Körper, Seele, Mensch. Versuch über die Kunst des Heilens: Versuch über die Kunst des Heilens
von Bernd Hontschik - ISBN 9783518458181
Broschiert, 142 Seiten
Veröffentlichung Oct 2006 bei Suhrkamp Verlag
Amazon-Verkaufsrang #90912
Bewertung 4.5/5.0 bei 3 Meinungen
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Autor: Bernd Hontschik
ISBN 9783518458181
ISBN 3518458183 (alt)
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Kritik zu Körper, Seele, Mensch. Versuch über die Kunst des Heilens: Versuch über die Kunst des Heilens
Zu viel gewollt auf zu kleinem Raum vom 15.06.2008
Bewertung: 3 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 1 von 6 Besuchern hilfreich
Kritik an der Medizin, am Gesundheitssystem, am Menschen- und Selbstbild der Mediziner liegt voll im Trend. Dem entspricht, dass im Suhrkamp-Verlag mit der Reihe medizinHuman nun eine eigene Bücherreihe vorliegt, deren Werke sich mit kritischen Fragen im Zusammenhang von Medizin, Gesundheit und Gesellschaft beschäftigen. Der Verfasser des vorliegenden Bandes ist der Herausgeber der Reihe, das Buch stellt zugleich dann auch deren ersten Band dar. Insgesamt hat das Buch jedoch deutliche Schwächen, weshalb man entsprechend dem Untertitel von einem VERSUCH über die Kunst des Heilens sprechen sollte. Das Buch bleibt hier - im Stadium des Versuchs - stecken. Zunächst einmal ist es viel zu kurz, zu knapp gehalten, um tatsächlich mehr als eine knappe Einführung in das Thema zu sein. Würde es nicht erster Band einer Schriftenreihe (mit unabhängigen Texten, wohlgemerkt) sein, es könnte gut das einleitende Kapitel zu einem größeren Buch sein. Der Autor verhebt sich gerade dann, wenn er sich mit Themen wie Konstruktivismus, Autopoiesis und Semiotik befasst. Hier versucht er wissenschaftlich hoch komplizierte Themen einem neugierigen, aber nicht fachlich vorgebildeten Publikum zu erklären - und dies mißlingt. Er bleibt hier einerseits wissenschaftlich, anderseits aber ausschnitthaft. Dies gilt auch für das Konzept der integrierten Medizin, dessen Fähnchen er hochhält, das er aber nur anreißen kann. Themen, für die andere AutorInnen ganze Bücher brauchen (oder gar ein Lebenswerk) meint er, nebenbei erörtern zu können. Das ist zumindest irritierend, im Ergebnis aber auch sehr unbefriedigend. Auch seine Literaturauswahl, mit der er seine Erörterungen zu unterstützen sucht bleibt eine minimale Auswahl, in der zu vieles fehlt.
Auch an einem anderen Punkt gelingt sein Anspruch nicht: er erklärt Fehler, die er in seiner Arbeit gemacht hat, weist immer wieder darauf hin, welch besserer Arzt er zu Beginn seines Studiums sein wollte, dann erst nicht sein konnte (durch die Rahmenbedingungen seines Berufes) und nun heute ist. Wie ihm das gelingt lässt er durchscheinen, eher erahnen als dass er vertieft Lösungswege aufzeigen würde. Und das bleibt er dann auch schuldig: was er heute besser macht als früher, oder besser macht als andere Ärzte sagt er letztlich nicht.
Nein, das war es nicht. Ärgerlich ist dann zwischendrin ein Kapitel einer anderen Autorin, die auch in "Ich-Form" über ihre Erfahrungen schreibt, aber einen ganz anderen Stil hat als der Verfasser.
Grundsatz beim Schreiben eines Buches: es gibt immer nur einen Ich-Erzähler. Das sollte man sich auch in einem wissenschaftlichen Werk zu Herzen nehmen, oder man sollte das Buch ganz öffnen und eine Textsammlung - dann aber wirklich einer Vielzahl von Meinungen - anbieten.
Das kann so nicht überzeugen. Als Einführung in das Thema, eine erste Gedankenanregung, ist das Buch in Ordnung, es fehlt indes dann aber auch an dem Anstoß, weiterzulesen, z.B. indem eine Literaturübersicht gegeben würde. Ein Stern dafür. Einen kann es noch für den Preis geben, der in Ordnung geht obwohl das Buch etwas dünn ist. Und einen, weil man hin und wieder einen Satz zum Nachdenken mit auf den Weg bekommt. Letztlich hätte ich mir davon aber mehr gewünscht. Ich bleibe hier bei drei Sternen, in meinem Kopf sind es nach alledem aber eher nur zwei.
978-3-518-45818-1, 978-3-5184-5818-1
978-3-51845-818-1, 978-3518458181, 978-3-51-845818-1
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