. Ingeborg Bachmann stirbt am 17. Oktober 1973 an den Folgen ihrer schweren Brandverletzungen."

Zwei Menschen, die dem Leben nicht gewachsen waren, zwei Menschen, die der Tiefe ihrer Gefühle füreinander nicht gewachsen waren.

Bei aller Kritik an der Edition ( Klippschulstil, Peter Hamm in der ZEIT), ist dies ein beeindruckendes Dokument über die Grösse der Gefühle und deren Scheitern im alltäglichen Leben.

Weitere ISBN:
978-3-518-42033-1, 978-3-5184-2033-1
978-3-51842-033-1, 978-3518420331, 978-3-51-842033-1
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