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Keine Posaunen vor Jericho: Die archäologische Wahrheit über die Bibel

von Israel Finkelstein - ISBN 9783423341516

Taschenbuch, 381 Seiten
Veröffentlichung Dec 2004 bei Dtv
Amazon-Verkaufsrang #11511
Bewertung 4.0/5.0 bei 12 Meinungen
neu: ab 10.00 Euro
gebraucht: ab 4.95 Euro
Autor: Israel Finkelstein
ISBN 9783423341516
ISBN 3423341513 (alt)

Meinung der Redaktion zu Keine Posaunen vor Jericho: Die archäologische Wahrheit über die Bibel

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Kritik zu Keine Posaunen vor Jericho: Die archäologische Wahrheit über die Bibel

Das Alte Testament als historische Quelle relativiert vom 02.07.2008
Bewertung: 4 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 14 von 15 Besuchern hilfreich

Finkelstein und Silberman gelingt hier ein einzigartiges Unternehmen: sie rücken das Alte Testament (mit Schwerpunkt auf dem Pentateuch) als historische Quelle ins rechte Licht. Es ist erstaunlich, was in den Büchern Mose und dem Deuteronomium alles an Geschichte drinsteht.
Dass die Bücher Genesis und Exodus von Legenden geprägt sind, verwundert nicht. Niemand glaubt heutzutage wirklich die Geschichte von Abraham, Mose und dem Auszug aus Ägypten. Auch waren David und Salomon keine großen, mächtigen Könige mit all der Pracht, die in der Bibel aufgeschrieben ist, sondern bloß bessere Stammeshäuptlinge. Schließlich konnte zu ihrer Zeit (um 1.000 v. Chr.) kaum jemand lesen oder gar schreiben.
Interessant ist aber die Zusammenschau der Beweise und Fakten, die die Autoren der Bibel sehr neutral gegenüberstellen: frühe Siedlungen in Oberägypten, das Land Kanaan und die ganze mediterrane Welt um die Jahrtausendwende.
Selbstverständlich wurde die Geschichte nachträglich, tendenziell und wertend geschrieben.
Was jedoch hier geschah, sucht seinesgleichen: hier bringt die Bibel nachträgliche Interpretation anstelle exakter Beschreibung; sie bringt theologische Erklärungen für den Verlauf der Geschichte. Was die Bibel der Gottlosigkeit zuschreibt, ist nichts anderes als internationale Machtpolitik.
Die Autoren dieser literarischen Sammlung wollten mit aller Macht ihren Einzelgott Jahwe durchsetzen. Was nicht wirklich gelang, denn die Vielgötterei war die verbreitete, herkömmliche Religion. Wer sich allerdings nicht unter das monotheistische Jahwe-Joch beugt, den trifft der Zorn des deuteronomistischen "Historikers". Dieser erklärt nachträg-lich den erwünschten Verlauf der Geschichte mit Wohlverhalten (= alleinige Jahwe-Anbetung) oder den unerwünschten Verlauf mit Mißverhalten (Verehrung anderer Götter) gegenüber Jahwe.
Dieser Gott aber ist ein erbärmlich mieser Charakter: kindisch, eifersüchtig, kleinmütig, beleidigt, nachtragend, grausam: zur "Belohnung" für Wohlverhalten schickt er in der Nacht einen Engel und tötet 185.000 feindliche Assyrer. Genozid scheint überhaupt eine Lieblingsbeschäftigung dieses Gottes zu sein. Andererseits kann er schnell seine Gunst entziehen, wenn man sich untersteht, einem anderen Gott einen Altar zu errichten: dann wird Israel (oder Juda) vernichtet, versklavt, ausgerottet.
So wird Geschichte oft auf den Kopf gestellt: ein König, der "tat, was Gott missfiel", der wird schlechtgemacht, herabgewürdigt und hat keine Chance, vor der Geschichte zu bestehen. Andere Könige, die brav die fremden Götter (oft mit ihren Verehrern) ausrotteten, werden hochgejubelt und empfangen umgehend den irdischen Lohn Gottes: den Sieg über die Feinde und einen strahlenden Platz in der Geschichte.
Durch zahlreiche Skizzen, Abbildungen und Tabellen ist dieses Buch aufgelockert und sehr übersichtlich. Der Leser gewinnt einen tiefen Einblick in die Geschichte Israels vom 13. bis ins 5. vorchristliche Jahrhundert.

Weitere ISBN:
978-3-423-34151-6, 978-3-4233-4151-6
978-3-42334-151-6, 978-3423341516, 978-3-42-334151-6
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