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Musil, Gödel, Wittgenstein und das Unendliche

von Rudolf Taschner - ISBN 9783854523871

Gebundene Ausgabe, 56 Seiten
Veröffentlichung Sep 2008 bei Picus Verlag Gmbh
Amazon-Verkaufsrang #9188
Bewertung 5.0/5.0 bei 2 Meinungen
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Autor: Rudolf Taschner
ISBN 9783854523871
ISBN 3854523874 (alt)

Meinung der Redaktion zu Musil, Gödel, Wittgenstein und das Unendliche

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Kritik zu Musil, Gödel, Wittgenstein und das Unendliche

Treffen im Unendlichen vom 16.12.2006
Bewertung: 5 von 5 Sternen
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"Wären die Tore der Wahrnehmung freigelegt,
erschiene dem Menschen alles, wie es ist: unendlich."
(William Blake)

Das Anliegen der Wiener Vorlesungen ist eine Schärfung des Blicks auf die Differenziertheit und die Widersprüchlichkeit der Wirklichkeit.
Allein dieser Satz des Vorwortes macht neugierig auf eine Vorlesung Taschners, der es auf 40 Seiten schafft, einen Bogen zu spannen, der die Fragen der frühen Griechen nach Logik am Beispiel eine Musiltextes aufgreift, mit Worten Paulus und Ciceros anreichert und mit einer literarischen Vorstellung über Unendlichkeit am Beispiel Musils Törleß beantwortet. Dieser Bogen ist wie ein Kreis mit Durchmesser eins, der abgerollt auf einem Lineal zu einem Punkt kommt, der in der Annäherung der Arithmetik nicht zu fassen ist, weil er eben im Nachkommastellenbereich unendlich ist; Arithmetik trifft Geometrie. Diese Unendlichkeit der Möglichkeiten wie in der Behauptung eines Kreters, >Alle Kreter lügen<, und dessen Wahrheitsfindung ist die Suche nach wahrer Logik, nach einer wahren Aussage, die in der Verbindung von Geometrie und Arithmetik nicht zu finden war, die Cantor im Rahmen der Mengenlehre suchte, Hilbert ebenso im Hypothesenkontinuum nicht finden konnte und bei Gödel letzte Ruhe fand, in dem er den Unvollständigkeitssatz bewies. Wittgenstein dagegen sieht dieses Problem allein auf den Versuch, durch Sprache (Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.) alles bildhaft zu machen und verzichtet nahezu darauf getreu seiner Logik im Tractatus: Was gesagt werden kann, sollte gesagt werden, was nicht gesagt werden kann, darüber müsse man schweigen. Letztendlich finden wir mit Musil die Sichtweise auf die Unendlichkeit, die dem jungen Törleß widerfährt. Sie zu sehen macht sie bedrohlich, er schließt die Augen, damit sie ihn nicht quält.

Eine bravouröse Vorlesung Taschners, ein äußerst interessantes Thema, beleuchtet aus der der Sicht der Philosophie, der Mathematik und der Literatur. Ein wahrer Beitrag zur Schärfung des Blicks auf die Wirklichkeit. Eine demnach logische Empfehlung.

Weitere ISBN:
978-3-854-52387-1, 978-3-8545-2387-1
978-3-85452-387-1, 978-3854523871, 978-3-85-452387-1
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