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Krankheit als Weg. Deutung und Be-Deutung der Krankheitsbilder.

von Thorwald Dethlefsen - ISBN 9783442114726

Taschenbuch, 381 Seiten
Veröffentlichung May 2008 bei Goldmann
Amazon-Verkaufsrang #1603
Bewertung 4.5/5.0 bei 41 Meinungen
neu: ab 9.00 Euro
gebraucht: ab 3.78 Euro
Autor: Thorwald Dethlefsen
ISBN 9783442114726
ISBN 3442114721 (alt)

Meinung der Redaktion zu Krankheit als Weg. Deutung und Be-Deutung der Krankheitsbilder.

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Kritik zu Krankheit als Weg. Deutung und Be-Deutung der Krankheitsbilder.

Heilung durch Erkenntnis vom 09.10.2007
Bewertung: 5 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 8 von 8 Besuchern hilfreich

Die beiden Verfasser arbeiteten während der 80er Jahre intensiv zusammen und schufen mit diesem Werk einen hervorragenden und leicht nachvollziehbaren Abriss des psychosomatischen Beziehungsgeflechts im menschlichen wie im kosmischen Organismus. Die Autoren verfügen dabei über unterschiedliche Herangehensweisen, die sich im Buch allerdings zu einer homogenen Entität vereinen. Thorwald Dethlefsen zählt zu recht zu den inspiriertesten esoterischen Schriftstellern, seine einschlägigen Schriften fesselten ein Millionenpublikum und eröffneten ihm eine völlig neue Sicht der Welt. Dethlefsen zeigt unter anderem auch in diesem Buch, dass ernsthaft betriebene Esoterik auf ehernen Grundsätzen beruht und festen Gesetzmäßigkeiten folgt.

Das Problem der zeitgemäßen Esoterik beruht ja gerade auf dem teils überhandnehmenden Wildwuchs, der ihr teilweise erhebliche Kritik einbrachte. Dethlefsen hingegen zeigt anschaulich, dass es hinter der sichtbaren Welt Ordnungsprinzipien gibt, die genauso zuverlässig und zwingend sind wie die physikalischen Naturgesetze. Der Grund für ihre geringe Bekanntheit liegt in der allgemeinen Dominanz der rationalen Wissenschaft. Dethlefsen weist mit bestechender Klarheit darauf hin, dass das wissenschaftlich-analytische Denken nur dem Weltbild der linken Gehirnhemisphäre und damit dem linearen, deduktiven Denken folgt. Anhand der Polaritätslehre zeigt er, dass es zum rational-wissenschftlichen Denken auch noch den Gegenpol des nicht minder bedeutsamen ganzheitlich-bildhaften Denkens gibt.

Während ersteres dem vertikalen, also geradlinigen Denkmodell folgt, denkt die Esoterik einschließlich aller Disziplinen in analogen, qualitativen und morphologischen Dimensionen. Es bringt Wesensqualitäten unterschiedlichster Betrachtungsebenen alleine aufgrund ihrer inhaltlichen Verwandtschaft miteinander in Beziehung. Den Bezugsrahmen dieses Denkens bilden Wesensarchetypen, die uns in der hermetischen Lehre, also in der traditionellen Esoterik, als "Planetenkräfte" begegnen. Die Gesamtheit aller beobachtbaren Phänomene lässt sich also einem dieser Planetensymbole zuordnen. Daraus ergeben sich verschiedene analoge Verwandtschaftsverhältnisse, die sich nicht durch materielle, sondern durch inhaltlich-qualitative Ähnlichkeit ergeben (Wesensverwandtschaft).

hier zwei Beispiele:

Sonne = männlich, Tag, Bewusstsein, Verstand, elektrisch, sauer
Mond = weiblich, Nacht, Unterbewusstsein, Gefühl, magnetisch, alkalisch

Es ist müßig, darauf hinzuweisen, dass gerde recht verstandene Astrologie und Homöopathie diesem analogen oder "senkrechten" Weltbild folgen. Durch ihren völlig unterschiedlichen Ansatz sind sie mit wissenschaftlich-rationalem Denken nicht in Übreinstimmung zu bringen - sie bilden in ihrer Systematik eben gerade den Gegenpol zum analytisch-sezierenden Charakter der "klassischen" Naturwissenschaften. Astrologie, Homöopathie, Spagyrik und Magie denken in Bildern, Entsprechungen und Gesamtzusammenhängen, unabhängig von der jeweils gewählten Bezugsebene (Sternenhimmel, Gemütslage, menschliches Sozialverhalten etc.). Deshalb sind sie aber nicht weniger systematisch, logisch oder gesetzmäßig als ihre wissenschaftlichen Penadants, sie werden jedoch meist schon vom Ansatz her falsch verstanden.

Echte, esoterische Astrologie beruft sich auch niemals auf fragwürdige "Gestirnseinflüsse", sie versucht lediglich das irdische Geschehen anhand der gesetzmäßigen Bewegungen auf der planetarischen Ebene analog zu deuten, sie projiziert somit die Verhältnisse der einen, gut beobachtbaren Ebene auf die andere, verworren und undurchsichtig erscheinende. Dieses Vorgehen folgt dem fundamentalen hermetischen Grundsatz der da lautet "wie oben, so auch unten".

Dieses Prinzip lässt sich allerdings auch auf die vermeintlichen Gegensatzpaare "innen" (Seele) und "außen" (Körper) oder Mikrokosmos (Mensch) und Makrokosmos (Weltganzes) anwenden. In diesem esoterischen Weltbild fehlt also das in der rationalen Naturwissenschaft zwecks Nachweisbarkeit obligatorische "Kausalverhältnis", statt dessen gilt das Prinzip der Synchronizität, also der Grundsatz der Gleichzeitigkeit, der sich auf faszinierende Weise auch in der modernen, vom Lehrgebäude der klassischen Physik abweichenden Quantenlehre zeigt.

Ausgehend von esoterischen Gesetzmäßigkeiten und Grundtatbeständen, wie sie in allen Kulturen und Weisheitslehren existieren, erläutert Dethlefsen die Methode des Hinterfragens von Krankheitsbildern. Er veranschaulicht, wie innere (emotionale, spirituelle, mentale) mit äußeren (körperlichen, habituellen, sozialen) Erscheinungen in Verbindung stehen und erläutert anhand dessen eine von alters her bewährte psychosomatische Heilkunde. Dabei enthüllt er den hinter allen Krankheitssymptomen stehenden "Sinn", also die Kernaussage, Botschaft oder Bedeutung, die sich hinter jedem Krankheitsbild verbirgt.

Wie schon erwähnt, vermittelt dieses Buch ein Verständnis des ganzheitlichen Denkens. Darunter fallen auch Themen wie Gut und Böse, Sünde, Polarität und Einheit. Sünde wird in der Esoterik als Abweichung von der ursprünglichen Harmonie begriffen, als Störung des Gleichgewichts der allem innewohnenden Polarität, wie man sie beispielsweise auch in der Elektrizitäts- und Schwingungslehre findet. Die hinter der Polarität stehende Einheit oder "Ewigkeit" im Sinne von Zeitlosigkeit benötigt zum Zwecke der Manifestation und Erkenntnis ein bipolares Bewusstsein, um Zeit und verschiedenartige Seinszustände wahrzunehmen und in ihrer Unterschiedlichkeit zu "erkennen".

Dieses Buch behandelt darauf aufbauend auch die Prinzipien von Licht und Schatten. Dabei geht es um den auch in der Tiefenpsychologie bekannten seelischen Schatten, der ins Unbewusste verdrängte und nach außen drängende Persönlichkeitsanteile umfasst, die laut der psychosomatischen Lehre das Bestreben haben sich zu somatisieren, die also körperliche, sichtbare Symptome erzeugen, um ihrer Verdrängung zu "entkommen". Dethlefsen geht mit faszinierender Klarheit und Anschaulichkeit vom Transzendenten zum Sinnfälligen und Konkreten und bedient sich dabei einer nüchternen, einfachen und verständlichen Sprache.

Die spirituelle Lehre sieht in jeder seelisch-körperlichen Störung die Manifestation eines inneren Ungleichgewichts bzw. einer mitunter ernsthaften Entwicklungskrise, die richtig gedeutet schon den Hinweis auf die rechte Therapie beinhaltet, welche nicht zuletzt in einer Bewußtseins- und Verhaltensänderung besteht. Diese Bewusstseinsveränderung setzt allerdings einen Erkenntnisprozess voraus, zu dem dieses Buch in leicht verständlichen Schritten verhelfen will. Heilung bedeutet demnach nichts anderes als "Ganzwerdung", wozu die Erkenntnis verdrängter Bewusstseinsinhalte und die Integration überfälliger Lernschitte verhelfen will. Die hier gelehrte korrekte Deutung der körperlichen und seelischen Symptomsprache soll diesen mitunter folgenschweren Erkenntnisprozess erheblich befördern bzw. initiieren.

Neben dem allgemeinen Teil Dethlefsens (Theoretische Voraussetzungen zum Verständnis von Krankheit und Heilung) beinhaltet das Buch einen sehr ausführlichen speziellen Teil Dethlefsens und Dahlkes (Deutung und Be-Deutung der Krankheitsbilder), der die Anwendung der Lehre in der Praxis nachvollziehbar erläutert. Dieses Buch liest sich von vorne bis hinten spannend wie ein guter Kriminalroman.

Der Hauptverfasser Thorwald Dethlefsen hat sich in den 90er Jahren weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, während sein Koautor Dahlke dessen Vermächtnis weiterpflegt und von Veröffentlichung zu Veröffentlichung eilt. Trotz der thematisch eng verwandten Nachfolgewerke gelang es dem Mediziner Dahlke nicht, an die spirituelle Tiefe und die schlichte, bestechende Weisheit Dethlefsens anzuknüpfen. Kein zweiter vermag die Grundsätze des esoterischen Weltbildes so bildhaft und einleuchtend zu erklären wie er.

Dieses Buch über die seelisch-körperlichen Beziehungen ist in seiner Wirkung bisher unübertroffen und einzigartig. Wer sich noch tiefer in die theoretischen Grundlagen der Analogielehre einarbeiten will, sollte auch die anderen Bücher Dethlefsens lesen, insbesondere "Schicksal als Chance", "Ausgewählte Texte" und "Ödipus der Rätsellöser". Die Dethlefsen-Schüler Rüdiger Dahlke und Nikolaus Klein verfassten das Buch "Das senkrechte Weltbild. Symbolisches Denken in astrologischen Urprinzipien", das umfangreiche Entsprechungstabellen für alle Analogieebenen enthält.

Weitere ISBN:
978-3-442-11472-6, 978-3-4421-1472-6
978-3-44211-472-6, 978-3442114726, 978-3-44-211472-6
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