Politik als Beruf
von Max Weber - ISBN 9783150088333
Taschenbuch, 96 Seiten
Veröffentlichung Oct 1992 bei Reclam, Ditzingen
Amazon-Verkaufsrang #51583
Bewertung 5.0/5.0 bei 4 Meinungen
Autor: Max Weber
ISBN 9783150088333
ISBN 315008833X (alt)
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Kritik zu Politik als Beruf
Hervorragende Einführung in die Staatenlehre vom 23.07.2008
Bewertung: 5 von 5 Sternen
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Max Webers "Politik als Beruf" ist, mit kaum achtzig Seiten, kurz und prägnant. Die Länge aber mag täuschen, denn innerhalb dieser achtzig Seiten entwickelt Weber zahlreiche Ideen, von denen viele heutzutage zum Allgemeingut geworden sind.
Die These, daß alle Herrschaftsansprüche in drei Typen - traditionell, charismatisch, legal - einzuteilen seien, ist hilfreich und wird auch z.B. in der Geschichtswissenschaft häufig verwendet. Ebenso ist es mit der Idee, daß ein Staat vor allem durch seinen Anspruch aufs Gewaltmonopol gekennzeichnet sei, und der Definition der Politik als den Versuch, die Machtverhältnisse zu beeinflussen. Webers Beschreibung der modernen, auf Parteiführer zugeschnittenen Demokratie als "plebiszitäre Diktatur" ist interessant und durchaus im Kern zutreffend, wenn er auch natürlich überspitzt - so klar verteilt sind die Machtverhältnisse innerhalb von Parteien selten.
Fünf Punkte also für diese klar dargestellten Ideen. Im Gegensatz zu manchen anderen fand ich auch Webers Stil relativ zugänglich: nur seine gelegentlichen Gedankensprünge stören. Dennoch muß Kritik geübt werden an dem letzten Abschnitt des Buches, in dem Weber sein Konzept der Gesinnungs- und Verantwortungsethik entwickelt. Hier muß ich anmerken, daß Weber allzu offensichtlich mit christlichen Ideen der Staatenlehre nicht vertraut ist; er scheint anzunehmen, daß Christentum und Politik sich gegenseitig ausschließen. Daß aber christliche Politiker durchaus ohne Gewissenskonflikte haben arbeiten können (man siehe Oliver Cromwell, William Gladstone), widerlegt Webers These doch wohl, ebenso wie die gesamte Geschichte der christlichen Staatenlehre, in der Zaudern vor der Politik durchaus die Ausnahme und nicht die Regel ist.
Ralf Dahrendorfs Nachwort ist durchaus gut; Dahrendorf vermeidet glücklicherweise die ja manchmal bei prominenten Autoren vorhandene Tendenz, über sich selbst anstatt ihr eigentliches Thema zu schreiben. Er erklärt und kommentiert; allein seine Kritik der Inhaltslosigkeit von Webers Politikbegriff ist mir unverständlich. Selbstverständlich ist für Weber der Inhalt der Politik wissenschaftlich zweitrangig; ihm geht es um eine grundsätzliche Untersuchung des Phänomens, nicht um konkrete politische Empfehlungen oder Werturteile.
978-3-150-08833-3, 978-3-1500-8833-3
978-3-15008-833-3, 978-3150088333, 978-3-15-008833-3
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