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Necrophobia 2. Horror-Geschichten. 2 CDs. Gänsehaut für die Ohren

von Howard Ph. Lovecraft - ISBN 9783785714836

Audio CD, 0 Seiten
Veröffentlichung Mar 2005 bei Lübbe / LPL records
Amazon-Verkaufsrang #27729
Bewertung 5.0/5.0 bei 5 Meinungen
neu: ab 13.89 Euro
Autor: Howard Ph. Lovecraft
ISBN 9783785714836
ISBN 3785714831 (alt)

Meinung der Redaktion zu Necrophobia 2. Horror-Geschichten. 2 CDs. Gänsehaut für die Ohren

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Kritik zu Necrophobia 2. Horror-Geschichten. 2 CDs. Gänsehaut für die Ohren

Bewährtes Rezept gegen Langeweile & Alltag! vom 29.05.2005
Bewertung: 5 von 5 Sternen
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Ein teuflischer Pilzbewuchs, die Sammelleidenschaft eines Mannes, die uralte Angst, lebendig begraben zu werden, das Außenseitertum und schließlich Mordgier gepaart mit religiösem Wahnsinn: Das sind die Zutaten für Necrophobia 2.
Den Anfang macht die schaurig schöne „Stimme in der Nacht" von Hodgson.
Das Meer hält so manches Grauen bereit: Das müssen zwei Seeleute in einer nebeligen Nacht erfahren. Aus der Dunkelheit ertönt die Stimme eines Mannes und bittet die beiden um Hilfe, in das Licht ihrer Scheinwerfer will er sich jedoch nicht begeben. Als die Seeleute sich dazu durchringen, einen Teil ihrer Vorräte mit der offensichtlich geplagten Seele zu teilen, erfahren sie im Austausch, was den Schiffbrüchigen dazu bewogen hat, sein Antlitz zu verhüllen und nicht näher an das Schiffer seiner Helfer heranzukommen, als seine Stimme in der Nacht durch den Nebel dringt.
Der sonderbare Mann erzählt eine Geschichte von Liebe und Aufopferung und von einer Prüfung, die gerade erst begonnen hatte, als sich der Mann und seine Verlobte im allerletzten Moment von einem sinkenden Schiff retten konnten. Nach einer Irrfahrt über das offene Meer erreichte das Paar schließlich eine Insel, vor der ein verlassenes Schiff trieb. Was sie an Bord fanden, schien auf den ersten Blick ganz harmlos zu sein, doch wurden sie im Laufe der nächsten Tage und Wochen langsam eingekreist, bis sie selbst der Nährboden des Bösen wurden und nicht nur ihr Leben, sondern auch ihre Menschlichkeit in Gefahr war.
„Die Stimme in der Nacht" mag bei dem ein oder anderen Leser gewisse Ähnlichkeiten mit einer Kurzgeschichte keines geringeren als Stephen King erkennen lassen, doch Ehre wem Ehre gebührt: Hodgson hat seiner beklemmende Erzählung bereits 1914 zu Papier gebracht, also lange bevor an den King of Horror auch nur zu denken war.
Die atmosphärische Mär weist zwar hier und da einige logische Lücken auf, doch ist das Seemannsgarn ja auch nur das Vehikel für eine wirklich widerliche Idee, die auch nach beinahe einem Jahrhundert nichts von ihrer abstoßenden Abartigkeit verloren hat.

Die zweite Geschichte macht einen Sprung in die Gegenwart: „Der Mann, der Clive Barker sammelte" ist der Gesprächspartner einer jungen Frau. Der Typ sammelt die signierten Erstausgaben von Pulp Horror Autoren, als handele es sich um Reliquien. Seine kenntnisreichen Ausführungen über die Qualität dieses oder jenes Autors als Sammlerobjekt sind für die junge Frau völlig uninteressant. Warum sie sich dennoch die zunehmend abstruser werdenden Geschichten der ihr völlig unbekannten Autoren und die dazugehörigen Entstehungsgeschichten der signierten Bände anhört, bleibt zunächst unklar.
Schließlich kommt der Mann endlich zu Clive Barker und seinen Büchern des Blutes. Und nun schlägt sein bislang eher etwas spinnerte Sammlertick eindeutig in Wahnsinn um, als er der Frau erzählt, was es mit einigen seiner besonderen Sammlerausgaben auf sich hat ...
Dewmans Geschichte „Der Mann, der Clive Barker sammelte" funktioniert nicht nur als Horrorgeschichte, die ganz nebenbei die klassischen Elemente des Genres mit Leichtigkeit verwendet, ohne dabei in Klischees zu verfallen, sondern gleichzeitig auch als augenzwinkernde Hommage und Persiflage an all die Fans da draußen, die mit Lichtschwertern herumrennen, sich Elfenohren basteln oder eben wirklich jedes Buch von Clive Barker haben - mit persönlicher Widmung und einen Datum kurz vor dem offiziellen Erscheinungstermin, sowie Zombiezeichnung und „Totem Baby Witz" versehen, versteht sich ...

Die älteste Geschichte steuert Paul Busson bei. Bereits 1903 schrieb er von einem Mann, der „Rettungslos" lebendig begraben wird. Hier entsteht der Horror unwiderstehlich im Kopf des Hörers, den Busson schrieb seine Geschichte so minuziös und detailversessen, dass es dem Hörer wie der Hauptfigur ergeht: rettungslos wird er unter der Wucht der Erzählung begraben.

Ganz ohne den Altmeister HPL geht es einfach nicht und das ist auch gut so. Bis zum nächsten Lovecraft Projekt von LPL verkürzt uns „Der Außenseiter" die Wartezeit.
Der Hörer folgt einem sonderbaren Wesen durch die Nacht, einem Mann ohne Vergangenheit und ohne Zukunft. Er wuchs in einem einsamen Schloss auf, umgeben von einem finsteren Wald. Seiner merkwürdigen Existenz müde beschließt der Mann, den höchsten Turm zu erklimmen, um endlich einmal den Blick in Freiheit schweifen lassen zu, doch erwarten ihn gleich zwei Überraschungen, ehe er sich besinnt und die Erinnerung und damit auch seine Vergangenheit und seine Zukunft zurückkommen.
Man mag sich darüber streiten, ob Lovecrafts häufig gedruckter und viel zitierter „Außenseiter" tatsächlich das ultimative, schriftstellerische Manifest zu seiner eigenen Künstlerexistenz war - tatsächlich schrieb er es in einer Phase des Umbruchs und der Veränderungen in seinem Leben.
So oder so handelt es sich um eine Geschichte, die einmal mehr beweist, dass HPL zu den innovativsten Horrorautoren gehört. Die Perspektive der Geschichte ist zugleich einmalig fremd und doch vertraut, ein Widerspruch, wie ihn eben nur Lovecraft in seinen Geschichten aufzulösen vermag.

Einen allzu schnellen Abschluss bildet „Summertime", eine Geschichte von Somtow. Es handelt sich um eine typische Vater-Sohn-Geschichte und einen scheinbar endlosen Sommer voll Fischen, Lagerfeuer und Familienidylle. Na ja, eine ganz so typische Vater-Sohn-Geschichte ist es dann wohl doch wieder nicht, denn die beiden sind vom Herrn selbst zu Menschenfischern gemacht worden und so ziehen sie durch die abgelegenen Orte der USA, suchen und jagen Prostituierte, fangen sie und foltern sie stundenlang, bis diese schließlich, von den Qualen der Misshandlung um den Tod bitten.
„Summertime" ist nicht unbedingt eine Geschichte, die durch Subtilität glänzt und stellt einen ziemlichen krassen Gegensatz zu dem eher psychologischen Horror einer Erzählung wie „Rettungslos" dar. Doch hat eine blutige Slasher Geschichte eindeutig in der Sammlung gefehlt und die Geschichte von den beiden Serienkillern istviel intelligenter und durchdachter, als es zunächst den Anschein haben mag. Der psychologische Unterbau der Figuren geht weit über das übliche Maß hinaus, ohne dabei jedoch auf langweiligen Ausflügen in die Psyche oder die Vergangenheit zurückgreifen zu müssen.

„Necrophobia 2" ist die perfekte Mischung aus klassischem Horror und dem Besten der Gegenwart. Einmal mehr ist es gelungen, atmosphärische Geschichten durch hochkarätige Sprecher zu unheiligem Leben zu erwecken. Der große Pluspunkt ist die Auswahl der Geschichten, denn auch in der zweiten Ausgabe verlässt sich LPL Records nicht nur auf die Zugkraft großer Namen und etablierter Autoren, sondern wandert abseits der ausgetretenen Pfade in ganz neuen Bereichen der Finsternis.

Weitere ISBN:
978-3-785-71483-6, 978-3-7857-1483-6
978-3-78571-483-6, 978-3785714836, 978-3-78-571483-6
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