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Moderne Architektur und Pflanzenwelt: Analogien

von Alejandro Bahamón - ISBN 9783421036957

Broschiert, 191 Seiten
Veröffentlichung Mar 2008 bei Dva
Amazon-Verkaufsrang #173155
Bewertung 4.0/5.0 bei 1 Meinungen
neu: ab 29.95 Euro
gebraucht: ab 14.10 Euro
Autor: Alejandro Bahamón
ISBN 9783421036957
ISBN 3421036950 (alt)

Meinung der Redaktion zu Moderne Architektur und Pflanzenwelt: Analogien

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Kritik zu Moderne Architektur und Pflanzenwelt: Analogien

Moderne Architektur und Pflanzenwelt vom 19.04.2008
Bewertung: 4 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 8 von 8 Besuchern hilfreich


Nach Ansicht der Autoren gehören das gezielte Beobachten der Natur und die Suche nach Analogien zu den ergiebigsten Methoden beim Entwerfen von architektonischen Formen.
Das Experimentieren ist grundsätzlich eines der wichtigsten Mittel in diesem Prozess. Architekten sollen verstehen, dass eine Evolution im Bauwesen sich nicht nur ausschließlich an die scholastischen Prinzipien der Bauhäusler orientieren sollte. Die Bauhäusler haben letztendlich für ihre philosophische Haltung Grundsätze formuliert, die heute oft als einzig wahr angesehen werden und alles Übrige wird dann bei der Formgebung lediglich aus ihnen logisch deduziert.

Nach Ansicht der Vertreter der organischen Architektur kann man über die Welt nur etwas erfahren, indem man nachschaut, wie sie tatsächlich ist. Ein Entwurf sollte daher nicht durch einen vorab formulierten Leitsatz bestimmt sein, sondern das Experiment sollte später ein Axiom hervorbringen.

Angefangen von einfachsten Bauten bis hin zu den Arbeiten bedeutender Architekten gab es immer wieder Interpretationen von Formen aus der Natur, welche durch Analogien auf die Architektur übertragen wurden. Die Autoren machen dem Leser klar, dass die Architektur nicht nur im gestalterischen Bereich, sondern auch in funktionaler Hinsicht von der Natur profitieren kann. Dazu zählen beispielsweise: Lichtführung, Umgang mit Wasser und Wärme oder Schutzmechanismen gegen extreme Umgebungsbedingungen. Die Autoren dokumentieren zu diesem Zweck außergewöhnliche Gebäude, die Strukturen aus der Pflanzenwelt einbeziehen, und geben damit einen Anstoß, zu nachhaltigeren Architekturformen zu gelangen.

Wünschenswerte wäre beispielsweise auch eine intensivere Betrachtung der Arbeit Frei Ottos (Gründer des Instituts für leichte Flächentragwerke in Stuttgart) oder der Ingenieursleistungen eines Fritz Leonhardt (z.B. Betonnadel: Fernsehturm Stuttgart) gewesen. Beide Persönlichkeiten mussten aufgrund mangelnder wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Verwirklichung ihrer Bauwerke experimentieren.

Am bekanntesten ist Frei Ottos zeltartige Dachkonstruktionen über den Sportstätten im Münchener Olympiapark. "Die optimale Form seiner Dächer entwickelte Otto anhand von Experimenten mit Drahtmodellen, die er in Seifenlauge tauchte und dann von Seifenblasen mit der geringst möglichen Kohärenz überspannt wurden. Diese Grundform stellt jedoch nur einen Teil seiner Ideen und Bauten dar, als weitere elementare Formen sind der Pneu, Gitterschalen und Seilnetze zu nennen. Er übertrug jenes natürliche Formungsprinzip dann auf die Seilnetze, indem er diese Netze aufhängte, deren Form stabilisierte und sie schließlich umkippte." Seit den 50er Jahren experimentieren Bauexperten mit Seifenblasen, um Lösungen für extrem materialsparende Bauten zu entwickeln. So nutzen die Architekten die natürliche Form der Seifenhäute als Vorbild für stabile und sichere Baukonstruktionen. Allerdings arbeitete auch der spanische Jugendstilarchitekt Antoni Gaudi nach ähnlichen Prinzipien. Der nadelförmige Fernsehturm über Stuttgart, den Fritz Leonhardt im Jahr 1955 errichtete, ist die konstruktive Nachbildung eines Grashalms, der sich allerdings im Gegensatz zur Natur nicht in große Schwankungen bei Wind begeben darf. Vor allem eine tiefgründige Betrachtung der Ingenieurbauten fehlt in diesem Buch, welches letztendlich dadurch mehr ein Ideenlieferant ist oder Lehrmeister zum bewussten beobachten ist. - Christoph Erlemeier -

Weitere ISBN:
978-3-421-03695-7, 978-3-4210-3695-7
978-3-42103-695-7, 978-3421036957, 978-3-42-103695-7
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