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Nimm nur mit, was du tragen kannst: Auf den Spuren Heinrich Heines durch den Harz

von Achill Moser - ISBN 9783455500776

Gebundene Ausgabe, 203 Seiten
Veröffentlichung Mar 2008 bei Hoffmann und Campe
Amazon-Verkaufsrang #85943
Bewertung 3.0/5.0 bei 3 Meinungen
neu: ab 19.95 Euro
gebraucht: ab 12.90 Euro
Autor: Achill Moser
ISBN 9783455500776
ISBN 3455500773 (alt)

Meinung der Redaktion zu Nimm nur mit, was du tragen kannst: Auf den Spuren Heinrich Heines durch den Harz

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Kritik zu Nimm nur mit, was du tragen kannst: Auf den Spuren Heinrich Heines durch den Harz

Enttäuschend! vom 03.05.2008
Bewertung: 1 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 9 von 10 Besuchern hilfreich

"Nimm nur mit was du tragen kannst", ein äußerst vielversprechender Titel und nichts dahinter!
Vielleicht verrät das Titelbild, worum es eigentlich geht, nicht wirklich um den Harz, vielmehr um eine Art Selbstfindungstrip des Herrn Moser.
Das Buch beginnt, und ehe man sich versieht, sind 30-50 Seiten vollgeschrieben, bevor es überhaupt erst losgeht mit der Wanderung.
Statt endlich loszulegen heißt es "Nachdenken über Heine", dann folgen elendig lange Abschweifungen nach Afrika (Kapitel: "Heine in Afrika"), wo Moser erzählt, wie er dort Heines Harzreise als verstaubtes Büchlein erworben hat. Das kann man vielleicht mal in einem Absatz erwähnen, eine kleine nette Randbemerkung, aber muss es gleich ein ganzes Kapitel sein? Ich dachte es geht um den Harz!!!
Weiter geht es und man hat das Gefühl Heines Harzreise wird hier komplett neu abgedruckt, mit ein paar eigenen Kommentaren gespickt, fertig ist das eigene Buch. Ein schönes Zitat hier und da von Heine ist wirklich angebracht, aber muss es gleich das ganze Buch sein?

Die kleinen Erlebnisse, die geschildert werden, z.B. kurz vor Osterode die Übernächtigung im Wald und das Zusammentreffen mit dem Bauer, die bringen einen wirklich zum Schmunzeln und sind toll. Schade nur, dass es davon so wenige gibt, auf den ersten 100 Seiten vielleicht 2-3 Seiten, also mehr leere Seiten als eigene Erlebnisse - Schade! Das Buch hat nur knapp über 190 Seiten, und auf Seite 100 muss ich mir echt überlegen, ob ich überhaupt noch Lust habe weiterzulesen.
Die schönen Fotos in der Buchmitte machen den Kohl auch nicht mehr fett.

Zu allem Überdruss schmeißt der Autor dann auch noch mit gefährlichem Halbwissen um sich:

S. 77 über die Technische Universität Clausthal: "...die kleinste Technische Universität, wo rund 2800 junge Leute Bergbau sowie Erdöl- und Erdgastechnik studieren." - Das ist ganz bestimmt nicht richtig! Vielmehr hat die TU Clausthal mit ihren rund 3000 Studenten mehrere Fakultäten, sonst dürfte sie sich überhaupt nicht "TU" nennen:
1.) Fakultät für Natur u Materialwissenschaften
2.) Fakultät für Energie u Wirtschaftswissenschaften
3.) Fakultät für Mathematik, Informatik u Maschinenbau
4.) Interdisziplinäre wissenschaftliche Einrichtungen und Arbeitsgruppen.
Einer der großen Schwerpunkte ist vielmehr die Kunststofftechnik, die an vielen Instituten wiederzufinden ist, und der Studiengang Bergbau ist ein Auslaufmodell.

S. 83: Über das Oberharzer Bergwerksmuseum: "...ein Gestänge mit Tritten und Griffen gefertigt, das sich in einem Felsschacht auf und ab bewegte und den Bergleuten einst das Ein- und Ausfahren in die Tiefe erleichterte. Es war eine Art Paternoster, der 1833 in Zellerfeld erfunden wurde." - Das Ding heißt FAHRKUNST !
... und weiter heißt es über die alten Bergleute: "Mit Abbauhammer und Hacke, Spaten und Schaufel plagten sie sich täglich acht bis sechzehn Stunden." - Wie wäre es denn mal mit SCHLÄGEL UND EISEN?!

S. 87 über seinen Sohn Aaron zwischen Clausthal-Zellerfeld und Goslar: "...das glasklare Wasser der Bäche, das er mit den zum Kelch geschlossenen Händen zum Mund führte." Damit wäre ich ehrlich gesagt im Harz äußerst vorsichtig. Zum einen wurden hier in den Oberharzer Gruben über Jahrhunderte Schwermetalle aus dem Berg gewaschen, zum anderen lässt der Fuchsbandwurm grüßen!

Und jetzt kommt das beste! Er läuft von Clausthal-Zellerfeld zum Auerhahn, und von dort die BUNDESSTRASSE 241 nach Goslar hinunter, und beschwert sich zu allem Überdruss auch noch über den regen LKW- und Autoverkehr und "die Schnelllebigkeit unserer Zeit". Als ich das gelesen habe, musste ich ehrlich gesagt laut lachen. Wäre es nicht besser gewesen, einen der zahlreichen Harzklub-Wanderwege zu nehmen, etwa über den Schalke-Schalker Weg-Herzberger Weg-Goslar oder aber über die Alte Harzstraße? Das steht doch in jeder Wanderkarte drin. Stattdessen trieben den Herrn Moser die "Lkws zur Weißglut" - wer es sich nicht anders aussucht, der soll sich auch nicht wundern... Ich renn ja in Hamburg auch nicht durch den Elbtunnel und wundere mich über Regen Kraftfahrzeugverkehr! Auch der Harz ist nicht so zurückgeblieben, dass es hier nur Eselskarren gäbe!

S. 95: Der Goslarer Stadtteil nennt sich OKER, nicht "Ocker"!

S.111: "Auch Aaron und ich hatten mühelos den Rhytmus unseres Gehens gefunden." - 250 km in 4 Wochen, das sind ja auch fast 8-9 km pro Tag, "eine Mordstour".

S.120 Die "Scharfsteinklippen" nennen sich SCHARFENSTEIN! - zudem, das ist hier nicht erwähnt, befinden sich diese im Nationalpark Harz! - Rangerstation Scharfenstein!
S.122 "Eine Gruppe haushoher Felsbrocken" - vermutlich die Hermannsklippe - "In der Nähe ... entdeckten wir eine geeignete Stelle, wo wir das Zelt für die Nacht aufschlagen konnten." - So ist das also, Zelten im Nationalpark, was sagt denn die Nationalparkverwaltung dazu?
S. 128 "Wie würde der Harz aussehen, wenn der Wald wieder wild wuchern könnte, ...?" - Genau das geschieht im Nationalpark! Also erst Moralapostel über den Verfall der Wälder und dann einfach gegen die Regeln im Nationalpark zelten, ist klar!

Wenn es denn wahr ist, dass der Herr Moser durch manch eine Wüste gegangen ist, wie kann es denn sein, dass er sich schon auf den knapp 20 km (sind es überhaupt so viele?) von Osterode nach Clausthal über die Anstrengung muckiert? - Ein Abenteuer ist jedenfalls etwas anderes!

"Auf Heinrich Heines Spuren durch den Harz", ein toller Plan, sicherlich auch eine schöne Reise, aber der Reisebericht ist einfach keiner!

Weitere ISBN:
978-3-455-50077-6, 978-3-4555-0077-6
978-3-45550-077-6, 978-3455500776, 978-3-45-550077-6
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