KiWi Taschenbücher, Nr.49, Wir: Mit dem Essay 'Über die Literatur und die Revolution'
von Jewgenij Samjatin - ISBN 9783462016079
Taschenbuch, 224 Seiten
Veröffentlichung Jan 1984 bei Kiepenheuer & Witsch
Amazon-Verkaufsrang #8205
Bewertung 4.5/5.0 bei 12 Meinungen
neu: ab 8.50 Euro
gebraucht: ab 3.99 Euro
Autor: Jewgenij Samjatin
ISBN 9783462016079
ISBN 3462016075 (alt)
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Kritik zu KiWi Taschenbücher, Nr.49, Wir: Mit dem Essay "Über die Literatur und die Revolution"
Riesenenttäuschung vom 04.09.2008
Bewertung: 1 von 5 Sternen
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Nachdem 1984 und Brave New World zu den interessantesten Büchern zählen, die ich je gelesen habe, habe ich mich aufgrund der Rezensionen zum Kauf von Wir entschieden, in der Hoffnung ein ähnlich faszinierendes Werk wie die beiden vorgenannten zu bekommen. Aber weit gefehlt - dieses Buch ist kaum zu lesen, denn leider bestehen 95 % des Textes nicht aus Handlung. Stattdessen ergeht sich der Autor in sinnlosem Geschwafel über mathematische Themen (inkl. mindestens 100-maliger Erwähnung der Wurzel aus -1) oder erklärt uns auf 3 Seiten, warum er Nebel nicht mag (oder mag er ihn dann doch?). Das Buch liest sich, als würde man die Gedankengänge eines Geistenskranken wiedergeben, der Text ist völlig wirr und unzusammenhängend. Während des Lesens passiert es oft, dass man 2-3 Seiten liest und sich dann fragt, was jetzt eigentlich auf den letzten Seiten passiert ist, nur um dann diese Seiten nochmal zu lesen und zum Ergebnis zu kommen, dass absolut gar nichts passiert ist.
Es ist schade um den durchaus interessenten Grundgedanken, auf dem das Buch basiert, dieser wird aber im krassen Gegensatz zu Orwell oder Huxley überhaupt nicht präzisiert. So wird im Buch nahezu überhaupt nicht auf die Thematik des Einen Staates eingegangen, es wird kaum etwas über diese Gesellschaft oder die Entwicklung, die dorthin geführt hat, erzählt. Wenn dann geschieht das nur in Nebensätzen, die man vor lauter sinnlosem Geschwafel oft überliest.
Insgesamt betrachtet ist dieses Buch daher leider eine Themenverfehlung, da die gesamte utopische Thematik kaum behandelt wird. Wie man dieses Buch in einem Atemzug mit Klassikern wie 1984 oder Brave New World nennen kann, ist für mich nicht nachvollziehbar.
Wer gerne Utopien/Dystopien liest wird an diesem Buch (entgegen anderslautender Rezensionen) keine Freude haben. Wer Spaß daran hat, endlose Ausführungen zu imaginären Zahlen zu lesen und dann zu versuchen, etwas in sinnlos Metaphern hineinzuinterpretieren, der könnte an diesem Buch - genau wie am Focaultschen Pendel, das im Grunde genommen das selbe Problem wie "Wir" (5 % Handlung, 95 % sinnloses Geschwafel) hat - Gefallen finden.
978-3-462-01607-9, 978-3-4620-1607-9
978-3-46201-607-9, 978-3462016079, 978-3-46-201607-9
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