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Neununddreißigneunzig. 39.90

von Frederic Beigbeder - ISBN 9783499233241

Taschenbuch, 272 Seiten
Veröffentlichung Nov 2002 bei Rowohlt Tb.
Amazon-Verkaufsrang #1388
Bewertung 3.0/5.0 bei 98 Meinungen
neu: ab 9.90 Euro
gebraucht: ab 5.89 Euro
Autor: Frederic Beigbeder
ISBN 9783499233241
ISBN 349923324X (alt)

Meinung der Redaktion zu Neununddreißigneunzig. 39.90

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Kritik zu Neununddreißigneunzig. 39.90

HASS vom 24.08.2008
Bewertung: 3 von 5 Sternen
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Der Leser soll lernen, die Epoche zu hassen. Wers noch nicht tut, dem wirds leicht gemacht. Doch dafür bedarf es keines Buches mehr. Die wirkliche Herausforderung an die Intellektuellen ist die Anregung von Alternativen in der trostlosen Zeit von Ideen für ein richtiges Leben im Falschen. Beigbeder selbst macht zwei Vorschläge und lässt sie beide scheitern.
Erstens der 68er Marsch durch die Institutionen (hier in der Werbe-Industrie) und zweitens der resignierte sinnentleerte hedonistische Rückzug.
Option 1: Der Protagonist hat aus Überdruss und Scham begonnen, ein Buch zu schreiben, um mit der Art und Weise seiner Tätigkeit abzurechnen. Doch dessen Fertigstellung und Veröffentlichung wird durch Anerkennung für seine gehasste Arbeit sehr unwahrscheinlich. Zumindest in dieser Branche des Leute-Verarschens lässt der Autor Gramscis Bild des ins Flugzeug steigen müssen, um es entführen zu können voll gegen den Baum laufen.
Option 2: Auch die Alternative des exklusiven, weltabgewandten privaten Glücks (Ghost Island) missrät wegen der absoluten Sinnentleerung. Patrick, wie auch Marc zuvor lässt sich ins Meer treiben
Was hat das für die Menschen zur Folge? Die permanente Dissonanz zwischen Wissen/ Wollen und Tun führt zu Selbstzerstörung und Perversionen (wie auch schon von seinem Kumpel Houellebecq bis über das Maß des Erträglichen dargestellt).
Wie kann ich nun als Rezipient und in Anerkennung des Geschilderten weiterleben und das möglichst ohne diese unerträglichen Impulsdurchbrüche?!? An zwei Stellen lässt der Autor etwas blicken.
Wütend, neidisch und bewundernd werden die happy few beobachtet, die zumindest nach außen den Anschein glücklicher Menschen machen. Was die jedoch anders wirken lässt, wird ihm nicht klar es macht traurig, den Protagonisten so ideenlos sehen zu müssen, hat er doch mit Sophie und Kind eine große Chance aus den Händen gegeben.
Der karthartische Mord an der Amerikanerin Systemdekadenz in persona - ungezügelt und destruktiv wie der Zorn hochkochender Banlieues. Ein geplatztes Ventil, das ihm das System nicht verzeiht, denn NICHT alles ist erlaubt. Es ist augenscheinlich NICHT so, dass jeder Ungehorsam eine Form des Gehorsams geworden ist.

Und so möchte man meinen, liefert Beigbeder eher (danke) als sein Kollege Houellebecq, wenigstens zwischen den Zeilen die Andeutung eines richtigen Lebens in der Gesamtscheiße. Man mag es sich nach seiner Fasson zusammenmischen aus: tatsächlichem Ungehorsam, wirkungsvoller Flugzeugentführung und Familienglück. Nur so bekommt der Hass eine progressive Seite!

Weitere ISBN:
978-3-499-23324-1, 978-3-4992-3324-1
978-3-49923-324-1, 978-3499233241, 978-3-49-923324-1
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