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Kulturgeschichte der Neuzeit: Die Krisis der europäischen Seele von der schwarzen Pest bis zum Erst

von Egon Friedell - ISBN 9783406564628

Gebundene Ausgabe, 1580 Seiten
Veröffentlichung Oct 2007 bei Beck
Amazon-Verkaufsrang #77433
Bewertung 5.0/5.0 bei 11 Meinungen
neu: ab 24.90 Euro
gebraucht: ab 17.85 Euro
Autor: Egon Friedell
ISBN 9783406564628
ISBN 3406564623 (alt)

Meinung der Redaktion zu Kulturgeschichte der Neuzeit: Die Krisis der europäischen Seele von der schwarzen Pest bis zum Erst

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Kritik zu Kulturgeschichte der Neuzeit: Die Krisis der europäischen Seele von der schwarzen Pest bis zum Erst

Bei entsprechender kritischer Grundhaltung bringt die Lektüre dieses Werkes auch in Einzelteilen hà vom 03.05.2008
Bewertung: 5 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 8 von 8 Besuchern hilfreich

Egon Friedell wurde 1878 in Wien geboren. Er gehörte dort bis zu seinem Selbstmord einige Tage nach dem Einmarsch der nationalsozialistischen Hitlertruppen am 16. März 1938 zu den prägenden und bestimmenden Persönlichkeiten des Wiener Kulturlebens. 1927 veröffentlichte er den ersten Band seiner "Kulturgeschichte der Neuzeit" die er als Trilogie 1931 abschloss. C.H.Beck stellt sie hier in einer preiswerten gebundenen Dünndruckausgabe einem Publikum zur Verfügung, das, bei entsprechender Berücksichtigung der Umstände, auch nach fast 80 Jahren dieses Werk als ein geistiges und intellektuelles Erlebnis lesen kann und wird.

Ulrich Weinzierl schreibt in einem ausführlichen Nachwort, in dem er den zeitgenössischen Leser in die Gedankenwelt Friedells einführt und auch seine einmal als "Modultechnik" beschriebene Art der literarischen Produktion erläutert, seine Texte "wirken streckenweise, mit heutigen Augen gesehen, ideologisch bedenklich, manche Formulierungen sind die reinste Provokation."

Besonders deutlich wird es an der Religion. 1897 war Egon Friedell konvertiert, vom Judentum zum lutherischen Bekenntnis. Er hatte dabei keinerlei assimilatorische oder opportunistische Gründe, sondern seine Konversion geschah aus glühender Überzeugung. Und ähnlich wie bei anderen Juden in der Geschichte, wurde der Jude Friedell ein kämpferischer Antisemit. Auch in der hier vorliegenden "Kulturgeschichte der Neuzeit" hat er nicht verhehlt, dass er den "jüdischen Geist", den Einfluss der jüdischen Religion für ein großes Verhängnis hält.

Dennoch: wenn man all diese Bedenken, von denen Weinzierl Dutzende aufzählt, einmal beiseite lässt, "kapitulieren wir auch vor dessen Vorzügen." Mit selten gelesener Präzision umreißt der Untertitel Wesen und Konzept der Studie: "Die Krise der europäischen Seele von der Schwarzen Pest bis zum Ersten Weltkrieg."

Alfred Polgar nennt Friedells Kulturgeschichte der Neuzeit 1950 "ein glänzend daneben gelungenes, an überzeugenden Absurditäten reiches, den Leser aufs vergnüglichste ärgerndes Buch einer laienhaften Fachmanns, dessen Fehler so erheblich sind wie das geistige Kapital, das er aus ihnen zu schlagen weiß."

Die eng bedruckten Seiten lesen sich auch deswegen und vor allem wegen ihrer sprachlichen und geistigen Frische wie ein Roman. Auch die Lektüre einzelner Teile davon bringt, wie gesagt, bei entsprechender kritischer Leserhaltung, hohen Gewinn.



Weitere ISBN:
978-3-406-56462-8, 978-3-4065-6462-8
978-3-40656-462-8, 978-3406564628, 978-3-40-656462-8
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