Merlyns ISBN Buchhandlung

Katalog » Sachbücher » Kultur

In der Zerstreuung organisiert. Paradoxien und Phantasmen der Massenkultur

von Hannelore Bublitz - ISBN 9783899421958

Taschenbuch, 169 Seiten
Veröffentlichung Nov 2004 bei Transcript
Amazon-Verkaufsrang #395660
Bewertung 5.0/5.0 bei 1 Meinungen
neu: ab 17.80 Euro
Autor: Hannelore Bublitz
ISBN 9783899421958
ISBN 3899421957 (alt)

Meinung der Redaktion zu In der Zerstreuung organisiert. Paradoxien und Phantasmen der Massenkultur

Die Redaktion hat noch keinen Eintrag verfasst.

Kritik zu In der Zerstreuung organisiert. Paradoxien und Phantasmen der Massenkultur

Massenkultur auf ihren Begriff gebracht vom 13.10.2006
Bewertung: 5 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 4 von 4 Besuchern hilfreich

Die Autorin macht sich tatsächlich die Mühe, eine Theorie der Massenkultur zu entwickeln. Und, muss man sagen, das gelingt ihr auch. Man darf allerdings vermuten, dass die Massen das Buch möglicherweise etwas schwierig finden mögen, aber es ist ein notwendiger und wichtiger Beitrag.
Obwohl die Autorin mit dem Begriff "Massenkultur" hantiert, meint sie diesen, im Gegensatz zur üblichen Kulturkritik, nicht abwertend. In der Tat ist es auch sinnvoll, ihn zu verwenden, da er den Begriff der (sozialen) Masse enthält, über den man erst einmal genauer nachdenken muss (was im ersten Kapitel geschieht). Masse versammelt sich heute nicht mehr, sondern vereinzelt sich an Apparaten und medialen Schnittstellen. Dennoch ist sie eine Menge, die im Rahmen der Massenkultur "normalisiert", d.h. an kulturellen Durchschnitts-Werten und -Normen ausgerichtet wird. Daran anknüpfend untersucht die Autorin wie sich Gesellschaft (also das Kollektive) durch die Massenkultur im individualisierten Zeitalter geltend macht. Dabei geht sie soweit, von einem "Bann der Gesellschaft" zu sprechen. Das ist eine wichtige These, wenn man bedenkt, wie oft heutzutage über das angebliche "Ende des Sozialen" gejammert wird. Im letzten Kapitel geht es dann um die Struktur des massenkulturellen Begehrens, also (auch) um die Frage, warum Shoppen glücklich macht und wieso dieses Glück nur bis zum nächsten Samstag anhält. Nebenbei wird dabei Lacan endlich einmal gut erklärt. Der Band schließt mit der These, dass es ein Außen der Massenkultur nicht gibt. Keine Bildung, keine "hohe" Kultur, keine Kunst, keine Kritik enkommt der "Immanenz einer globalisierten Macht, die kein Außen kennt", die aber ganz ohne einen Big Brother auskommt.
Fazit: Ein Buch zum "durcharbeiten". Wer die Anstrengung zu denken scheut (oder zu faul ist, sog. "Fremdwörter" nachzuschlagen), sollte die Finger davon lassen. Ansonsten sehr empfehlenswert.

Weitere ISBN:
978-3-899-42195-8, 978-3-8994-2195-8
978-3-89942-195-8, 978-3899421958, 978-3-89-942195-8
Wir bedanken uns bei Amazon für die Bereitstellung der Rezensionen. Comments (11)