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Neulich im Geißbockheim: Das total unglaubliche FC-Buch

von Ralf Friedrichs - ISBN 9783923838578

Broschiert, 160 Seiten
Veröffentlichung Oct 2007 bei Edition Steffan
Amazon-Verkaufsrang #40776
Bewertung 5.0/5.0 bei 5 Meinungen
neu: ab 9.90 Euro
gebraucht: ab 4.99 Euro
Autor: Ralf Friedrichs
ISBN 9783923838578
ISBN 3923838573 (alt)

Meinung der Redaktion zu Neulich im Geißbockheim: Das total unglaubliche FC-Buch

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Kritik zu Neulich im Geißbockheim: Das total unglaubliche FC-Buch

Ein tolles Buch ! vom 09.01.2008
Bewertung: 5 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 1 von 2 Besuchern hilfreich

Das Buch - Neulich im Geißbockheim - beinhaltet fiktive Geschichten aus der Führungszentrale des 1.FC Köln. Dabei wird im Stil eines Rollenspiels die Vorstandsetage des Vereins humorvoll auf die Schippe genommen. Die 25 Kapitel beinhalten angeblich heimlich mitgeschnittene Meetingprotokolle der Entscheidungsträger Wolfgang Overath, Jürgen Glowacz, Stephan Engels und Michael Meier. Im Laufe der Zeit erscheint auch noch Christoph Daum auf der Bildfläche.

Die einzelnen Storys haben meist reale Begebenheiten aus der jeweiligen Aktualität des Vereins, etwas ein bestimmtes Spiel oder ein Trainingslager etc, zur Vorlage. Aus diesen realen Vorlagen strickt sich der Autor, Ralf Friedrichs, seine eigenen Realitäten zusammen. Zumindest darüber, was sich bzgl. dieser Vorgänge hinter den Kulissen abgespielt haben könnte. Dabei lässt er die Hauptpersonen in merkwürdig absurde Situationen geraten. Mal müssen sich die Meeting-Teilnehmer, auf Geheiß ihres Präsidenten Overath, auf den Knien rutschend auf die Suche nach dessen Lieblings-Büroklammer (!) machen, mal lassen sie die Optimierungsvorschläge eines blasierten Unternehmensberaters über sich ergehen. Weiterhin werden merkwürdige Pläne zur Verpflichtung von Englands Fußball-Schönling David Beckham geschmiedet oder wie man den russischen Öl-Multi Abramowitsch dazu bringen könnte, einige seiner Millionen in den 1.FC Köln zu pumpen.

Dabei erfindet Friedrichs für die jeweiligen Meeting-Teilnehmer diverse Eigenheiten, die sich im weiteren Verlauf des Buchs zu Running-Gags entwickeln. Engels z.B. scheint eher nur für die Bierversorgung (Steff, holl ens ene Kranz) und diverse, wirklich komische, Gesangseinlagen verantwortlich zu sein. Vize-Präsident Glowaczs Tauglichkeit reicht hingegen nur zur Annahme des Telefonhörers, um seinen einzigen Hochdeutsch-tauglichen Satz zu kommunizieren (Jürgen Glowacz, Vize-Präsident des 1.FC Köln?). Weiterhin gönnt er seiner Haut oftmals einen Besuch auf der Sonnenbank und er scheint auch einem Gedankenaustausch mit jedwedem weiblichen Gegenüber nicht abgeneigt zu sein.

Engels und Glowacz bilden somit die reinen Overath-Bewunderer ab, kommen eindeutig als Claqueure ohne eigene Meinung und Fach-Kompetenz rüber. Da wird der Kölsche Humor dann auch zur Satire, denn dies ist eine eindeutige Kritik an den realen Verhältnisse im rheinischen Groß-Verein.

Manager Michael Meier kommt augenscheinlich am Besten weg, weil er zumindest bemüht ist, diverse Probleme zu lösen. Jedoch fügt er sich recht schnell in seine Rolle als gut bezahlter Funktionär, anstatt wirklich etwas zu bewegen oder gar ernsthaft aufzubegehren. Daum wird als von sich selbst sehr überzeugter Egomane dargestellt, allerdings verliert er jedes Mal etwas die Fassung, sobald das Wort HAARE fällt. Ein eindeutiger Hinweis Richtung seiner Kokain-Affäre. Präsident Wolfgang Overath wird als leicht cholerischer und ewig gestriger Patriarch karikiert, der zwar die schützende Hand über seine Vasallen hält, dafür aber den absoluten Gehorsam und natürlich keinerlei Widerspruch erwartet.

All diese Kritik verpackt Friedrichs jedoch in teilweise atemberaubend komische Dialoge, humorvollen Wortspielen und skurillen Szenarien, so dass dieses Werk nicht eine einzige Sekunde langweilig wird. Dies ist dem Autor insofern hoch anzurechnen, da es von der Handlungsseite quasi immer um die gleiche Grundidee geht (Das Meeting sowie das Abdriften des Meetings ins Absurde). Doch Friedrichs wechselt oftmals die Ortschaften, hört seine Opfer nicht nur im Büro des Geißbockheims ab, sondern verwanzt auch Overaths PKW auf der verrückten Fahrt nach Fürth oder belauscht die Leute auch in deren Stammkneipen und in Biergärten.

Weiterhin lässt er mit Reiner Calmund (mehrfach, sehr lustig), Franz Beckenbauer, Udo Lattek etc. immer wieder Gaststars auftreten.

Fazit: Die einzelnen Geschichten sind wirklich sehr lustig, aber auch hintersinnig. Manchmal wird etwas arg viel Bier konsumiert, doch in den Klamauk driftet das Buch glücklicherweise trotzdem nicht ab. Echte Kenner des Vereins erkennen auch viel Hintergründiges und sehr viel Wahres. Die Geschichten kommen der Realität weitaus näher, als man denkt. Für Fans des 1.FC Köln ist dieses Buch absolut zu empfehlen, da es zwar das Führungspersonal nicht schont, sie aber auch nicht völlig an den Pranger stellt. Der rheinische Humor fängt so manche Breitseite etwas ab und gestaltet die Kritik etwas erträglicher. Ein wenig Kölsch oder rheinisch sollt man allerdings schon können um das Buch genießen zu können, ebenso wäre etwas Hintergrundwissen zum 1.FC Köln vorteilhaft.

In einigen Gazetten (u.a. Kölner Stadt-Anzeiger) ist bereits von einem Kultbuch die Rede. Leider ist das Wort Kult in den letzten Jahren etwas inflationär benutzt worden. Jedoch könnte ich mich in diesem Fall dieser Meinung anschließen.

Neulich im Geißbockheim, ist somit ein fulminantes Debüt eines hoffnungsvollen neuen Autors, welches Lust auf mehr macht. Natürlich legt sich Friedrichs die Latte für evtl. Fortsetzungen sehr hoch.

Bewertung: Ich gebe auch 5 Punkte, da es keine 4,5 gibt. Gegen Ende des Buchs bekommen 2-3 Kapitel einige Längen. Da aber auch dort noch vereinzelte Dialog-Highlights zu finden sind, ist der Autor der 5 näher als der 4 und es gibt doch die volle Punktzahl.

Weitere ISBN:
978-3-923-83857-8, 978-3-9238-3857-8
978-3-92383-857-8, 978-3923838578, 978-3-92-383857-8
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