Niemalsland
von Neil Gaiman - ISBN 9783453137578
Taschenbuch, 365 Seiten
Veröffentlichung Jul 1998 bei Heyne
Amazon-Verkaufsrang #1678
Bewertung 4.5/5.0 bei 62 Meinungen
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Autor: Neil Gaiman
ISBN 9783453137578
ISBN 3453137574 (alt)
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Kritik zu Niemalsland
Eine seiner besten Novellen vom 16.05.2008
Bewertung: 4 von 5 Sternen
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Der Hauptprotagonist Richard, ein Paradeexemplar eines Londoner Großstadtbürgers, dessen Seele schon längst für alles jenseits des Profanen abgestorben ist, wird als unfreiwilliger Held auf die andere Seite gezogen: Unten-London, dessen Atmosphäre sehr stark an die Hörbuch-Reihe um Emily Lang erinnert, ist ein phantastisches - aber auch gefährliches Reich von Gauklern, Dämonen und zwielichtigen Engeln.
Wer sich noch an die Haupfigur aus Anansi Boys (gemein ist hier die "gute" Seite) erinnern kann, so oder so ähnlich agiert und denkt auch Richard. Richard, skeptisch, Bürokrieger und absolut unfähig in einer nicht urbanen Umgebung zu Überleben bereut schon bald seine Heldentat vor dem Museumseingang: Eigentlich "wollte" er mit seiner zickigen und karrieregeilen Verlobten eine Vernissage besuchen - doch plötzlich entdeckt er ein verletztes und blutüberströmtes Mädchen auf der Straße. Er rettet das Mädchen namens Door und versorgt es zu Hause - da sie ihn bittet sie keinenfalls in ein Krankenhaus einzuliefern.
Danach ist nichts mehr wie es einmal war. Gejagt von zwei erstklassigen Auftragsmördern und sadistisch-angehauchten Foltermeistern mit hunderten von Jahren an "Berufserfahrung", geschmückt mit einer typisch britisch-aristokratischen Ausdrucksweise (die eiskalten Dialoge sind einfach nur köstlich!) muss er mit Door in das magische Unter-London flüchten. Und dort beginnt der "Spass" erst wirklich. Und das Schlimmste ist: Einen Weg zurück gibt es auch nicht! Er existiert im normalen (Ober-)London einfach nicht mehr. Seine Wohnung wird aufgelöst, seine (Ex-)Freundin erkennt ihn nicht wieder und sein Arbeitsplatz ist auch Geschichte. Ähnlich wie bei seinem Werk "Der Sternenwandler" spielen auch hier die Märkte eine besondere Bedeutung. Zunächst völlig perplex und orientierungslos anrangiert sich Richard immer mehr mit dieser sonderbaren Umwelt so daas er schlißelich Door und ihren Helfern mit der Zeit doch eine kleine Hilfe wird.
Um Door, dem sympathischen Menschenmädchen gruppiert sich auch die gesamte Rahmenhandlung. Sie stammt aus einer ganz besonderen Familie die Schlösser auch dort öffnen kann - wo gar keine Türen existieren. Diverse Gestalten wollen sich diesen Umstand zu Nutze machen und Door dafür missbrauchen. Ihre gesamte Familie wurde schon getötet. Viele Wahlmöglichkeiten bleiben ihr also nicht, und so sieht sie sich gezwungen auf die Hilfe von Verbündeteten zurückzugreifen. Doch noch ahnt sie nicht, dass nicht alle mit offenen Karten spielen und die beiden Profikiller mit erschreckender Präzension immer näher rücken. Kann ihr Leben vielleicht durch die legendäre Hunter - die beste Leibwächterin und "Großwild"-Jägerin in Unter-London beschützt werden? Als dann auch noch ein mysteriöser Engel auftaucht wird die Angelegenheit immer komplizierter...
Viele skurrile und eigenständige Charaktere bevölkern das kleine Mini-Universum von Gaimann. Spannend ist die Geschichte zwar nicht wirklich, dafür plastisch, abwechslungsreich und durchaus überraschend erzählt. Die Nachgeschichte / der Epilog - also der Teil nach dem Ende der eigentlichen Haupthandlung ist für meine Verhältnisse etwas zu lange ausgefallen. Dafür hätte man ruhig den "Endkampf" noch etwas "aufmotzen" können.
Wer auf unterschwellige Ironie, Fabelwesen und Mythologie steht - der ist bei Gaimann an der richtigen Adresse. Seine Charakter sich vieldimensional gestrickt und lassen sich - vielleicht mit Ausnahme der beiden Auftragsmörder - nicht in das gängige und kitschige Gut-Böse-Schema einreihen. Gut so!
Abschließend bleibt festzustellen: Gaiman liest sich am besten als Roman. Seinen Novellen fehlt etwas die tiefere Entfaltung seiner Helden. Nichtsdestotrotz: Wesentlich besser als die Novelle "Coraline". Referenz bleiben jedoch unangefochten "American Gods" und "Anansi Boys". Dem Autor liegen epische Geschichte einfach mehr.
978-3-453-13757-8, 978-3-4531-3757-8
978-3-45313-757-8, 978-3453137578, 978-3-45-313757-8
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